{"id":871,"date":"2012-03-28T06:58:04","date_gmt":"2012-03-28T05:58:04","guid":{"rendered":"http:\/\/peter-burg.de\/?page_id=871"},"modified":"2015-05-14T13:55:22","modified_gmt":"2015-05-14T11:55:22","slug":"biographisches","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/peter-burg.de\/wordpress\/wadgasser-geistliche\/peter-lafontaine\/biographisches","title":{"rendered":"Biographisches"},"content":{"rendered":"<p>Biographisches zu Peter Lafontaine<\/p>\n<p>24.5.1953 Primiz des seit 1937 in Chile t\u00e4tigen Peter Lafontaine in Differten.<\/p>\n<p>Bisch\u00f6fliches Ordinariat<\/p>\n<p>Nr. A 11 962 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0(14b) Rottenhurg (Neckar), 1.Dezember 1959<\/p>\n<p>Fernruf 24l<\/p>\n<p>Bei der Antwort bitte diese Nr. angeben<\/p>\n<p>Hochw. Herrn<\/p>\n<p>Pfarrer Peter Lafontaine<\/p>\n<p>N e n n i n gen<\/p>\n<p>Kr. G\u00f6ppingen<\/p>\n<p>Betr.: Gewinnung spanischer Jungpriester f\u00fcr den Dienst in unserer Di\u00f6zese<\/p>\n<p>Beil.: Bisch\u00f6fliches Empfehlungsschreiben mit 20 Mehrfertigungen<\/p>\n<p>Zelebret f\u00fcr Spanien<\/p>\n<p>Auf Grund Ihrer Verbindungen mit spanischen Geistlichen erteilen wir Euer Hochw\u00fcrden hiermit den Auftrag zu einer Reise nach Spanien mit dem Zweck, mit den dortigen Bisch\u00f6fen \u00fcber eine Freistellung spanischer Jungpriester f\u00fcr den Dienst in der Rottenburger Di\u00f6zese zu verhandeln. F\u00fcr diesen Auftrag geben wir Ihnen folgende Weisungen:<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">1. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Berufung ausl\u00e4ndischer Priester <\/span><\/p>\n<p>Seit Kriegsende sind mehr als 400 000 vertriebene Glaubensbr\u00fcder aus den Ostgebieten Europas in das Di\u00f6zesangebiet eingestr\u00f6mt und haben sich im vorwiegend evangelischen Nordw\u00fcrttemberg niedergelassen. Seit dem wirtschaftlichen Aufstieg der Bundesrepublik sind au\u00dferdem \u00fcber 300 000 Arbeitssuchende aus den Notstandsgebieten der Bundesrepublik und der Sowjetzone in diesen Raum zugezogen, wo sie dank der Industrialisierung bessere Arbeitspl\u00e4tze erhalten haben. Seit 1930 hat sich infolgedessen die Katholikenzahl der Di\u00f6zese nahezu verdoppelt (1930: rund 800 000 &#8211; 1958: \u00fcber 1,5 Millionen). Um den zugezogenen Glaubensbr\u00fcdern den Kontakt mit dem kirchlichen Leben zu erhalten, mu\u00dften seit 1948 mehr als 220 neue Kirchen und Kapellen erbaut werden; weitere 200 sind in Vorbereitung. Der Nachwuchs aus unseren Seminarien und Konvikten w\u00e4re f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse der alten Di\u00f6zese ausreichend. Er gen\u00fcgt aber nicht mehr, um die vielen neugegr\u00fcndeten Stellen zu versorgen und den Ausfall der in zwei Weltkriegen gefallenen Priester und Theologen zu decken. Von den anderen deutschen Di\u00f6zesen kann eine Hilfe nicht erwartet werden, da sie entweder \u00e4hnliche Verh\u00e4ltnisse aufweisen, oder unter einem noch<\/p>\n<p>&#8211; 2 &#8211;<\/p>\n<p>empfindlicheren Priestermangel leiden. Aus diesem Grunde haben wir uns entschlossen, die spanischen Bisch\u00f6fe um ihre Hilfe anzugehen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">2. Die rechtliche Regelung der \u00dcbernahme spanischer Priester <\/span><\/p>\n<p>Eine wirksame Hilfe in unserer derzeitigen Priesternot w\u00e4re uns geschenkt, wenn Euer Hochw\u00fcrden es gel\u00e4nge, die Freistellung einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl spanischer Jungpriester durch ihre Ordinarien zu erreichen. F\u00fcr die \u00dcbernahme dieser Priester in unseren Di\u00f6zesandienst ist folgende Regelung vorgesehen:<\/p>\n<p>a) diese Priester sollen <span style=\"text-decoration: underline;\">ihrer Heimatdi\u00f6zese inkardiniert<\/span> bleiben, von ihr jedoch <span style=\"text-decoration: underline;\">f\u00fcr die Dauer von 5 Jahren freigestellt <\/span>werden.<\/p>\n<p>b) Zur Erlernung der deutschen Sprache und zur Einf\u00fchrung in unsere Seelsorgsverh\u00e4ltnisse (Homiletik, Katechetik, Beichtpraxis), erhalten sie <span style=\"text-decoration: underline;\">im ersten Jahr<\/span> eine besondere Ausbildung, und zwar abwechselnd in <span style=\"text-decoration: underline;\">2 &#8211; 3 monatigen Kursen in einem kirchlichen Heim <\/span>sowie in einer <span style=\"text-decoration: underline;\">ebenso langen Hospitantenzeit auf einer geeigneten Pfarrei<\/span>. Neben freier Kost und Wohnung kann ihnen in diesem Jahr ein monatliches Gratial von DM 80,&#8211; gereicht werden.<\/p>\n<p>c) <span style=\"text-decoration: underline;\">Vom zweiten Jahr an<\/span> werden sie zu <span style=\"text-decoration: underline;\">vicarii cooperatores<\/span> auf besonders ausgew\u00e4hlten Posten ernannt. Von dieser Ernennung an erhalten sie die vollen Bez\u00fcge der einheimischen Jungpriester. Sie bekommen damit nach dem derzeitigen Stand je nach dem Weihealter bei freier Kost und Verpflegung einen monatlichen Gehalt von DM 189,&#8211; bis DM 234,&#8211;. Au\u00dferdem erhalten sie j\u00e4hrlich einmal einen Reisezuschu\u00df f\u00fcr eine eventuelle Heimatreise von DM 120,&#8211;.