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Peter Burg Werke

Biographisches

Biographisches zu Peter Lafontaine

24.5.1953 Primiz des seit 1937 in Chile tätigen Peter Lafontaine in Differten.

Bischöfliches Ordinariat

Nr. A 11 962                    (14b) Rottenhurg (Neckar), 1.Dezember 1959

Fernruf 24l

Bei der Antwort bitte diese Nr. angeben

Hochw. Herrn

Pfarrer Peter Lafontaine

N e n n i n gen

Kr. Göppingen

Betr.: Gewinnung spanischer Jungpriester für den Dienst in unserer Diözese

Beil.: Bischöfliches Empfehlungsschreiben mit 20 Mehrfertigungen

Zelebret für Spanien

Auf Grund Ihrer Verbindungen mit spanischen Geistlichen erteilen wir Euer Hochwürden hiermit den Auftrag zu einer Reise nach Spanien mit dem Zweck, mit den dortigen Bischöfen über eine Freistellung spanischer Jungpriester für den Dienst in der Rottenburger Diözese zu verhandeln. Für diesen Auftrag geben wir Ihnen folgende Weisungen:

1. Die Gründe für die Berufung ausländischer Priester

Seit Kriegsende sind mehr als 400 000 vertriebene Glaubensbrüder aus den Ostgebieten Europas in das Diözesangebiet eingeströmt und haben sich im vorwiegend evangelischen Nordwürttemberg niedergelassen. Seit dem wirtschaftlichen Aufstieg der Bundesrepublik sind außerdem über 300 000 Arbeitssuchende aus den Notstandsgebieten der Bundesrepublik und der Sowjetzone in diesen Raum zugezogen, wo sie dank der Industrialisierung bessere Arbeitsplätze erhalten haben. Seit 1930 hat sich infolgedessen die Katholikenzahl der Diözese nahezu verdoppelt (1930: rund 800 000 – 1958: über 1,5 Millionen). Um den zugezogenen Glaubensbrüdern den Kontakt mit dem kirchlichen Leben zu erhalten, mußten seit 1948 mehr als 220 neue Kirchen und Kapellen erbaut werden; weitere 200 sind in Vorbereitung. Der Nachwuchs aus unseren Seminarien und Konvikten wäre für die Bedürfnisse der alten Diözese ausreichend. Er genügt aber nicht mehr, um die vielen neugegründeten Stellen zu versorgen und den Ausfall der in zwei Weltkriegen gefallenen Priester und Theologen zu decken. Von den anderen deutschen Diözesen kann eine Hilfe nicht erwartet werden, da sie entweder ähnliche Verhältnisse aufweisen, oder unter einem noch

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empfindlicheren Priestermangel leiden. Aus diesem Grunde haben wir uns entschlossen, die spanischen Bischöfe um ihre Hilfe anzugehen.

2. Die rechtliche Regelung der Übernahme spanischer Priester

Eine wirksame Hilfe in unserer derzeitigen Priesternot wäre uns geschenkt, wenn Euer Hochwürden es gelänge, die Freistellung einer größeren Anzahl spanischer Jungpriester durch ihre Ordinarien zu erreichen. Für die Übernahme dieser Priester in unseren Diözesandienst ist folgende Regelung vorgesehen:

a) diese Priester sollen ihrer Heimatdiözese inkardiniert bleiben, von ihr jedoch für die Dauer von 5 Jahren freigestellt werden.

b) Zur Erlernung der deutschen Sprache und zur Einführung in unsere Seelsorgsverhältnisse (Homiletik, Katechetik, Beichtpraxis), erhalten sie im ersten Jahr eine besondere Ausbildung, und zwar abwechselnd in 2 – 3 monatigen Kursen in einem kirchlichen Heim sowie in einer ebenso langen Hospitantenzeit auf einer geeigneten Pfarrei. Neben freier Kost und Wohnung kann ihnen in diesem Jahr ein monatliches Gratial von DM 80,– gereicht werden.

c) Vom zweiten Jahr an werden sie zu vicarii cooperatores auf besonders ausgewählten Posten ernannt. Von dieser Ernennung an erhalten sie die vollen Bezüge der einheimischen Jungpriester. Sie bekommen damit nach dem derzeitigen Stand je nach dem Weihealter bei freier Kost und Verpflegung einen monatlichen Gehalt von DM 189,– bis DM 234,–. Außerdem erhalten sie jährlich einmal einen Reisezuschuß für eine eventuelle Heimatreise von DM 120,–.

d) Sie werden während ihrer Tätigkeit in der Diözese durch einen spanisch sprechenden Diözesanpriester besonders betreut und als außerordentliche Mitglieder in der Priesterkrankenkasse St. Martinus gegen Krankheit versichert. Als Jahresurlaub werden ihnen wie den einheimischen Jungpriestern 3 Wochen gewährt.

e) Nach Ablauf von 5 Jahren können sie wieder in ihre Heimatdiözese zurückkehren. Für die heimkehrenden Priester sollen dann wieder neue Jungpriester gewonnen werden.

