{"id":801,"date":"2012-03-13T09:29:04","date_gmt":"2012-03-13T08:29:04","guid":{"rendered":"http:\/\/peter-burg.de\/?page_id=801"},"modified":"2015-05-14T13:56:06","modified_gmt":"2015-05-14T11:56:06","slug":"sonstige-quellen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/peter-burg.de\/wordpress\/zollverein-zoll-schmuggel\/quellensammlung\/sonstige-quellen","title":{"rendered":"Sonstige Quellen"},"content":{"rendered":"<p>Quellen und Literatur<\/p>\n<p>&lt;Anonym&gt; Der Zollverein (1834), in: Das Biedermeier im Spiegel seiner Zeit\u201c. Briefe, Tageb\u00fccher, Memoiren, Volksszenen und \u00e4hnliche Dokumente, gesammelt von Georg Hermann, Berlin 1913, S. 391f.<\/p>\n<p>DER ZOLLVEREIN (1834)<\/p>\n<p>Ach, deutscher Michel, freu&#8216; dich,<\/p>\n<p>Jetzt kannst du lustig sein!<\/p>\n<p>Wir haben uns nun leidlich<\/p>\n<p>Geeint im Zollverein.<\/p>\n<p>Man hat dich lang turbieret<\/p>\n<p>Mit Maut und Zoll aufs best&#8216;,<\/p>\n<p>Den Sack dir visitieret<\/p>\n<p>In jedem Rattennest.<\/p>\n<p>Man zog dir aus die Hosen,<\/p>\n<p>Ob nichts akzisbar drein,<\/p>\n<p>Guckt gar in deinen Blo\u00dfen<\/p>\n<p>Mit der Latern&#8216; hinein.<\/p>\n<p>Das hat nun aufgeh\u00f6ret,<\/p>\n<p>Du kn\u00f6pfst die Jacke zu,<\/p>\n<p>Kein Teufel mehr durchst\u00f6ret<\/p>\n<p>Dir Hosen, Hemd und Schuh.<\/p>\n<p>O Deutschland, rost&#8217;ge Hechel!<\/p>\n<p>Dein ewiges Geropf<\/p>\n<p>Strich deinem guten Michel<\/p>\n<p>Das beste Haar vom Kopf.<\/p>\n<p>Jetzt kann er doch verschnaufen,<\/p>\n<p>Geht er durchs deutsche Land:<\/p>\n<p>Wir sind ein gro\u00dfer Haufen<\/p>\n<p>Und kriegen nun Verstand.<\/p>\n<p>Mehr woll&#8216; n wir heut nicht bitten,<\/p>\n<p>Ob wir vom Ziel gar weit;<\/p>\n<p>Gelitten und gestritten &#8211;<\/p>\n<p>Hat alles seine Zeit.<\/p>\n<p>(Anonym.)<\/p>\n<p>(Auszug aus unbekannter Neuedition S. 143).<\/p>\n<p>&lt;Anonym&gt; Die Zollverh\u00e4ltnisse Kurhessens. Den Kurhessischen Landst\u00e4nden gewidmet,\u00a0 Leipzig 1830.<\/p>\n<p>S. 40 &lt;illegaler Zwischenhandel:&gt;<\/p>\n<p>Zu einem solchen Handel bietet nun freilich die Provinz Hanau verm\u00f6ge ihrer \u00f6rtlichen Lage und der Beschaffenheit der Grenzen, Gelegenheit dar, und es mag seyn, da\u00df wenn ausl\u00e4ndische Waaren aller Art in die Provinz Hanau ganz frei eingef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, die benachbarten Staaten nicht wohl im Stande seyn d\u00fcrften, ihre Zoll-Linien gen\u00fcgend zu bewachen, und da\u00df es gelingen werde, auf manchen Punkten vielleicht bedeutende Quantit\u00e4ten ausl\u00e4ndischer Waaren, besonders Colonial-Waaren unbemerkt, mit Umgehung der in den benachbarten Staaten bestehenden Abgaben dorthin einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Hierauf kann jedoch wohl nie ein solides Gesch\u00e4ft gegr\u00fcndet werden, denn wenn auch dergleichen Beginnen hin und wieder gelingen mag, so ist doch ein Mi\u00dflingen zureichend, den durch viele gelungene Unternehmungen gewonnenen Vortheil auf einmal zu vernichten, auch l\u00e4\u00dft sich mit Bestimmtheit erwarten, da\u00df eine solche Handlungsweise sehr bald gerechte Beschwerden \/ S. 41 der Nachbarstaaten nach sich ziehen, und dieselben veranlassen werde, die strengsten Gegenmaasregeln zu ergreifen, und allen und jeden Verkehr mit der Provinz Hanau abzuschneiden.