<\/p>\n<p>d) Sie werden w\u00e4hrend ihrer T\u00e4tigkeit in der Di\u00f6zese durch einen <span style=\"text-decoration: underline;\">spanisch sprechenden Di\u00f6zesanpriester<\/span> besonders betreut und als au\u00dferordentliche Mitglieder in der Priesterkrankenkasse St. Martinus gegen Krankheit versichert. Als Jahresurlaub werden ihnen wie den einheimischen Jungpriestern 3 Wochen gew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>e) <span style=\"text-decoration: underline;\">Nach Ablauf von 5 Jahren<\/span> k\u00f6nnen sie wieder in ihre Heimatdi\u00f6zese zur\u00fcckkehren. F\u00fcr die heimkehrenden Priester sollen dann wieder neue Jungpriester gewonnen werden.<\/p>\n<p>3. <span style=\"text-decoration: underline;\">Weisungen f\u00fcr die Werbearbeit<\/span><\/p>\n<p>a) Auf Grund Ihrer Vorarbeiten werden Euer Hochw\u00fcrden mit Ihrer Werbet\u00e4tigkeit zun\u00e4chst bei den Ihnen bereits bekannten und<\/p>\n<p>&#8211; 3 &#8211;<\/p>\n<p>durch Mittelsm\u00e4nner zug\u00e4nglichen Di\u00f6zesen beginnen. Je nach Notwendigkeit werden Sie von dort aus weitere Di\u00f6zesen aufsuchen. \u00dcber den Erfolg Ihrer Bem\u00fchungen wollen Sie uns durch kleine Zwischenberichte auf dem Laufenden halten.<\/p>\n<p>b) Bei den Verhandlungen mit den spanischen Ordinarien wollen Sie in kluger und diskreter Weise auf eine gute Auswahl der Kandidaten dringen. Die Erlernung der deutschen Sprache und ihre Meisterung in Predigt, Religionsunterricht und Seelsorge sowie die Umstellung auf die Diasporaverh\u00e4ltnisse unserer Di\u00f6zese erfordert hinreichend begabte und anpassungsf\u00e4hige Priester mit einem guten Berufsgeist. Es wird Ihrem Anliegen n\u00fctzlich sein, wenn Sie auf die sch\u00f6ne Mission hinweisen, welche die spanischen Priester in unserer Di\u00f6zese erf\u00fcllen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>c) Die vorgesehene Ausbildung ist bei einer Meldung von etwa 30 Jungpriestern rentabel; doch k\u00f6nnen wir f\u00fcrs erste bis zu 50 Jungpriester aufnehmen. Der erste Einf\u00fchrungskurs k\u00f6nnte am<span style=\"text-decoration: underline;\"> 15.M\u00e4rz 1960<\/span> beginnen.<\/p>\n<p>d) \u00c4ltere Priester, die der deutschen Sprache bereits kundig und f\u00fcr einen Dienst in unserer Di\u00f6zese geeignet sind, k\u00f6nnen unabh\u00e4ngig von dieser Werbeaktion f\u00fcr 1 &#8211; 2 Jahre in unsere Dienste treten.<\/p>\n<p>e) Im Falle eines erfolgreichen Ausgangs Ihrer Verhandlungen k\u00f6nnen Sie eine direkte F\u00fchlungnahme des Bischofs und seiner Mitarbeiter in Aussicht stellen.<\/p>\n<p>Wir w\u00fcnschen Euer Hochw\u00fcrden f\u00fcr die kommenden Wochen Gottes Schutz und Segen f\u00fcr die Reise und beten mit Ihnen f\u00fcr einen erfolgreichen Ausgang Ihrer Sendung.<\/p>\n<p>Unterz. Carl Joseph<\/p>\n<p>Bischof<\/p>\n<p><strong>Diamantenes Priesterjubil\u00e4um von Pfarrer i.R. Herr Peter Lafontaine <\/strong><\/p>\n<p>Anl\u00e4\u00dflich seines Jubil\u00e4ums erz\u00e4hlt Pastor Peter Lafontaine aus seinem<\/p>\n<p>Leben in Chile:<\/p>\n<p>&lt;Bild mit Chilenen vor einer H\u00fctte&gt;<\/p>\n<p>Meine Priesterweihe fand im S\u00fcden von Chile in Temuco, der Hauptstadt der Indianer, statt. Am 21.12.1940 wurde ich von Bischof Augusto Salinas Fuenzalida zum Priester geweiht. Gleich zwei Tage sp\u00e4ter, ein Tag vor Hl. Abend, bekam ich dann meine eigene Pfarrei. Das Pfarrhaus war ein alter ausgedienter Lagerschuppen mit Lehmboden. Es herrschten dort sehr \u00e4rmliche Verh\u00e4ltnisse. Die Chilenen waren alle sehr arm. Die Ausl\u00e4nder, Franzosen, Engl\u00e4nder und die Spanier waren die Gro\u00dfgrundbesitzer. Sie hatten das Geld.<\/p>\n<p>Meine Di\u00f6zese umfa\u00dfte ein Gebiet von ca. 620 Quadratkilometer. Das ist eine Fl\u00e4che halb so gro\u00df wie das Saarland. Mein einziges Fortbewegungsmittel war ein alter Ackergaul namens Sarabier. Er wurde mir von einem Bauern ausgeliehen. Immer wenn ich ihn brauchte stand er mir zur Verf\u00fcgung. Sp\u00e4ter bekam ich dann einen Vollblutaraber. Das war ein sch\u00f6nes Pferd. Ich hatte ein gro\u00dfes Gebiet zu betreuen. Da lagen manchmal 10 Stunden Reitweg zwischen den einzelnen H\u00e4usern. Der Weg war teilweise sehr schlammig, daher sehr schwierig zu begehen. Da fallt mir noch ein altes finnisches Lied ein, das ich oft gesungen habe: &#8222;Wir reiten und reiten und singen im Herzen die bitterste Not. Die Sehnsucht will uns bezwingen, aber wir reiten die Sehnsucht tot&#8220;.<\/p>\n<p>Die Chilenen waren trotz ihrer Armut sehr gastfreundlich. An hohen Festtagen kamen die Gl\u00e4ubigen mit ihren Babys in die Kirche. Ich kann mich erinnern, da\u00df wir an einem Sonntag etwa 20-40 Kindstaufen hatten. Die Chilenen sind gro\u00dfe Marienverehrer. Es gibt dort viele Mariens\u00e4ulen, so wie in Trier.