3. Weisungen für die Werbearbeit

a) Auf Grund Ihrer Vorarbeiten werden Euer Hochwürden mit Ihrer Werbetätigkeit zunächst bei den Ihnen bereits bekannten und

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durch Mittelsmänner zugänglichen Diözesen beginnen. Je nach Notwendigkeit werden Sie von dort aus weitere Diözesen aufsuchen. Über den Erfolg Ihrer Bemühungen wollen Sie uns durch kleine Zwischenberichte auf dem Laufenden halten.

b) Bei den Verhandlungen mit den spanischen Ordinarien wollen Sie in kluger und diskreter Weise auf eine gute Auswahl der Kandidaten dringen. Die Erlernung der deutschen Sprache und ihre Meisterung in Predigt, Religionsunterricht und Seelsorge sowie die Umstellung auf die Diasporaverhältnisse unserer Diözese erfordert hinreichend begabte und anpassungsfähige Priester mit einem guten Berufsgeist. Es wird Ihrem Anliegen nützlich sein, wenn Sie auf die schöne Mission hinweisen, welche die spanischen Priester in unserer Diözese erfüllen können.

c) Die vorgesehene Ausbildung ist bei einer Meldung von etwa 30 Jungpriestern rentabel; doch können wir fürs erste bis zu 50 Jungpriester aufnehmen. Der erste Einführungskurs könnte am 15.März 1960 beginnen.

d) Ältere Priester, die der deutschen Sprache bereits kundig und für einen Dienst in unserer Diözese geeignet sind, können unabhängig von dieser Werbeaktion für 1 – 2 Jahre in unsere Dienste treten.

e) Im Falle eines erfolgreichen Ausgangs Ihrer Verhandlungen können Sie eine direkte Fühlungnahme des Bischofs und seiner Mitarbeiter in Aussicht stellen.

Wir wünschen Euer Hochwürden für die kommenden Wochen Gottes Schutz und Segen für die Reise und beten mit Ihnen für einen erfolgreichen Ausgang Ihrer Sendung.

Unterz. Carl Joseph

Bischof

Diamantenes Priesterjubiläum von Pfarrer i.R. Herr Peter Lafontaine

Anläßlich seines Jubiläums erzählt Pastor Peter Lafontaine aus seinem

Leben in Chile:

<Bild mit Chilenen vor einer Hütte>

Meine Priesterweihe fand im Süden von Chile in Temuco, der Hauptstadt der Indianer, statt. Am 21.12.1940 wurde ich von Bischof Augusto Salinas Fuenzalida zum Priester geweiht. Gleich zwei Tage später, ein Tag vor Hl. Abend, bekam ich dann meine eigene Pfarrei. Das Pfarrhaus war ein alter ausgedienter Lagerschuppen mit Lehmboden. Es herrschten dort sehr ärmliche Verhältnisse. Die Chilenen waren alle sehr arm. Die Ausländer, Franzosen, Engländer und die Spanier waren die Großgrundbesitzer. Sie hatten das Geld.

Meine Diözese umfaßte ein Gebiet von ca. 620 Quadratkilometer. Das ist eine Fläche halb so groß wie das Saarland. Mein einziges Fortbewegungsmittel war ein alter Ackergaul namens Sarabier. Er wurde mir von einem Bauern ausgeliehen. Immer wenn ich ihn brauchte stand er mir zur Verfügung. Später bekam ich dann einen Vollblutaraber. Das war ein schönes Pferd. Ich hatte ein großes Gebiet zu betreuen. Da lagen manchmal 10 Stunden Reitweg zwischen den einzelnen Häusern. Der Weg war teilweise sehr schlammig, daher sehr schwierig zu begehen. Da fallt mir noch ein altes finnisches Lied ein, das ich oft gesungen habe: “Wir reiten und reiten und singen im Herzen die bitterste Not. Die Sehnsucht will uns bezwingen, aber wir reiten die Sehnsucht tot”.

Die Chilenen waren trotz ihrer Armut sehr gastfreundlich. An hohen Festtagen kamen die Gläubigen mit ihren Babys in die Kirche. Ich kann mich erinnern, daß wir an einem Sonntag etwa 20-40 Kindstaufen hatten. Die Chilenen sind große Marienverehrer. Es gibt dort viele Mariensäulen, so wie in Trier.

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La Revista Catolica, Juli/September 2005

Zur Erinnerung und als Beispiel

Peter Martin Lafontaine Hirtz

*12.11.1912 – +07.06.2005

Ein deutscher Priester, der der Diözese Tomuco angehörte. Peter Martin Lafontaine wurde am 12. November 1912 geboren. Er stammt aus einer katholischen Familie, die sich der Kirchengemeinde von Differten/Saar (Deutschland) eng verbunden fühlte. Seine Eltern waren Christoph Lafontaine und Barbara Hirtz. Zwischen 1919 und 1927 besuchte er die Volksschule seines Heimatdorfes. Er gehörte der katholischen Jugendbewegung an und war deren Leiter in der Pfarrei. Von 1928 bis 1934 besuchte er das humanistische Gymnasium in Saarlouis und trat dann in das Priesterseminar des Bistums Trier ein. Er verließ das Seminar, studierte in München weiter und danach im bischöflichen Kolleg in Paderborn (1937).