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem aber erw\u00e4chst aus einem solchen Handel offenbar kein allgemeiner Vortheil, sondern nur ein stets auf der gef\u00e4hrlichsten Spitze stehender Gewinn f\u00fcr einige Kaufleute und Spekulanten, welche sich auf dergleichen einzulassen geneigt sind, ein Gewinn, der auch nicht entfernt die gro\u00dfen Nachtheile aufwiegt, welche f\u00fcr mehrere wichtige Fabriken, allein aus der freien Zulassung des ausl\u00e4ndischen Branntweins, des Salzes, ausl\u00e4ndischer Manufaktur-Waaren ec. nothwendig folgen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Neben Allem diesen ergiebt sich indessen noch eine weitere, h\u00f6chst wichtige R\u00fccksicht, welche der Zulassung oder Beg\u00fcnstigung eines gesetzwirdrigen Handels in die Nachbarstaaten entgegen steht.<\/p>\n<p>Die Ausf\u00fchrung der Waaren in die angrenzenden Staaten kann nemlich, wenn hierbei \/ S. 42 Umgehung der gesetzlichen Abgaben beabsichtigt wird, nicht \u00f6ffentlich, nicht auf gangbaren Stra\u00dfen, sondern nur heimlich, auf Nebenwegen geschehen, und es ist hierbei die Mitwirkung von Menschen n\u00f6thig, welche nichts zu verlieren haben, Alles wagen, und sich selbst nicht scheuen, mit offener Gewalt zu Werke zu gehen, und die zur Grenzbewachung bestimmten Personen bei der Aus\u00fcbung ihrer Dienstpflicht mit den Waffen in der Hand anzugreifen.<\/p>\n<p>Die Sittlichkeit wird hierdurch auf gef\u00e4hrliche Weise untergraben, und es sammeln sich sehr bald in den Gegenden, in welchen Einschw\u00e4rzungen stattfinden, Haufen von Menschen, die, einem herumstreichenden Leben ergeben, die Arbeit scheuen, alle Schlupfwinkel kennen, sich daran gew\u00f6hnt haben, Gefahren entgegenzutreten, und auf jeden Wink, bei jeder Gelegenheit bereit sind, die Ordnung und Ruhe zu st\u00f6hren, der Staatsgewalt entgegenzutreten, und Pl\u00fcnderung und selbst Mord herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Welche traurige Folgen hieraus entstehen, dieses haben die neulichen beklagenswerthen Er\/S.43eignisse in der Provinz Hanau bewiesen, denn da\u00df die dort stattgehabten Excesse, die vorgefallenen Mi\u00dfhandlungen mehrerer Personen und Beh\u00f6rden, die Verletzungen des Eigenthums des Staats und mehrerer Privat-Personen, von den achtbaren Bewohnern der Provinz Hanau, von wirklichen Staatsb\u00fcrgern ausgegangen, oder nauch nur bef\u00f6rdert seyn sollten, da\u00df Staatsb\u00fcrger, welche gewohnt sind, sich redlich zu ern\u00e4hren, so verblendet seyn k\u00f6nnten, Ruhest\u00f6hrungen, Verletzungen der Sicherheit des Eigenthums und der Personen zu veranlassen, solches kann zur Ehre der eigentlichen Staatsb\u00fcrger auf keine Weise angenommen werden, vielmehr r\u00fchren jene strafbaren Handlungen unverkennbar von den Banden von Schmugglern her, welche sich, wenn gleich Beg\u00fcnstigung nicht stattfindet, in Folge der in einigen Nachbarstaaten angenommenen \u00fcberm\u00e4\u00dfig hohen Abgabens\u00e4tze, dennoch schon jetzt auf den Grenzen dieser Staaten eben so gebildet haben, wie solches anf\u00e4nglich auf den Preu\u00dfischen Zoll-Grenzen der Fall war.