<\/p>\n<p>13<\/p>\n<p>La Revista Catolica, Juli\/September 2005<\/p>\n<p>Zur Erinnerung und als Beispiel<\/p>\n<p><strong>Peter Martin Lafontaine Hirtz<\/strong><\/p>\n<p>*12.11.1912 &#8211; +07.06.2005<\/p>\n<p>Ein deutscher Priester, der der Di\u00f6zese Tomuco angeh\u00f6rte. Peter Martin Lafontaine wurde am 12. November 1912 geboren. Er stammt aus einer katholischen Familie, die sich der Kirchengemeinde von Differten\/Saar (Deutschland) eng verbunden f\u00fchlte. Seine Eltern waren Christoph Lafontaine und Barbara Hirtz. Zwischen 1919 und 1927 besuchte er die Volksschule seines Heimatdorfes. Er geh\u00f6rte der katholischen Jugendbewegung an und war deren Leiter in der Pfarrei. Von 1928 bis 1934 besuchte er das humanistische Gymnasium in Saarlouis und trat dann in das Priesterseminar des Bistums Trier ein. Er verlie\u00df das Seminar, studierte in M\u00fcnchen weiter und danach im bisch\u00f6flichen Kolleg in Paderborn (1937).<\/p>\n<p>Mit Erlaubnis des Trierer Bischofs legte er am 1. M\u00e4rz 1938 sein Priestergel\u00fcbde zum Dienst in der Di\u00f6zese Sankt Josef von Temuco ab und erhielt die Tonsur. Am bisch\u00f6flichen Seminar von Santiago und an der Theologischen Fakult\u00e4t beendete er nach zwei Jahren sein Theologiestudium und lernte perfekt die spanische Sprache.<\/p>\n<p>Er wurde am 21. Dezember 1940 vom Bischof Augusto Salinas Fuenzalida zum Priester geweiht. In Galvarino feierte er sein erstes Messopfer und blieb dort als Pfarrer in der Gemeinde, die f\u00fcr viele Jahre eine Priestervakanz hatte. Die Armut, die ihn umgab, war gro\u00df, doch die apostolische Begeisterung des jungen Pfarrers war gr\u00f6\u00dfer. Im September 1939 hatte schon der Zweite Weltkrieg begonnen, was ihm den Kontakt zu seiner Familie in Deutschland unm\u00f6glich machte. Anfang Juli 1943 wurde er zum Gemeindepfarrer in Puren ernannt. Diese Gemeinde hat er f\u00fcr immer in sein Herz geschlossen.<\/p>\n<p>Nach dem Krieg kam seine Schwester Barbara zu ihm, um bei ihm zu bleiben. Jetzt erhielt er Spenden von seiner Familie und er konnte ein Pfarrhaus bauen. Er versch\u00f6nerte die Kirche und das Gemeindehaus und er regte das Laienapostolat der \u201eAccion Catolica&#8220; an.<\/p>\n<p>Mit dem Klerus der Di\u00f6zese stand er in gutem Kontakt; ganz besonders war er mit dem Pfarrer Guido Rodriguez Letelier befreundet. Dieser erz\u00e4hlte uns die folgende Geschichte: Sein Pferd .Malacara&#8216; (b\u00f6ses Gesicht) wurde fast wie ein Mensch angesehen. Au\u00dfer ihm duldete es keinen andern Reiter auf seinem R\u00fccken. Ihm jedoch diente es viele Jahre hindurch auf seinen seelsorgerlichen unwegsamen Reisen, die ihn gar \u00fcber die Grenzen seiner Pfarrei hinausf\u00fchrten. So unterst\u00fctzte er gar in Lanalhue, auf der gegen\u00fcberliegenden Seite der Kordillieren von Nahuelbuta, weit vom Sitz seiner Pfarrei entfernt, den Pfarrer von Conete.<\/p>\n<p>Im Jahre 1956, als er 44 Jahre alt und bereits 16 Jahre Priester war, beschloss er nach Deutschland zur\u00fcckzukehren. Er leistete nun seinen Priesterdienst im Bistum Rottenburg, in das er am 15. Februar 1957 aufgenommen wurde. Zun\u00e4chst wirkte er als Gemeindepfarrer in Nenningen, ab dem 16. Juli 1961 als Priester in der Stadt Brackenheim. Elf Jahre lang, von 1970 bis 1981, bekleidete er das Priesteramt in der Gemeinde Bu\u00dfmannshausen und Gro\u00dfschaffhausen.<\/p>\n<p>Ab dem 1. Oktober 1981 weilte er, vom Dienst befreit, in Dillingen\/Saar. Dort wurde er am 7. Juni 2005 von Gott, unserm Herrn. zu sich in sein ewiges Reich aufgenommen. Die Totenmesse wurde am 11. Juni 2005 gefeiert. Seine sterblichen \u00dcberreste ruhen auf dem Friedhof seines Geburtsortes Wadgassen-Differten.<\/p>\n<p><strong>Pastor Peter Lafontaine ist tot &#8211; er lebt bei Gott <\/strong><\/p>\n<p>Es war ein Segen f\u00fcr unser Haus: Als Pastor Peter Lafontaine 1982 pensioniert wurde, w\u00e4hlte er als Altersruhesitz Dillingen. Mit seiner Schwester Barbara, die ihn zeitlebens in der Seelsorge begleitet hatte, bezog er zun\u00e4chst eine Wohnung in der Steinmetzstra\u00dfe. Sp\u00e4ter wurden die Geschwister selbst Bewohner unseres Altenheims St. Franziskus, in dessen Kapelle er t\u00e4glich die heilige Messe feierte und deren Bewohner er seelsorglich nach Kr\u00e4ften begleitete. Es war f\u00fcr mich tief beeindruckend, wie er selbst schon schwer gezeichnet, am Sterbebett seiner Schwester ihr Mut zusprach und ihr die Hoffnung gab: Es wird schon alles gut!<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr haben wir seine Schwester zum Grab begleitet. Am 7. Juni diesen Jahres haben wir an seinem Sterbebett gestanden und die Komplet seines Lebens f\u00fcr ihn gebetet: &#8222;Vater, in deine H\u00e4nde empfehle ich meinen Geist.&#8220; Am 11. Juni haben wir ihn auf dem Friedhof in Differten neben seiner Schwester Barbara begraben.<\/p>\n<p>Dass Pastor Lafontaine immer den Kontakt zu seiner Heimatpfarrei pflegte, in der er getauft wurde und seine Primiz gefeiert hat, zeigte sich in der gro\u00dfen Anteilnahme an seiner Beerdigung. Die Feuerwehr hielt Ehrenwache, der Kirchenchor gestaltete das Requiem musikalisch. Sonst hei\u00dft es ja, dass man im Alter von 91 Jahren kaum noch Begleiter bei der Beerdigung habe. Es war ergreifend, die Dankbarkeit ihm gegen\u00fcber zu erleben. Auch aus unserem Altenheim waren etliche, die es m\u00f6glich machen konnten, bei seinem Abschied dabei, darunter auch die beiden letzten Oberinnen, Schwester Florentine und Schwester Edeltrud.