Mit Erlaubnis des Trierer Bischofs legte er am 1. März 1938 sein Priestergelübde zum Dienst in der Diözese Sankt Josef von Temuco ab und erhielt die Tonsur. Am bischöflichen Seminar von Santiago und an der Theologischen Fakultät beendete er nach zwei Jahren sein Theologiestudium und lernte perfekt die spanische Sprache.

Er wurde am 21. Dezember 1940 vom Bischof Augusto Salinas Fuenzalida zum Priester geweiht. In Galvarino feierte er sein erstes Messopfer und blieb dort als Pfarrer in der Gemeinde, die für viele Jahre eine Priestervakanz hatte. Die Armut, die ihn umgab, war groß, doch die apostolische Begeisterung des jungen Pfarrers war größer. Im September 1939 hatte schon der Zweite Weltkrieg begonnen, was ihm den Kontakt zu seiner Familie in Deutschland unmöglich machte. Anfang Juli 1943 wurde er zum Gemeindepfarrer in Puren ernannt. Diese Gemeinde hat er für immer in sein Herz geschlossen.

Nach dem Krieg kam seine Schwester Barbara zu ihm, um bei ihm zu bleiben. Jetzt erhielt er Spenden von seiner Familie und er konnte ein Pfarrhaus bauen. Er verschönerte die Kirche und das Gemeindehaus und er regte das Laienapostolat der „Accion Catolica” an.

Mit dem Klerus der Diözese stand er in gutem Kontakt; ganz besonders war er mit dem Pfarrer Guido Rodriguez Letelier befreundet. Dieser erzählte uns die folgende Geschichte: Sein Pferd .Malacara’ (böses Gesicht) wurde fast wie ein Mensch angesehen. Außer ihm duldete es keinen andern Reiter auf seinem Rücken. Ihm jedoch diente es viele Jahre hindurch auf seinen seelsorgerlichen unwegsamen Reisen, die ihn gar über die Grenzen seiner Pfarrei hinausführten. So unterstützte er gar in Lanalhue, auf der gegenüberliegenden Seite der Kordillieren von Nahuelbuta, weit vom Sitz seiner Pfarrei entfernt, den Pfarrer von Conete.

Im Jahre 1956, als er 44 Jahre alt und bereits 16 Jahre Priester war, beschloss er nach Deutschland zurückzukehren. Er leistete nun seinen Priesterdienst im Bistum Rottenburg, in das er am 15. Februar 1957 aufgenommen wurde. Zunächst wirkte er als Gemeindepfarrer in Nenningen, ab dem 16. Juli 1961 als Priester in der Stadt Brackenheim. Elf Jahre lang, von 1970 bis 1981, bekleidete er das Priesteramt in der Gemeinde Bußmannshausen und Großschaffhausen.

Ab dem 1. Oktober 1981 weilte er, vom Dienst befreit, in Dillingen/Saar. Dort wurde er am 7. Juni 2005 von Gott, unserm Herrn. zu sich in sein ewiges Reich aufgenommen. Die Totenmesse wurde am 11. Juni 2005 gefeiert. Seine sterblichen Überreste ruhen auf dem Friedhof seines Geburtsortes Wadgassen-Differten.

Pastor Peter Lafontaine ist tot – er lebt bei Gott

Es war ein Segen für unser Haus: Als Pastor Peter Lafontaine 1982 pensioniert wurde, wählte er als Altersruhesitz Dillingen. Mit seiner Schwester Barbara, die ihn zeitlebens in der Seelsorge begleitet hatte, bezog er zunächst eine Wohnung in der Steinmetzstraße. Später wurden die Geschwister selbst Bewohner unseres Altenheims St. Franziskus, in dessen Kapelle er täglich die heilige Messe feierte und deren Bewohner er seelsorglich nach Kräften begleitete. Es war für mich tief beeindruckend, wie er selbst schon schwer gezeichnet, am Sterbebett seiner Schwester ihr Mut zusprach und ihr die Hoffnung gab: Es wird schon alles gut!

Im vergangenen Jahr haben wir seine Schwester zum Grab begleitet. Am 7. Juni diesen Jahres haben wir an seinem Sterbebett gestanden und die Komplet seines Lebens für ihn gebetet: “Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist.” Am 11. Juni haben wir ihn auf dem Friedhof in Differten neben seiner Schwester Barbara begraben.

Dass Pastor Lafontaine immer den Kontakt zu seiner Heimatpfarrei pflegte, in der er getauft wurde und seine Primiz gefeiert hat, zeigte sich in der großen Anteilnahme an seiner Beerdigung. Die Feuerwehr hielt Ehrenwache, der Kirchenchor gestaltete das Requiem musikalisch. Sonst heißt es ja, dass man im Alter von 91 Jahren kaum noch Begleiter bei der Beerdigung habe. Es war ergreifend, die Dankbarkeit ihm gegenüber zu erleben. Auch aus unserem Altenheim waren etliche, die es möglich machen konnten, bei seinem Abschied dabei, darunter auch die beiden letzten Oberinnen, Schwester Florentine und Schwester Edeltrud.