<\/p>\n<p>Diese Schmuggler-Haufen, welche in jeder Beziehung h\u00f6chst gef\u00e4hrlich sind, m\u00fcssen noth\/S.44 wendig die Aufmerksamkeit aller betheiligten Staatsregierungen auf sich ziehen, und es m\u00f6chte schon die von denselben zu besorgende Gef\u00e4hrdung der wichtigsten und h\u00f6chsten Interessen zureichenden Grund abgeben, einen gesetzwidrigen heimlichen Handel in benachbarten Staaten weder zu dulden, noch vielweniger zu\u00a0 beg\u00fcnstigen.<\/p>\n<p>Alles dieses ergiebt auch in Beziehung auf die Provinz Hanau, mit Ausnahme einiger in der N\u00e4he der Stadt Frankfurt gelegenen, in allen Verkehrs-Verh\u00e4ltnissen auf diese Stadt hingewiesenen, und deshalb schon jetzt aus den Zoll-Linien ausgeschlossenen Orte, da\u00df, so lange nicht die betreffenden Zoll-Linien wegfallen, in der Aufhebung der eignen Zoll-Linien nur mit Unrecht Verbesserung der Lage gesucht wird, vielmehr sind diese eigenen Zoll-Linien, so lange die ausw\u00e4rtigen Zoll-Linien fortbestehen, zum Schutz f\u00fcr die eigene Produktion in der Provinz Hanau, zur Sicherung des besseren Bestehens der Branntweinbrenner, der Weinbauer, der Eisenwerke, der Gewerbetreibenden und der Fabriken aller Art, unentbehrlich, und dabei nothwendige Bedingung, \/ S. 45 in die \u00fcbrigen Kurhessischen Lande, so wie die mit Kurhessen im Zoll-Verband stehenden Staaten freien Absatz zu erhalten, der von dem bekannten ausgezeichneten Gewerbflei\u00df der Stadt Hanau leicht dazu benutzt werden k\u00f6nnte, Fabriken zu gr\u00fcnden oder zu erweitern, welche sich durch die zu erwartende Beg\u00fcnstigung der eigenen Fabrikate unterst\u00fctzt, einen gewissen bedeutenden Absatz in das Gebiet des Zoll-Vereins versprechen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig stellt sich jedoch, so wie im Allgemeinen, bei den meisten deutschen Staaten, so auch besonders in den Verh\u00e4ltnissen der Provinz Hanau, das Dr\u00fcckende der von den deutschen Staaten gegen einander aufgestellten Zoll-Linien, der un\u00fcbersehbare Nachtheil, welcher hieraus in mehrfacher Beziehung entsteht, sehr eindringlich heraus, und es d\u00fcrfte ein w\u00fcrdiges Ziel der Wirksamkeit des Bundestages und der Bem\u00fchungen aller deutschen Staatsregierungen abgeben, durch Herstellung eines ganz freien Verkehrs zwischen allen deutschen Bundesstaaten, durch Wegr\u00e4umung der die n\u00e4chsten und noth\/S.46wendigsten Verbindungen st\u00f6hrenden Zoll-Linien zwischen den deutschen Staaten, dem \u00dcbel gr\u00fcndlich zu begegnen, und einem allgemein und tief gef\u00fchlten Bed\u00fcrfni\u00df vollst\u00e4ndigen abzuhelfen.