<\/p>\n<p>Der Bischof von Trier, Dr. Reinhard Marx hatte mich beauftragt, ein Gedenken und ein Dankeswort f\u00fcr Pastor Lafontaine zu sprechen. Ich konnte es gut mit meiner Erfahrung als fr\u00fcherer Pfarrer von Heilig Sakrament belegen: Er pflegte den Kontakt zur Pfarrei durch h\u00e4ufigen Besuch im Saardom, besonders bei den Sonntagsvespern; er hatte dort seinen Beichtstuhl; er war stets in &#8222;Reichweite&#8220;, wenn in benachbarten Pfarreien liturgische und seelsorgliche Hilfe n\u00f6tig war. Der tiefgl\u00e4ubige Priester trat auch in vielen Zeitungsartikeln entschieden f\u00fcr seinen Glauben ein.<\/p>\n<p>Heute ist es kaum noch vorstellbar: Vor 70 Jahren gab es zu viele Bewerber f\u00fcr den Priesterberuf. Das Priesterseminar in Trier nahm nur die &#8222;allerbesten&#8220; Abiturienten auf. Ebenso die anderen Ausbildungsst\u00e4tten in Deutschland. Peter Lafontaine begann sein philosophisches und theologisches Studium in Paderborn, wechselte dann aber nach Chile. Am 24. Dezember 1940 wurde er dort zum Priester geweiht und wurde an Weihnachten gleich in seine erste Pfarrei eingef\u00fchrt. In dem ausgedehnten Bezirk war er viel mit dem Pferd unterwegs.<\/p>\n<p>Dank seiner Spanisch &#8211; Kenntnisse konnte er auch sp\u00e4ter viel vermitteln; wird doch diese Sprache von den meisten Menschen dieser Erde gesprochen. &#8222;Padre Pedro&#8220; hielt auch nach seinem Abschied von Chile Kontakt dorthin; er bekam bis zu seinem letzten Lebensjahr viele Besuche aus diesem Land, das er zeit seines Lebens unterst\u00fctzte.<\/p>\n<p>Nach dem 2. Weltkrieg hatten sich die Verh\u00e4ltnisse gewandelt. Viele Priester und Priesterseminaristen waren im Krieg geblieben; die deutschen Bisch\u00f6fe nahmen &#8222;R\u00fcckkehrwillige&#8220; wieder gern auf. 1956 zog Peter Lafontaine mit seiner Schwester Barbara ins Schwabenland. lm Namen von Dr. Gebhard F\u00fcrst, dem Bischof von Rottenburg Stuttgart, durfte ich auch f\u00fcr diesen Dienst in zwei Pfarreien-Gemeinschaften seinen Dank aussprechen. Der Bischof bescheinigte Peter Lafontaine einen tiefen Glauben und einen gro\u00dfen seelsorglichen Eifer.<\/p>\n<p>5<\/p>\n<p>Priester ist man nicht f\u00fcr sich. Ein Priester, der &#8222;allen alles&#8220; sein will, braucht R\u00fcckhalt in einer Gemeinschaft. Pastor Lafontaine fand ihn bei der Priestergemeinschaft &#8222;Unio apostolica&#8220;. Der Pfarrer von Saarburg, Peter Leick, dankte Pastor Lafontaine f\u00fcr sein br\u00fcderliches Miteinander. Pastor Lafontaine hat gerne die Eucharistie gefeiert, Tod und Auferstehung Jesu Christi. F\u00fcr ihn haben wir im Altenheim gleich an seinem Sterbetag die heilige Messe gehalten und dabei Lob und Dank an Gott, den Geber des Lebens, verk\u00fcndet. In den zwanzig Jahren seines Wirkens bei uns war er ein Segen f\u00fcr uns. Er soll es bleiben.<\/p>\n<p>Warnfried Bartmann<\/p>\n<p>&lt;Bild Peter Lafontaine im Ornat&gt;<\/p>\n<p>Trostgedanken<\/p>\n<p>Wenn ich einmal tot bin,<\/p>\n<p>sollst Du nicht um mich trauern.-<\/p>\n<p>Meine Liebe wird mich \u00fcberdauern,<\/p>\n<p>wird in fremden Kleidern<\/p>\n<p>Dir begegnen und Dich segnen.<\/p>\n<p>Lebe, lache,- habe Mut,<\/p>\n<p>mache Deine Sache gut!<\/p>\n<p>Joachim Ringelnatz<\/p>\n<p>6<\/p>\n<p>P FA R R B R I E F<\/p>\n<p>HL. SAKRAMENT<\/p>\n<p>DILLINGEN\/SAAR<\/p>\n<p>39. Jahrgang, Nr. 50<\/p>\n<p>32. Sonntag, im Jahreskreis<\/p>\n<p>9. November 1997<\/p>\n<p>Noch immer mit Freude im Dienste des Herrn<\/p>\n<p>Pfarrer i.R. Peter Lafontaine wird 85<\/p>\n<p>Peter Lafontaine wurde am 12.11.1912 als zehntes von elf Kindern in Differten geboren. Sein Vater war Steiger. Kindheit und Jugend Lafontaines waren durch das katholische Elternhaus gepr\u00e4gt. Nach dem Besuch der Volksschule und dem Abitur am St\u00e4dtischen Gymnasium in Saarlouis 1934 begann er seine theologischen Studien in Trier, M\u00fcnchen und Paderborn. Als in letztere Stadt ein deutschsprechender Priester aus S\u00fcdchile kam und um Theologen f\u00fcr die Di\u00f6zese Temuco warb, entschied er sich f\u00fcr ein Weiterstudium in Chile. An Silvester 1937 trat er in Hamburg die \u00dcberfahrt an. Eine dreit\u00e4gige Bekanntschaft mit der Gestapo in M\u00fcnchen und andere polizeiliche Schikanen erleichterten ihm den Abschied von seiner deutschen Heimat. An der Katholischen Universit\u00e4t in Santiago de Chile studierte er zusammen mit Seminaristen aus 14 Nationen und wurde am 21.12.1940 in Temuco zum Priester geweiht. Zwei Tage vor seiner Priesterweihe ernannte ihn der Bischof zum Pfarrer von Galvarino und f\u00fchrte ihn dort in der Primizmesse in der Hl. Nacht in sein Amt ein. Die Pfarrkirche war ein ausgedienter Lagerschuppen. Als er dort von amerikanischen Missionaren abgel\u00f6st wurde, bekam er die Pfarrei von Pur\u00e9n \u00fcbertragen, ein Gebiet von 620 Quadratkilometer &#8211; rund 28 mal so gro\u00df wie Dillingen einschlie\u00dflich Pachten und Diefflen. Pur\u00e9n war das einzige Dorf dieses gro\u00dfen Gebietes. Die \u00fcbrigen ca. 7000 Einwohner, zu denen ein paar Hundert Araukaner geh\u00f6rten, lebten zerstreut in einzelnen H\u00e4usern und H\u00fctten. Es gab keine ausgebauten Stra\u00dfen in diesem weiten Umfeld und nur ein feuriges Araberpferd machte es Peter Lafontaine m\u00f6glich, auch die letzten Winkel zu erreichen.