Der Bischof von Trier, Dr. Reinhard Marx hatte mich beauftragt, ein Gedenken und ein Dankeswort für Pastor Lafontaine zu sprechen. Ich konnte es gut mit meiner Erfahrung als früherer Pfarrer von Heilig Sakrament belegen: Er pflegte den Kontakt zur Pfarrei durch häufigen Besuch im Saardom, besonders bei den Sonntagsvespern; er hatte dort seinen Beichtstuhl; er war stets in “Reichweite”, wenn in benachbarten Pfarreien liturgische und seelsorgliche Hilfe nötig war. Der tiefgläubige Priester trat auch in vielen Zeitungsartikeln entschieden für seinen Glauben ein.

Heute ist es kaum noch vorstellbar: Vor 70 Jahren gab es zu viele Bewerber für den Priesterberuf. Das Priesterseminar in Trier nahm nur die “allerbesten” Abiturienten auf. Ebenso die anderen Ausbildungsstätten in Deutschland. Peter Lafontaine begann sein philosophisches und theologisches Studium in Paderborn, wechselte dann aber nach Chile. Am 24. Dezember 1940 wurde er dort zum Priester geweiht und wurde an Weihnachten gleich in seine erste Pfarrei eingeführt. In dem ausgedehnten Bezirk war er viel mit dem Pferd unterwegs.

Dank seiner Spanisch – Kenntnisse konnte er auch später viel vermitteln; wird doch diese Sprache von den meisten Menschen dieser Erde gesprochen. “Padre Pedro” hielt auch nach seinem Abschied von Chile Kontakt dorthin; er bekam bis zu seinem letzten Lebensjahr viele Besuche aus diesem Land, das er zeit seines Lebens unterstützte.

Nach dem 2. Weltkrieg hatten sich die Verhältnisse gewandelt. Viele Priester und Priesterseminaristen waren im Krieg geblieben; die deutschen Bischöfe nahmen “Rückkehrwillige” wieder gern auf. 1956 zog Peter Lafontaine mit seiner Schwester Barbara ins Schwabenland. lm Namen von Dr. Gebhard Fürst, dem Bischof von Rottenburg Stuttgart, durfte ich auch für diesen Dienst in zwei Pfarreien-Gemeinschaften seinen Dank aussprechen. Der Bischof bescheinigte Peter Lafontaine einen tiefen Glauben und einen großen seelsorglichen Eifer.

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Priester ist man nicht für sich. Ein Priester, der “allen alles” sein will, braucht Rückhalt in einer Gemeinschaft. Pastor Lafontaine fand ihn bei der Priestergemeinschaft “Unio apostolica”. Der Pfarrer von Saarburg, Peter Leick, dankte Pastor Lafontaine für sein brüderliches Miteinander. Pastor Lafontaine hat gerne die Eucharistie gefeiert, Tod und Auferstehung Jesu Christi. Für ihn haben wir im Altenheim gleich an seinem Sterbetag die heilige Messe gehalten und dabei Lob und Dank an Gott, den Geber des Lebens, verkündet. In den zwanzig Jahren seines Wirkens bei uns war er ein Segen für uns. Er soll es bleiben.

Warnfried Bartmann

<Bild Peter Lafontaine im Ornat>

Trostgedanken

Wenn ich einmal tot bin,

sollst Du nicht um mich trauern.-

Meine Liebe wird mich überdauern,

wird in fremden Kleidern

Dir begegnen und Dich segnen.

Lebe, lache,- habe Mut,

mache Deine Sache gut!

Joachim Ringelnatz

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P FA R R B R I E F

HL. SAKRAMENT

DILLINGEN/SAAR

39. Jahrgang, Nr. 50

32. Sonntag, im Jahreskreis

9. November 1997

Noch immer mit Freude im Dienste des Herrn

Pfarrer i.R. Peter Lafontaine wird 85

Peter Lafontaine wurde am 12.11.1912 als zehntes von elf Kindern in Differten geboren. Sein Vater war Steiger. Kindheit und Jugend Lafontaines waren durch das katholische Elternhaus geprägt. Nach dem Besuch der Volksschule und dem Abitur am Städtischen Gymnasium in Saarlouis 1934 begann er seine theologischen Studien in Trier, München und Paderborn. Als in letztere Stadt ein deutschsprechender Priester aus Südchile kam und um Theologen für die Diözese Temuco warb, entschied er sich für ein Weiterstudium in Chile. An Silvester 1937 trat er in Hamburg die Überfahrt an. Eine dreitägige Bekanntschaft mit der Gestapo in München und andere polizeiliche Schikanen erleichterten ihm den Abschied von seiner deutschen Heimat. An der Katholischen Universität in Santiago de Chile studierte er zusammen mit Seminaristen aus 14 Nationen und wurde am 21.12.1940 in Temuco zum Priester geweiht. Zwei Tage vor seiner Priesterweihe ernannte ihn der Bischof zum Pfarrer von Galvarino und führte ihn dort in der Primizmesse in der Hl. Nacht in sein Amt ein. Die Pfarrkirche war ein ausgedienter Lagerschuppen. Als er dort von amerikanischen Missionaren abgelöst wurde, bekam er die Pfarrei von Purén übertragen, ein Gebiet von 620 Quadratkilometer – rund 28 mal so groß wie Dillingen einschließlich Pachten und Diefflen. Purén war das einzige Dorf dieses großen Gebietes. Die übrigen ca. 7000 Einwohner, zu denen ein paar Hundert Araukaner gehörten, lebten zerstreut in einzelnen Häusern und Hütten. Es gab keine ausgebauten Straßen in diesem weiten Umfeld und nur ein feuriges Araberpferd machte es Peter Lafontaine möglich, auch die letzten Winkel zu erreichen.