<\/p>\n<p>&lt;Anonym&gt; Noch Etwas \u00fcber die Hessischen besonders Hanauischen Zollverh\u00e4ltnisse, Frankfurt 1830.<\/p>\n<p>S. 5 Die gewaltsame Zerst\u00f6rung der Licent\u00e4mter in der Provinz Hanau, nachdem man eine sechsj\u00e4hrige Erfahrung hinter sich hatte. Si ist zwar von der niedern Classe ausgegangen, aber, und dar\u00fcber die Beh\u00f6rden zu t\u00e4uschen, ist nicht der rechte Weg, vom ganzen gewerbtreibenden Publicum ist sie gern gesehen worden. Diese letztere beweisen noch insbesondere<\/p>\n<p>c) Die Petititonen der Gewerbtreibenden aller Gattungen \u2026<\/p>\n<p>S. 10 Was den unsoliden oder Schmuggelhandel betrifft, so ist der, der ins Ausland getrieben wird, f\u00fcr das Inland nur von pecuni\u00e4rem Vortheil. Er wird n\u00e4mlich, da er nur in kleinen Quantit\u00e4ten gef\u00fchrt wird, nicht von Inl\u00e4ndern, sondern von Ausl\u00e4ndern, die ein Gewerb daraus machen, betrieben. Dieser nun kann vom Inland seiner Natur nach nicht gehindert werden, und ist auch von den inl\u00e4ndischen Beh\u00f6rden beg\u00fcnstigt worden, was ganz consequent aus der Natur einer Repressalie folgt. Das Ausland selbst aber kann dagegen nichts weiter thun, als eine Zolllinie errichten, und diese bewachen; umgeht oder durchbricht diese sein eigener Unterthan, so konnte es diesen auch bisher schon bestrafen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ist die ganze Zollanstalt im Hessischen nicht streng auszuf\u00fchren. Das ganze Land ist fast lauter Gr\u00e4nze, die Provinz Hanau namentlich; alle St\u00e4dte, in denen die Gewerbth\u00e4tigkeit am gr\u00f6\u00dften ist, Cassel, Marburg, Fulda, Hanau liegen dicht an der Gr\u00e4nze, die \/ S. 11 sich gar nicht bewachen l\u00e4\u00dft. Folglich trifft der pecuni\u00e4re Nachtheil der Anstalt nur den Theil, der der Lockung zum Schmugglen widersteht, welches nicht gering gewesen sein mag, da es als etwas unmoralisches um so weniger angesehen wird, indem es die Beh\u00f6rden gegen die fremden Staaten selbst beg\u00fcnstigen.<\/p>\n<p>Mithin gew\u00e4hrt, den unbedeutenden Vortheil f\u00fcr einige Fabrikanten abgerechnet, die Kurhess. Zolllinie auch nicht ein Mal pecuni\u00e4ren Vortheil f\u00fcr das Land.<\/p>\n<p>&lt;Druck der Zollinien:&gt; Welches Gl\u00fcck h\u00e4tte ein reicher Mann, dem man sein Lebenlang Hausarrest g\u00e4be? \u00c4hnlich ist es mit dem durch eine Zollinie eingehegten kleinen Lande. Nicht die Geldlast, die Auflage ist es, die den gr\u00f6\u00dften Druck enth\u00e4lt, wiewohl sie im Einzelnen gro\u00df genug war; sondern die Hemmung in den nat\u00fcrlichsten Lebensverh\u00e4ltnissen und Bewegungen. Das best\u00e4ndige Anhalten und Befragen, die Visitationen, zumal im Haus, in dem man nicht mehr sein eigner Herr war, die Zeitvers\u00e4umnisse, das Herumwerfen der Waaren, die Beobachtung der Formen, die best\u00e4ndige Furcht vor schweren Strafen beim Mi\u00dfverstehen verwickelter, dunkeler, unz\u00e4hliger Vorschriften, die Brutalit\u00e4t vieler Beamten, die sich nicht nach denm Publicum richten, sondern nach deren Bequemlichkeit sich das Publicum richten mu\u00dfte, das Bewu\u00dftsein der Zwecklosigkeit der Anstalt, wenn von der Einnahme abgesehen wird \u2013 dies ist es, was den Ha\u00df hervorbringt, und nicht die \/S. 12 naiv angef\u00fchrte Verwechselung der inl\u00e4ndischen Wohlthat mit der ausl\u00e4ndischen Barriere.