<\/p>\n<p>Mit seiner Weihedi\u00f6zese und besonders mit seiner letzten Pfarrei pflegt Pastor Lafontaine bis heute noch einen sehr regen Kontakt. Nach seiner R\u00fcckkehr nach Deutschland wirkte Lafontaine 25 Jahre lang in der Di\u00f6zese Rottenburg-Stuttgart, wo er 1957 inkardiniert worden ist. Am 1. Oktober 1981 kam er zu uns in den Ruhestand nach Dillingen. Seither ist er als ehrenamtlicher Hausgeistlicher des Alten- und Pflegeheims St. Franziskus t\u00e4tig, ein Dienst, den er immer noch sehr gerne aus\u00fcbt und wof\u00fcr ihm ein ganz besonderer Dank gilt. Peter Lafontaine kann wirklich auf ein gesegnetes und reich e3rf\u00fclltes Priesterleben zur\u00fcckblicken. Seine Schwester Barbara, die mit ihm in Chile war und ihm seit 1947 den Haushalt f\u00fchrt, wurde vor kurzem in der Europahalle in Trier zusammen mit einigen anderen Haush\u00e4lterinnen f\u00fcr 50 Dienstjahre besonders geehrt.<\/p>\n<p>W\u00fcnschen wir dem r\u00fcstigen und mit seinen 85 Jahren immer noch mit Freude t\u00e4tigen Jubilar sowie auch seiner Schwester Barbara weiterhin eine stabile und gute Gesundheit, Freude, Zufriedenheit und Gottes reichen Segen.<\/p>\n<p>Helmut Koch<\/p>\n<p>MITI&#8217;WOCH, 24. DEZEMBER 1980 \/ NR. 298<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Pfarrgemeinden begl\u00fcckw\u00fcnschen ihren Seelsorger <\/span><\/p>\n<p><strong>Pfarrer Lafontaine vor 40 Jahren in Chile zum Priester geweiht <\/strong><\/p>\n<p>BUSSMANNSHAUSEN\/B\u00dcHL &#8211; Am 21. Dezember 1940 wurde Pfarrer Lafontaine in der Katheclrale von Temuco (Mittelchile) zum Priester geweiht. Am zweiten Weihnachtsfeiertag begl\u00fcckw\u00fcnschten die Pfarrgemeinden B\u00fchl und Bu\u00dfmannshausen ihren Seelsorger zum 40j\u00e4hrigen Priesterjubil\u00e4um. Mit Dank und im Gebet st\u00fctzen die Mitglieder der Pfarrgemeinden das seelsorgliche Wirken des Jubilars und geben ihm Mut f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<p>Pfarrer Lafontaine wurde am 12. November 1912 in Differten an der Saar geboren. Sein Vater war Bergmann und in der n\u00e4heren Umgebung war die F\u00f6rderung von Kohle eng verkn\u00fcpft mit seiner Kinder- und Schulzeit. Die humanistischen Studien absolvierte Peter Lafontaine am Gymnasium in Saarlouis. Den philosophisch-theologischen Studien oblag er an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Trier, an der Universit\u00e4t M\u00fcnchen und an der Philosophisch-Theologischen Akademie in Paderborn. \u00dcber das damalige Seminar f\u00fcr ,,Auslandsdeutsche-Seelsorge&#8220; in Paderborn kam er nach Chile, wo er dann an der bisch\u00f6flichen Universit\u00e4t in Santiago seine theologischen Studien abschlo\u00df.<\/p>\n<p>Am 21. Dezember 1840 empfing Peter Lafontaine in der Kathedrale von Temuco (in Mittelchile) die Priesterweihe. Gleich nach der Weihe wurde er zum Pfarrer ernannt und wirkte als solcher 15 Jahre in den Gemeinden von Galvarino und Pur\u00e9n in S\u00fcdchile. Es war keine leichte Zeit. Mit primitiven Mitteln und Einrichtungen mu\u00dfte die Glaubenslehre den dortigen Menschen nahegebracht werden. In der oft weglosen Gegend ging er als reitender Pfarrer in regelm\u00e4\u00dfigen Zeitabst\u00e4nden hinaus zu seinen weitverstreuten Pfarrstellen in den Bergen der Anden. Hierbei wurde er in all den Jahren von seiner Schwester als Katechetin wertvoll unterst\u00fctzt. Heute noch bestehen lebendige Verbindungen zu den dortigen Pfarreien, die durch \u00f6ftere Korrespondenz immer wieder erneuert werden.<\/p>\n<p>Anfang des Jahres 1956 kehrte er nach Deutschland zur\u00fcck und trat in den Dienst der Di\u00f6zese Rottenburg. Die Gemeinde Nenningen im Dekanat Deggingen war seine erste Pfarrstelle in Deutschland. Nach einigen Jahren wurde er zum Stadtpfarrer ernannt und vom Bischof an die Christus-K\u00f6nig-Pfarrei nach Brackenheim berufen. Durch den Tod von Pfarrer Bott in Bu\u00dfmannshausen im Jahre 1970 war die hiesige Pfarrstelle verwaist. In einer kirchlichen Zeitschrift hat er, so seine Erz\u00e4hlungen, erstmals den Namen Bu\u00dfmannshausen gelesen. Bei einer Besichtigung an einem herbstlichen Nachmittag hatte es ihm die friedliche Gemeinde angetan und er entschlo\u00df sich die Pfarrstelle der Doppelpfarrei Bu\u00dfmannshausen\/ Gro\u00dfschafhausen zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Am 1 Dezember 1970 war feierliche Investitur. Zehn Jahre wirkt nun Pfarrer Lafontaine in der Gemeinde, seit einigen Jahren auch in B\u00fchl. Mit weltweiter missionarischer Erfahrung gibt Pfarrer Lafontaine sein Wissen weiter. Die Pfarrgemeinden B\u00fchl und Bu\u00dfmanshausen begl\u00fcckw\u00fcnschen ihren Seelsorger zum 40j\u00e4hrigen Priesterjubil\u00e4um und kn\u00fcpfen daran die Hoffnung, da\u00df er weiterhin in Gesundheit ,,Hirte der Gemeinden\u201c bleiben m\u00f6ge.