Mit seiner Weihediözese und besonders mit seiner letzten Pfarrei pflegt Pastor Lafontaine bis heute noch einen sehr regen Kontakt. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wirkte Lafontaine 25 Jahre lang in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, wo er 1957 inkardiniert worden ist. Am 1. Oktober 1981 kam er zu uns in den Ruhestand nach Dillingen. Seither ist er als ehrenamtlicher Hausgeistlicher des Alten- und Pflegeheims St. Franziskus tätig, ein Dienst, den er immer noch sehr gerne ausübt und wofür ihm ein ganz besonderer Dank gilt. Peter Lafontaine kann wirklich auf ein gesegnetes und reich e3rfülltes Priesterleben zurückblicken. Seine Schwester Barbara, die mit ihm in Chile war und ihm seit 1947 den Haushalt führt, wurde vor kurzem in der Europahalle in Trier zusammen mit einigen anderen Haushälterinnen für 50 Dienstjahre besonders geehrt.

Wünschen wir dem rüstigen und mit seinen 85 Jahren immer noch mit Freude tätigen Jubilar sowie auch seiner Schwester Barbara weiterhin eine stabile und gute Gesundheit, Freude, Zufriedenheit und Gottes reichen Segen.

Helmut Koch

MITI’WOCH, 24. DEZEMBER 1980 / NR. 298

Pfarrgemeinden beglückwünschen ihren Seelsorger

Pfarrer Lafontaine vor 40 Jahren in Chile zum Priester geweiht

BUSSMANNSHAUSEN/BÜHL – Am 21. Dezember 1940 wurde Pfarrer Lafontaine in der Katheclrale von Temuco (Mittelchile) zum Priester geweiht. Am zweiten Weihnachtsfeiertag beglückwünschten die Pfarrgemeinden Bühl und Bußmannshausen ihren Seelsorger zum 40jährigen Priesterjubiläum. Mit Dank und im Gebet stützen die Mitglieder der Pfarrgemeinden das seelsorgliche Wirken des Jubilars und geben ihm Mut für die Zukunft.

Pfarrer Lafontaine wurde am 12. November 1912 in Differten an der Saar geboren. Sein Vater war Bergmann und in der näheren Umgebung war die Förderung von Kohle eng verknüpft mit seiner Kinder- und Schulzeit. Die humanistischen Studien absolvierte Peter Lafontaine am Gymnasium in Saarlouis. Den philosophisch-theologischen Studien oblag er an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Trier, an der Universität München und an der Philosophisch-Theologischen Akademie in Paderborn. Über das damalige Seminar für ,,Auslandsdeutsche-Seelsorge” in Paderborn kam er nach Chile, wo er dann an der bischöflichen Universität in Santiago seine theologischen Studien abschloß.

Am 21. Dezember 1840 empfing Peter Lafontaine in der Kathedrale von Temuco (in Mittelchile) die Priesterweihe. Gleich nach der Weihe wurde er zum Pfarrer ernannt und wirkte als solcher 15 Jahre in den Gemeinden von Galvarino und Purén in Südchile. Es war keine leichte Zeit. Mit primitiven Mitteln und Einrichtungen mußte die Glaubenslehre den dortigen Menschen nahegebracht werden. In der oft weglosen Gegend ging er als reitender Pfarrer in regelmäßigen Zeitabständen hinaus zu seinen weitverstreuten Pfarrstellen in den Bergen der Anden. Hierbei wurde er in all den Jahren von seiner Schwester als Katechetin wertvoll unterstützt. Heute noch bestehen lebendige Verbindungen zu den dortigen Pfarreien, die durch öftere Korrespondenz immer wieder erneuert werden.

Anfang des Jahres 1956 kehrte er nach Deutschland zurück und trat in den Dienst der Diözese Rottenburg. Die Gemeinde Nenningen im Dekanat Deggingen war seine erste Pfarrstelle in Deutschland. Nach einigen Jahren wurde er zum Stadtpfarrer ernannt und vom Bischof an die Christus-König-Pfarrei nach Brackenheim berufen. Durch den Tod von Pfarrer Bott in Bußmannshausen im Jahre 1970 war die hiesige Pfarrstelle verwaist. In einer kirchlichen Zeitschrift hat er, so seine Erzählungen, erstmals den Namen Bußmannshausen gelesen. Bei einer Besichtigung an einem herbstlichen Nachmittag hatte es ihm die friedliche Gemeinde angetan und er entschloß sich die Pfarrstelle der Doppelpfarrei Bußmannshausen/ Großschafhausen zu übernehmen.

Am 1 Dezember 1970 war feierliche Investitur. Zehn Jahre wirkt nun Pfarrer Lafontaine in der Gemeinde, seit einigen Jahren auch in Bühl. Mit weltweiter missionarischer Erfahrung gibt Pfarrer Lafontaine sein Wissen weiter. Die Pfarrgemeinden Bühl und Bußmanshausen beglückwünschen ihren Seelsorger zum 40jährigen Priesterjubiläum und knüpfen daran die Hoffnung, daß er weiterhin in Gesundheit ,,Hirte der Gemeinden“ bleiben möge.