<\/p>\n<p>S. 16 M\u00f6ge also diese hohe Versammlung kein Opfer scheuen, dieses Ziel &lt;= deutsche Einheit&gt; zu erreichen, und de\u00dfhalb eine partielle Vereinigung, die eine allgemeine nur wieder hinausschieben w\u00fcrde, ausschlagen.<\/p>\n<p>&lt;Anonym&gt; Was soll und was kann Deutschland in Beziehung auf seine Zoll- und Mauthverh\u00e4ltnisse? Von einem Mitgliede der Kurhessischen St\u00e4ndeversammlung, Kassel 1830.<\/p>\n<p>&lt;S. 6 Motto:&gt; Was nicht stehen kann, das falle!<\/p>\n<p>S. 3? &lt;Textanfang&gt; Der gef\u00e4hrlichste Feind Deutschlands ist seine Mauth. Denn wenn man den Blutlauf eines gesunden und kr\u00e4ftigen K\u00f6rpers durch naturwidrige Unterbindungen hemmt, so mu\u00df dieser zuletzt nothwendig in Starrkrampf oder Delirium verfallen. Convulsivische Zuckungen haben sich in Deutschland hier und da, als traurige Symptome des eingetretenen Krankheitszustandes bereits offen gezeigt; und selbst da, wo man sie zun\u00e4chst aus andern Ursachen erkl\u00e4ren konnte, hatte jener Feind seine Hand wenigstens mit im Spiele.<\/p>\n<p>S. 9 &lt;Erfahrung hat gelehrt&gt;, da\u00df ein Staat, welcher seine Zoll-Ans\u00e4tze ungeb\u00fchrlich steigert, damit eine verh\u00e4ltni\u00dfm\u00e4\u00dfige Erh\u00f6hung seiner Eink\u00fcnfte keineswegs erzielt.<\/p>\n<p>S.22 Wollten Staaten, die sich zu einer Vereinigung anschlie\u00dfen, etwa nicht sowohl eine g\u00e4nzliche Entfesselung des gegenseitigen Verkehres, als vielmehr, hinsichtlich ihrer einheimischen Erzeugnisse, nur eine Erleichterung desselben eintreten lassen, so w\u00fcrden sie nicht umhin k\u00f6nnen, ihre \/ S. 23 Landesgrenzen gegeneinander noch fernerhin zu bewachen und an diesen Alles, was nicht in einem Vereinsstaate producirt wird, auch fernerhin so hoch, als es ihren Verh\u00e4ltnissen zugesagt, zu besteuern. Denn ohne Untersuchung des Ursprunges der, eine Landesgrenze \u00fcberschreitenden, Erzeugnisse w\u00fcrde die Bestimmung, ob freier Eingang zu verstatten sey, nicht erfolgen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Schmuggelgesch\u00e4ft w\u00fcrde demnach nicht aufh\u00f6ren, Gewinn abzuwerfen, mithin w\u00fcrden auch die Beschwernisse der Revisionen und die Verherrungen der Contraventionsjagden nicht zu beseitigen seyn. Gerade auf die Wegr\u00e4umung der Vexationen an den Zollst\u00e4tten sind aber die W\u00fcnsche der deutschen Volksst\u00e4mme fast ebenso sehr gerichtet, als auf die Erleichterung der, ihrer Gewerbflei\u00df st\u00f6renden, Abgaben.