<\/p>\n<p>&lt;Daneben Bild mit Portr\u00e4t: Zehn Jahre wirkt Pfarrer Lafontaine als Seelsorger in Bu\u00dfmannshausen. Vor 40 Jahren wurde er zum Priester in Chile geweiht. &gt;<\/p>\n<p>\u00dcberherrn, den 15.07.2009<\/p>\n<p>Sehr geehrter Padre Jose Fa1ch Frey,<\/p>\n<p>herzlich danke ich Ihnen f\u00fcr Ihre Bem\u00fchungen und f\u00fcr die aufschlussreichen Ausk\u00fcnfte in Ihren Briefen. Ihre Lebensbeschreibung meines Onkels in der Zeitschrift &#8222;La Revista Catolica&#8220; und die Antworten des Generalvikars von Temuco, P. Marcos Uribe, auf meine Fragen hat mir inzwischen ein guter Bekannter unserer Familie, der 14 Jahre Schulleiter an deutschen Auslandsschulen in Bolivien und San Salvador war, ins Deutsche \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p>Zu meinem Fragenkatalog:<\/p>\n<p>Die erste Frage (Warum, wann und wie kam mein Onkel nach Chile?) hat mir inzwischen Monsignore Kunzler, Professor an der Philosophisch-Theologischen Universit\u00e4t Paderborn, schl\u00fcssig beantwortet. Schon 1936 geriet mein Onkel mit dem Hitlerregime in Konflikt. Nach Verh\u00f6ren durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo) musste er sich zu Diensten f\u00fcr Staat und Gesellschaft verpflichten. Er meldete sich zum Landdienst in Ostpreu\u00dfen, wurde jedoch in die SA eingegliedert. Schon in den ersten Wochen wehrte er sich gegen die Hasstiraden und Verunglimpfungen seiner Vorgesetzten gegen die katholische Kirche und ihre Priester. Er k\u00e4mpfte gegen das Verbot des sonnt\u00e4glichen Gottesdienstes und verlie\u00df unter Protest die SA.<\/p>\n<p>Als er dann seine theologischen Studien am Philosophisch-Theologischen Seminar in Paderborn fortsetzte, besuchte er auch das dort angebotene Seminar &#8222;Auslandsdeutsche Seelsorge&#8220; , in dem ein Theologe aus S\u00fcdchile (Temuco?) deutsche Priester f\u00fcr Chile warb. Mein Onkel ergriff wie Pater Kuhl und einige andere die Gelegenheit und zog nach Chile, wo er seine theologischen Studien abschloss. Leider wurden die Urkunden und Akten der Universit\u00e4t Paderborn in den Kriegswirren weitgehend vernichtet, so dass aus dieser Zeit N\u00e4heres nicht mehr zu ermitteln ist.<\/p>\n<p>Zur Frage 4:<\/p>\n<p>Mein Onkel gab den 21. 12. 1940 als den Tag seiner Priesterweihe an. So feierte er folgerichtig 1980 in der Pfarrei Bu\u00dfmannshausen sein 40j\u00e4hriges Priesterjubil\u00e4um und im Jahre 1990 sein goldenes Priesterjubil\u00e4um in seiner Heimatpfarrei Differten. Als Belege f\u00fcge ich Ihnen Fotokopien der \u201eBildchen&#8220;, die anl\u00e4sslich dieser Jubil\u00e4en verteilt wurden, bei.<\/p>\n<p>Zur Frage 7:<\/p>\n<p>In meiner Familie wird erz\u00e4hlt, dass der Gedanke, seine Schwester w\u00e4re nach seinem Tod unversorgt (weder Krankenkasse noch Rente), habe ihn bewogen, nach Deutschland zur\u00fcckzukehren.<\/p>\n<p>Mit der Auflistung des Studienganges meines Onkels in Chile haben Sie mir \u00fcber diesen Lebensabschnitt zur Klarheit verholfen und mich von einigem &#8222;Kopfzerbrechen&#8220; befreit.<\/p>\n<p>Die Anekdoten erinnerten uns wiederum daran, dass Onkel Peter ein lebensfroher und schlagfertiger Mensch war. Das Foto, das ihn auf seinem Pferd \u201eMala Cara&#8220; zeigt, h\u00e4ngt jetzt in unserer Wohnung.<\/p>\n<p>Nochmals danke ich Ihnen f\u00fcr Ihre Hilfe. Nach der Fertigstellung des Buches werde ich Ihnen ein Exemplar zuschicken.<\/p>\n<p>Sollten Sie einmal nach Deutschland kommen, w\u00fcrden wir Sie gerne als unseren Gast empfangen.<\/p>\n<p>Meine E-Mail Adresse: rauam@t-online.de<\/p>\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<\/p>\n<p>Brief des Generalvikars P. Marcus Uribe Gutierrez an Pater Falch<\/p>\n<p>Sehr geehrter Pater Falch,<\/p>\n<p>im Folgenden will ich versuchen Ihnen in Bezug auf Pfarrer Lafontaine zu helfen; ich hoffe, dass meine Ausf\u00fchrungen Ihnen dienlich sind.<\/p>\n<p>1. Warum, wann und wie kam der Student Peter Lafontaine nach Chile?<\/p>\n<p>Warum, wei\u00df ich nicht. Aber damals sprach man von vielen deutschen Seminaristen, die in den 30er Jahren, der Zeit Hitlers, nach Chile kamen, um ihre Studien abzuschlie\u00dfen. Unter ihnen waren die Pallotiner Xaver Hentzes und Josef Khul, die sp\u00e4ter in Temco wirkten, auch Pfarrer Wolfgang Walisfurt aus Puerto Montt und unter ihnen war auch Pfarrer Peter Lafontaine.<\/p>\n<p>2. Wo beendete er seine theologischen Studien: in Santiago oder\/und in Temuco?<\/p>\n<p>Ich bin sicher, dass er am Seminar in Santiago und an der theologischen Fakult\u00e4t der \u201cUniveridad Catolica&#8220; studierte. Tats\u00e4chlich beendete er seine Studien am Seminar von Santiago und an der dortigen theologischen Fakult\u00e4t. Er war Mitsch\u00fcler von Don Guido Rodriguez.