<Daneben Bild mit Porträt: Zehn Jahre wirkt Pfarrer Lafontaine als Seelsorger in Bußmannshausen. Vor 40 Jahren wurde er zum Priester in Chile geweiht. >

Überherrn, den 15.07.2009

Sehr geehrter Padre Jose Fa1ch Frey,

herzlich danke ich Ihnen für Ihre Bemühungen und für die aufschlussreichen Auskünfte in Ihren Briefen. Ihre Lebensbeschreibung meines Onkels in der Zeitschrift “La Revista Catolica” und die Antworten des Generalvikars von Temuco, P. Marcos Uribe, auf meine Fragen hat mir inzwischen ein guter Bekannter unserer Familie, der 14 Jahre Schulleiter an deutschen Auslandsschulen in Bolivien und San Salvador war, ins Deutsche übersetzt.

Zu meinem Fragenkatalog:

Die erste Frage (Warum, wann und wie kam mein Onkel nach Chile?) hat mir inzwischen Monsignore Kunzler, Professor an der Philosophisch-Theologischen Universität Paderborn, schlüssig beantwortet. Schon 1936 geriet mein Onkel mit dem Hitlerregime in Konflikt. Nach Verhören durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo) musste er sich zu Diensten für Staat und Gesellschaft verpflichten. Er meldete sich zum Landdienst in Ostpreußen, wurde jedoch in die SA eingegliedert. Schon in den ersten Wochen wehrte er sich gegen die Hasstiraden und Verunglimpfungen seiner Vorgesetzten gegen die katholische Kirche und ihre Priester. Er kämpfte gegen das Verbot des sonntäglichen Gottesdienstes und verließ unter Protest die SA.

Als er dann seine theologischen Studien am Philosophisch-Theologischen Seminar in Paderborn fortsetzte, besuchte er auch das dort angebotene Seminar “Auslandsdeutsche Seelsorge” , in dem ein Theologe aus Südchile (Temuco?) deutsche Priester für Chile warb. Mein Onkel ergriff wie Pater Kuhl und einige andere die Gelegenheit und zog nach Chile, wo er seine theologischen Studien abschloss. Leider wurden die Urkunden und Akten der Universität Paderborn in den Kriegswirren weitgehend vernichtet, so dass aus dieser Zeit Näheres nicht mehr zu ermitteln ist.

Zur Frage 4:

Mein Onkel gab den 21. 12. 1940 als den Tag seiner Priesterweihe an. So feierte er folgerichtig 1980 in der Pfarrei Bußmannshausen sein 40jähriges Priesterjubiläum und im Jahre 1990 sein goldenes Priesterjubiläum in seiner Heimatpfarrei Differten. Als Belege füge ich Ihnen Fotokopien der „Bildchen”, die anlässlich dieser Jubiläen verteilt wurden, bei.

Zur Frage 7:

In meiner Familie wird erzählt, dass der Gedanke, seine Schwester wäre nach seinem Tod unversorgt (weder Krankenkasse noch Rente), habe ihn bewogen, nach Deutschland zurückzukehren.

Mit der Auflistung des Studienganges meines Onkels in Chile haben Sie mir über diesen Lebensabschnitt zur Klarheit verholfen und mich von einigem “Kopfzerbrechen” befreit.

Die Anekdoten erinnerten uns wiederum daran, dass Onkel Peter ein lebensfroher und schlagfertiger Mensch war. Das Foto, das ihn auf seinem Pferd „Mala Cara” zeigt, hängt jetzt in unserer Wohnung.

Nochmals danke ich Ihnen für Ihre Hilfe. Nach der Fertigstellung des Buches werde ich Ihnen ein Exemplar zuschicken.

Sollten Sie einmal nach Deutschland kommen, würden wir Sie gerne als unseren Gast empfangen.

Meine E-Mail Adresse: rauam@t-online.de

Herzliche Grüße

Brief des Generalvikars P. Marcus Uribe Gutierrez an Pater Falch

Sehr geehrter Pater Falch,

im Folgenden will ich versuchen Ihnen in Bezug auf Pfarrer Lafontaine zu helfen; ich hoffe, dass meine Ausführungen Ihnen dienlich sind.

1. Warum, wann und wie kam der Student Peter Lafontaine nach Chile?

Warum, weiß ich nicht. Aber damals sprach man von vielen deutschen Seminaristen, die in den 30er Jahren, der Zeit Hitlers, nach Chile kamen, um ihre Studien abzuschließen. Unter ihnen waren die Pallotiner Xaver Hentzes und Josef Khul, die später in Temco wirkten, auch Pfarrer Wolfgang Walisfurt aus Puerto Montt und unter ihnen war auch Pfarrer Peter Lafontaine.

2. Wo beendete er seine theologischen Studien: in Santiago oder/und in Temuco?

Ich bin sicher, dass er am Seminar in Santiago und an der theologischen Fakultät der “Univeridad Catolica” studierte. Tatsächlich beendete er seine Studien am Seminar von Santiago und an der dortigen theologischen Fakultät. Er war Mitschüler von Don Guido Rodriguez.