<\/p>\n<p>3. Gibt es noch ein Foto aus dieser Zeit?<\/p>\n<p>Es gelang uns zwei Fotos zu bekommen, die dem Brief beiliegen: Das eine zeigt eine Gruppe von Katholiken aus Pur\u00e9n im Jahre 1947; das andere stammt aus dem Jahre 1955, es zeigt eine Taufe.<\/p>\n<p>4. Gibt es ein Dokument von seiner Priesterweihe und kann man davon eine Fotokopie erhalten?<\/p>\n<p>Es gibt kein Dokument von seiner Priesterweihe, doch das Datum seiner Ordinierug durch den Bischof von Temuco, Monsenor Augusto Salinas, am 20.Dezember 1939 steht fest. Nach dem Register der kirchlichen Erlasse wurde er am 23. Dezember 1939 zum Gemeindepfarrer von Galvarino ernannt, was er bis zum 15. Juni 1943 blieb.<\/p>\n<p>Am 3. Juli 1943 wurde er zum Gemeindepfarrer von Pur\u00e9n ernannt, wo er bis zum 21. Dezember 1955 wirkte.<\/p>\n<p>Eine Anekdote: Pfarrer Lafontaine war der einzige Priester der Di\u00f6zese, der von Bischof Salinas in seiner kurzen Amtszeit in Temuco ernannt wurde. Danach kam Bischof Menchaca, der unmittelbar nach Amtsantritt Don Guido Rodriguez zum Priester weihte. Scherzend behauptete Don Guido von sich, er sei der \u201ePrimogenito&#8220; ( Erstgeborene) von Bischof Don Alejandro Menchaca, woraufhin Don Pedro (Peter) einwarf, er sei der \u201eUnigenito&#8220; (einzige Sohn) von Bischof Salinas.<\/p>\n<p>5. Wie gro\u00df war die Pfarrei Pur\u00e9n, in der er 13 Jahre t\u00e4tig war (bez\u00fcglich Fl\u00e4chengr\u00f6\u00dfe und Einwohnerzahl)?<\/p>\n<p>Die Grenzen der Pfarrei haben sich zwar nicht ver\u00e4ndert, jedoch die Landschaft und die Stra\u00dfen. Die Pfarrei erstreckt sich, von Pur\u00e9n aus gesehen, in einem Umkreis von etwa 15 km. In der Zeit seines Wirkens gab es keine Wege, keine Br\u00fccken \u00fcber die B\u00e4che; es war unm\u00f6glich, die abgelegenen D\u00f6rfer, die zu seiner Pfarrei geh\u00f6rten, im Winter zu besuchen. Man konnte sie nur im Sommer und zu Pferd erreichen.<\/p>\n<p>Eine Anekdote: Man erz\u00e4hlt, dass der Pfarrer ein Pferd mit dem Namen Mala Cara (b\u00f6ses Gesicht) ritt, das im Dorf sehr bemannt war. Ein Priester aus Temuco, der Pfarrer Lafontaine noch kurz vor dessen Tod besuchte, erz\u00e4hlte, dass er in seiner Wohnung in Deutschland noch mit Stolz ein Foto aufbewahrte, das ihn mit seinem Pferd Mala Cara auf einem Ritt zu einem Indio-D\u00f6rfchen zeigte.<\/p>\n<p>6. Einmal erz\u00e4hlte Peter Lafontaine von weit abgelegenen Indio-D\u00f6rfern. Kann man dar\u00fcber mehr erfahren?<\/p>\n<p>Melinchique, Quilaco, Tranaman hei\u00dfen diese D\u00f6rfer, auf die sich ihre Frage bezieht. Heute liegen sie, nach Kilometern gemessen, nahe. Doch zu seiner Zeit lagen sie wegen des Fehlens von Stra\u00dfen und Wegen \u00e4u\u00dferst isoliert.<\/p>\n<p>7. Wei\u00df man etwas \u00fcber die Motive f\u00fcr seine R\u00fcckkehr nach Deutschland?<\/p>\n<p>Man sagt, dass seine Motive einen famili\u00e4ren Charakter trugen. Viele Jahre hindurch weilte seine Schwester Barbara hier bei ihm. Beide kehrten 1955 nach Deutschland zur\u00fcck und unterst\u00fctzten weiterhin das Bistum, die priesterliche Berufsausbildung, Seminaristen und die Pfarrei Pur\u00e9n.<\/p>\n<p>8. In seinen Unterlagen fand ich ein Schreiben an die Redaktion der &#8222;Deutschen Tagespost&#8220;, der bedeutendsten katholischen Zeitung in Deutschland, in dem er um die Erlaubnis bat, interessante theologische Artikel ins Spanische \u00fcbersetzen und in der chilenischen Zeitschrift &#8222;Comunio&#8220; ver\u00f6ffentlichen zu d\u00fcrfen. Diese Erlaubnis erhielt er Mitte der 90er Jahre. Ist Ihnen dazu etwas bekannt?<\/p>\n<p>Ich bin dabei in unseren Bibliotheken Nachforschungen anzustellen.<\/p>\n<p>F\u00fcr jede Art von Aufkl\u00e4rung \u00fcber diesen Fragenkatalog w\u00e4re ich Ihnen dankbar.<\/p>\n<p>Ich gr\u00fc\u00dfe herzlich im Namen unseres Herrn und w\u00fcnsche Ihnen frohe Ostern<\/p>\n<p>Pfarrer Marcos Uribe Gutierrez<\/p>\n<p>Maria Rauber<\/p>\n<p>Jutta von Hattstein Str. 23 D 66802 \u00dcberherrn<\/p>\n<p>15. 03. 2009<\/p>\n<p>Sehr geehrter Padre Jorge Jose Fa1ch Frey,<\/p>\n<p>ich bin die Nichte von Pfarrer Peter Lafontaine, der im Juni 2005 verstarb. Damals schrieben Sie einen Brief an das Pfarramt in Differten, in dem Sie um Informationen \u00fcber Pfarrer Lafontaines Wirken nach seiner R\u00fcckkehr nach Deutschland baten. 2005 korrespondierten wir miteinander.<\/p>\n<p>Heute wende ich mich mit einer Bitte an Sie. Ein enger Freund unserer Familie ist emeritierter Professor der Geschichte und schreibt gerade ein Buch \u00fcber die f\u00fcnf Priester, die aus der Heimatpfarrei Peter Lafontaines stammen. Dazu ben\u00f6tigt er genauere Informationen \u00fcber Lebensweg und Wirken meines Onkels Peter Lafontaine in Chile. Bei meinen bisherigen Recherchen bin ich leider auf einige widerspr\u00fcchliche Aussagen gesto\u00dfen, so dass ich nachfragen muss.<\/p>\n<p>F\u00fcr Antworten auf folgende Fragen (in deutsch oder spanisch) w\u00e4re ich Ihnen sehr dankbar:<\/p>\n<p>1. Warum, wann und wie kam mein Onkel nach Chile?