3. Gibt es noch ein Foto aus dieser Zeit?

Es gelang uns zwei Fotos zu bekommen, die dem Brief beiliegen: Das eine zeigt eine Gruppe von Katholiken aus Purén im Jahre 1947; das andere stammt aus dem Jahre 1955, es zeigt eine Taufe.

4. Gibt es ein Dokument von seiner Priesterweihe und kann man davon eine Fotokopie erhalten?

Es gibt kein Dokument von seiner Priesterweihe, doch das Datum seiner Ordinierug durch den Bischof von Temuco, Monsenor Augusto Salinas, am 20.Dezember 1939 steht fest. Nach dem Register der kirchlichen Erlasse wurde er am 23. Dezember 1939 zum Gemeindepfarrer von Galvarino ernannt, was er bis zum 15. Juni 1943 blieb.

Am 3. Juli 1943 wurde er zum Gemeindepfarrer von Purén ernannt, wo er bis zum 21. Dezember 1955 wirkte.

Eine Anekdote: Pfarrer Lafontaine war der einzige Priester der Diözese, der von Bischof Salinas in seiner kurzen Amtszeit in Temuco ernannt wurde. Danach kam Bischof Menchaca, der unmittelbar nach Amtsantritt Don Guido Rodriguez zum Priester weihte. Scherzend behauptete Don Guido von sich, er sei der „Primogenito” ( Erstgeborene) von Bischof Don Alejandro Menchaca, woraufhin Don Pedro (Peter) einwarf, er sei der „Unigenito” (einzige Sohn) von Bischof Salinas.

5. Wie groß war die Pfarrei Purén, in der er 13 Jahre tätig war (bezüglich Flächengröße und Einwohnerzahl)?

Die Grenzen der Pfarrei haben sich zwar nicht verändert, jedoch die Landschaft und die Straßen. Die Pfarrei erstreckt sich, von Purén aus gesehen, in einem Umkreis von etwa 15 km. In der Zeit seines Wirkens gab es keine Wege, keine Brücken über die Bäche; es war unmöglich, die abgelegenen Dörfer, die zu seiner Pfarrei gehörten, im Winter zu besuchen. Man konnte sie nur im Sommer und zu Pferd erreichen.

Eine Anekdote: Man erzählt, dass der Pfarrer ein Pferd mit dem Namen Mala Cara (böses Gesicht) ritt, das im Dorf sehr bemannt war. Ein Priester aus Temuco, der Pfarrer Lafontaine noch kurz vor dessen Tod besuchte, erzählte, dass er in seiner Wohnung in Deutschland noch mit Stolz ein Foto aufbewahrte, das ihn mit seinem Pferd Mala Cara auf einem Ritt zu einem Indio-Dörfchen zeigte.

6. Einmal erzählte Peter Lafontaine von weit abgelegenen Indio-Dörfern. Kann man darüber mehr erfahren?

Melinchique, Quilaco, Tranaman heißen diese Dörfer, auf die sich ihre Frage bezieht. Heute liegen sie, nach Kilometern gemessen, nahe. Doch zu seiner Zeit lagen sie wegen des Fehlens von Straßen und Wegen äußerst isoliert.

7. Weiß man etwas über die Motive für seine Rückkehr nach Deutschland?

Man sagt, dass seine Motive einen familiären Charakter trugen. Viele Jahre hindurch weilte seine Schwester Barbara hier bei ihm. Beide kehrten 1955 nach Deutschland zurück und unterstützten weiterhin das Bistum, die priesterliche Berufsausbildung, Seminaristen und die Pfarrei Purén.

8. In seinen Unterlagen fand ich ein Schreiben an die Redaktion der “Deutschen Tagespost”, der bedeutendsten katholischen Zeitung in Deutschland, in dem er um die Erlaubnis bat, interessante theologische Artikel ins Spanische übersetzen und in der chilenischen Zeitschrift “Comunio” veröffentlichen zu dürfen. Diese Erlaubnis erhielt er Mitte der 90er Jahre. Ist Ihnen dazu etwas bekannt?

Ich bin dabei in unseren Bibliotheken Nachforschungen anzustellen.

Für jede Art von Aufklärung über diesen Fragenkatalog wäre ich Ihnen dankbar.

Ich grüße herzlich im Namen unseres Herrn und wünsche Ihnen frohe Ostern

Pfarrer Marcos Uribe Gutierrez

Maria Rauber

Jutta von Hattstein Str. 23 D 66802 Überherrn

15. 03. 2009

Sehr geehrter Padre Jorge Jose Fa1ch Frey,

ich bin die Nichte von Pfarrer Peter Lafontaine, der im Juni 2005 verstarb. Damals schrieben Sie einen Brief an das Pfarramt in Differten, in dem Sie um Informationen über Pfarrer Lafontaines Wirken nach seiner Rückkehr nach Deutschland baten. 2005 korrespondierten wir miteinander.

Heute wende ich mich mit einer Bitte an Sie. Ein enger Freund unserer Familie ist emeritierter Professor der Geschichte und schreibt gerade ein Buch über die fünf Priester, die aus der Heimatpfarrei Peter Lafontaines stammen. Dazu benötigt er genauere Informationen über Lebensweg und Wirken meines Onkels Peter Lafontaine in Chile. Bei meinen bisherigen Recherchen bin ich leider auf einige widersprüchliche Aussagen gestoßen, so dass ich nachfragen muss.

Für Antworten auf folgende Fragen (in deutsch oder spanisch) wäre ich Ihnen sehr dankbar:

1. Warum, wann und wie kam mein Onkel nach Chile?

2. Wo und wann hat er seine theologischen Studien absolviert: in Santiago oder / und in Temuco?

3. Gibt es noch ein Foto von ihm aus dieser Zeit?

4. Ist seine Priesterweihe in einer Urkunde belegt und könnten Sie mir davon eine Fotokopie zusenden?

5. Wie groß war die Pfarrei Puren, in der er 13 Jahre wirkte, bezüglich der Gebietsgröße und der Einwohnerzahl?

6. Er schreibt einmal, dass es viele Indianer in abgelegenen Communidades gab. Können Sie mir Genaueres dazu mitteilen?

7. Kennen Sie die Beweggründe meines Onkels für die Rückkehr nach Deutschland?

8. In seinem Ruhestand hat er viele Artikel und Leserbriefe in diversen Zeitungen veröffentlicht. In seinen Unterlagen fand ich ein Schreiben an die Redaktion der Deutschen Tagespost, der bedeutendsten katholischen Zeitung in Deutschland, in dem er um die Erlaubnis bat, interessante theologische Artikel ins Spanische übersetzen und in der chilenischen Zeitschrift Comunio veröffentlichen zu dürfen. Diese Erlaubnis erhielt er Mitte der 90 er Jahre. Ist Ihnen etwas dazu bekannt?

Bis an sein Lebensende hatte mein Onkel gute Kontakte zu:

Sr. Padre Carlos Morales Grandon

Pfarrer in Valparaiso, San Judas Tadeo

Sr. Monsignore Bosagna

Valparaiso ? Vina deI Mar?

Fondacion Refugio de Cristo

Sr. Obispo, Don Sergio Contreras Navia

Temuco

Zuletzt möchte ich Ihnen noch sagen, dass mein Onkel sich lebenslang mit Chile verbunden fühlte. Bevor er starb, vermachte er in seinem Testament sein ganzes Vermögen dem Bischof von Temuco für die Priesterausbildung. Ich wünsche, dass er damit viel Gutes bewirkt hat.

In der Hoffnung, dass Sie meine Fragen beantworten können, grüße ich Sie herzlich

Liebe Frau Maria Rauber

Santiago, den 26. Mai 2009

In der Hoffnung, dass Sie meinen vorausgegangenen Brief mit der kurzen Lebensbeschreibung Ihres Onkels (in der Zeitschrift “La Revista Catolica”) erhalten haben, schicke ich Ihnen heute die Antwort des Generalvikars von Temuco. P. Marcos Uribe.

Zur Frage Nr. 8: Veröffentlichungen in der Zeitschrift Comunio konnte ich in der Seminarbiblothek keine Anhaltspunkte finden. Allerdings ist die Sammlung auch nicht vollständig, sodass es nicht ganz ausgeschlossen ist.

Das Studium von Peter Lafontaine im Seminario Pontificio von Santiago kann

In den Efemerides verfolgt werden

1938/1939 ist er im dritten Jahr Theologie verzeichnet.

1939/1940 taucht er im vierten Jahr Theologie auf und

1940/1941 schliesst er das fünfte Jahr Theologie ab.

Es fällt auf, dass Peter Lafontaine bereits am 20. Dezember 1939 in Temuco durch Bischof Augusto Salinas Fuenzalida (der erst Ende 1939 von seiner Diözese Besitz ergriffen hatte) zum Priester geweiht wurde. Das würde bedeuten, dass er erst nach seiner Priesterweihe wenigstens ein Jahr (1940) zu studieren hatte. Doch wurde er (nach Mitteilung des Generalvikars von Temuco) schon am 23 Dezember 1939, unmittelbar nach seiner Priesterweihe, zum Pfarrer von Galvarino ernannt.

Der Kurzartikel in der Revista Catolica nennt den 21. Dezember 1940 als Priesterweihetag, was mit dem Studienabschluss (Ende 1940) übereinstimmen würde. Auch ist Bischof Salinas noch bis zum 9. Februar 1941 in Temuco. Ich weiss heute nicht mehr, ob ich das Weihedatum aus Ihren Mitteilungen übernommen habe. Wenn ein Primizbildchen erhalten ist, kann das Rätsel gelöst werden.

Vor 1938 taucht der Name Peter Lafontaine nicht in den Efemerides auf. Das stimmt überein mit der Tatsache, dass er 1937 im Kolleg Clementino von Paderborn belegt ist und mit dem Datum der Tonsur am 1. März 1938 als Eingliederung in den Klerus der Diözese San José von Temuco.

Die beiden Fotos schickte mir P. Marcos Uribe per E-mail und ich brauchte eine E-Mail-Anschrift, um Ihnen die beiden Fotos senden zu können.

Für heute die besten Grüsse und ich hoffe, dass ich nicht noch mehr Kopfzerbrechen bereitet habe.

P. Jorge José Falch Frey

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