<\/p>\n<p>2. Wo und wann hat er seine theologischen Studien absolviert: in Santiago oder \/ und in Temuco?<\/p>\n<p>3. Gibt es noch ein Foto von ihm aus dieser Zeit?<\/p>\n<p>4. Ist seine Priesterweihe in einer Urkunde belegt und k\u00f6nnten Sie mir davon eine Fotokopie zusenden?<\/p>\n<p>5. Wie gro\u00df war die Pfarrei Puren, in der er 13 Jahre wirkte, bez\u00fcglich der Gebietsgr\u00f6\u00dfe und der Einwohnerzahl?<\/p>\n<p>6. Er schreibt einmal, dass es viele Indianer in abgelegenen Communidades gab. K\u00f6nnen Sie mir Genaueres dazu mitteilen?<\/p>\n<p>7. Kennen Sie die Beweggr\u00fcnde meines Onkels f\u00fcr die R\u00fcckkehr nach Deutschland?<\/p>\n<p>8. In seinem Ruhestand hat er viele Artikel und Leserbriefe in diversen Zeitungen ver\u00f6ffentlicht. In seinen Unterlagen fand ich ein Schreiben an die Redaktion der Deutschen Tagespost, der bedeutendsten katholischen Zeitung in Deutschland, in dem er um die Erlaubnis bat, interessante theologische Artikel ins Spanische \u00fcbersetzen und in der chilenischen Zeitschrift Comunio ver\u00f6ffentlichen zu d\u00fcrfen. Diese Erlaubnis erhielt er Mitte der 90 er Jahre. Ist Ihnen etwas dazu bekannt?<\/p>\n<p>Bis an sein Lebensende hatte mein Onkel gute Kontakte zu:<\/p>\n<p>Sr. Padre Carlos Morales Grandon<\/p>\n<p>Pfarrer in Valparaiso, San Judas Tadeo<\/p>\n<p>Sr. Monsignore Bosagna<\/p>\n<p>Valparaiso ? Vina deI Mar?<\/p>\n<p>Fondacion Refugio de Cristo<\/p>\n<p>Sr. Obispo, Don Sergio Contreras Navia<\/p>\n<p>Temuco<\/p>\n<p>Zuletzt m\u00f6chte ich Ihnen noch sagen, dass mein Onkel sich lebenslang mit Chile verbunden f\u00fchlte. Bevor er starb, vermachte er in seinem Testament sein ganzes Verm\u00f6gen dem Bischof von Temuco f\u00fcr die Priesterausbildung. Ich w\u00fcnsche, dass er damit viel Gutes bewirkt hat.<\/p>\n<p>In der Hoffnung, dass Sie meine Fragen beantworten k\u00f6nnen, gr\u00fc\u00dfe ich Sie herzlich<\/p>\n<p>Liebe Frau Maria Rauber<\/p>\n<p>Santiago, den 26. Mai 2009<\/p>\n<p>In der Hoffnung, dass Sie meinen vorausgegangenen Brief mit der kurzen Lebensbeschreibung Ihres Onkels (in der Zeitschrift &#8222;La Revista Catolica&#8220;) erhalten haben, schicke ich Ihnen heute die Antwort des Generalvikars von Temuco. P. Marcos Uribe.<\/p>\n<p>Zur Frage Nr. 8: Ver\u00f6ffentlichungen in der Zeitschrift Comunio konnte ich in der Seminarbiblothek keine Anhaltspunkte finden. Allerdings ist die Sammlung auch nicht vollst\u00e4ndig, sodass es nicht ganz ausgeschlossen ist.<\/p>\n<p>Das Studium von Peter Lafontaine im Seminario Pontificio von Santiago kann<\/p>\n<p>In den Efemerides verfolgt werden<\/p>\n<p>1938\/1939 ist er im dritten Jahr Theologie verzeichnet.<\/p>\n<p>1939\/1940 taucht er im vierten Jahr Theologie auf und<\/p>\n<p>1940\/1941 schliesst er das f\u00fcnfte Jahr Theologie ab.<\/p>\n<p>Es f\u00e4llt auf, dass Peter Lafontaine bereits am 20. Dezember 1939 in Temuco durch Bischof Augusto Salinas Fuenzalida (der erst Ende 1939 von seiner Di\u00f6zese Besitz ergriffen hatte) zum Priester geweiht wurde. Das w\u00fcrde bedeuten, dass er erst nach seiner Priesterweihe wenigstens ein Jahr (1940) zu studieren hatte. Doch wurde er (nach Mitteilung des Generalvikars von Temuco) schon am 23 Dezember 1939, unmittelbar nach seiner Priesterweihe, zum Pfarrer von Galvarino ernannt.<\/p>\n<p>Der Kurzartikel in der Revista Catolica nennt den 21. Dezember 1940 als Priesterweihetag, was mit dem Studienabschluss (Ende 1940) \u00fcbereinstimmen w\u00fcrde. Auch ist Bischof Salinas noch bis zum 9. Februar 1941 in Temuco. Ich weiss heute nicht mehr, ob ich das Weihedatum aus Ihren Mitteilungen \u00fcbernommen habe. Wenn ein Primizbildchen erhalten ist, kann das R\u00e4tsel gel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>Vor 1938 taucht der Name Peter Lafontaine nicht in den Efemerides auf. Das stimmt \u00fcberein mit der Tatsache, dass er 1937 im Kolleg Clementino von Paderborn belegt ist und mit dem Datum der Tonsur am 1. M\u00e4rz 1938 als Eingliederung in den Klerus der Di\u00f6zese San Jos\u00e9 von Temuco.<\/p>\n<p>Die beiden Fotos schickte mir P. Marcos Uribe per E-mail und ich brauchte eine E-Mail-Anschrift, um Ihnen die beiden Fotos senden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr heute die besten Gr\u00fcsse und ich hoffe, dass ich nicht noch mehr Kopfzerbrechen bereitet habe.<\/p>\n<p>P. Jorge Jos\u00e9 Falch Frey<\/p>\n<p><a title=\"Zur \u00dcbersichtsseite\" href=\"https:\/\/peter-burg.de\/wordpress\/wadgasser-geistliche\/peter-lafontaine\" target=\"_self\">Weitere Informationen zu Peter Lafontaine<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Biographisches zu Peter Lafontaine 24.5.1953 Primiz des seit 1937 in Chile t\u00e4tigen Peter Lafontaine in Differten. Bisch\u00f6fliches Ordinariat Nr. A 11 962 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0(14b) Rottenhurg (Neckar), 1.Dezember 1959 Fernruf 24l Bei der Antwort bitte diese Nr. angeben Hochw. Herrn Pfarrer Peter Lafontaine N e n n i n gen Kr. 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