<\/p>\n<p>S.33 Nachdem die Fesseln gesprengt sind, die den Verkehr bereits allzulange auf die beklagenswertheste Art gehemmt haben, und wenn dem demoralisirenden Kriege zwischen den Banden der Schmuggler und der gierigen Schaar ihrer Verfolger ein Ende gemacht ist, wird der deutsche Gewerbsflei\u00df, dem die Auffindung unz\u00e4hliger neuer Abzugskan\u00e4le f\u00fcr seine Erezugnisse \/ S. 34 vorbehalten erscheint, einen ni8e geahneten Aufschwung nehmen und durch Sicherstellung der Bedingungen seines Wohlstandes wird auf Jahrhunderte hinaus der innere Frieden des gemeinsamen Vaterlandes kr\u00e4ftiger verb\u00fcrgt erscheinen, als es durch das Ansehn der Bajonette, die dann doch nur von den S\u00f6hnen des Volkes gef\u00fchrt werden, jemals zu erzielen seyn d\u00fcrfte. &#8211;<\/p>\n<p>&lt;Anonym&gt; Was mu\u00df Kurhessen hinsichtlich seiner Zoll- und Mauthverh\u00e4ltnisse jetzo thun? An die in Kassel versammelten Landst\u00e4nde ehrfurchtsvoll gerichtet. Von einem Hessen, Frankfurt am Main 1830.<\/p>\n<p>Emich Carl Freyherr von und zu Dalberg, \u00dcber die Mauthen und den Schleichhandel, W\u00fcrzburg 1827.<\/p>\n<p>&lt;Motto unter Titel:&gt; Wenn ich die Wahrheit nicht sprach, so strafet mich; Sprach ich aber die Wahrheit, so verzeiht mir.<\/p>\n<p>S. 4 Die oberste Intelligenz der Staaten w\u00e4hlt, \u00e4ndert, meistert und zwingt nach den Umst\u00e4nden. Man wei\u00df, da\u00df nichts schwieriger ist, als eine gute Mauthordnung; vielleicht wei\u00df man sogar, da\u00df eine gute Mauthordnung unm\u00f6glich ist. Doch man f\u00fchlt sich hingerissen durch das wechselnde Interesse, worin niemand klar sieht, man folgt mehr einem instinktartigen Treiben, man hat ein dunkles Ahnen bevorstehender Beeintr\u00e4chtigungen, viele Lichtpunkte sind am Ende nur Irrwische gewesen, welche in einem Sumpfe f\u00fchren, worinnen man stecken bleibt, bis eine m\u00e4chtige Hand zu H\u00fclfe k\u00f6mmt.<\/p>\n<p>Durch die Mauthen sollen bezweckt werden:<\/p>\n<p>A. t\u00fcchtige indirecte Abgaben in den Staats-Seckel;<\/p>\n<p>B. Ausschlie\u00dfung des ausl\u00e4ndischen Flei\u00dfes, um den inl\u00e4ndischen zu heben;<\/p>\n<p>C. Verminderung des Verbrauches vieler luxuri\u00f6ser Bed\u00fcrfnisse, wof\u00fcr enorme Summen Geldes in das Ausland gehen.<\/p>\n<p>D. Repressalien, Retorsionen oder sonstige Sicherheitsma\u00dfregeln gegen andere Staa\/ S. 5 ten, welche in der Selbstsucht alle R\u00fccksichten verkennen.<\/p>\n<p>Die Kehrseite bietet dar:<\/p>\n<p>a) Die Last und Ern\u00e4hrung einer gro\u00dfen unfruchtbaren Dienerschaft;<\/p>\n<p>b) die Last und Ern\u00e4hrung vieler tausend ausl\u00e4ndischer Schleichh\u00e4ndler oder Schmuggler;<\/p>\n<p>c) der Ruin und die Demoralisirung vieler tausend einheimischer Familien durch Unterdr\u00fcckung des Handels \u00fcberhaupt;<\/p>\n<p>d) die Gefahr, alle Baarschaft aus dem Innern auf die Gr\u00e4nze \u00e0 cheval zu bringen, oder, nach den eigenth\u00fcmlichen Verh\u00e4ltnissen der verschiedenen Staaten, alles Geld verschwinden zu sehen.<\/p>\n<p>Die Mauthen an den Grenzen der L\u00e4nder sind um so kostspieliger aufrecht zu erhalten, je ung\u00fcnstiger sie zu diesem Zwecke sind. Bei dieser \u00e4u\u00dfersten Kostspieligkeit der Verwaltung, kann der Gewinn an Z\u00f6llen im Verh\u00e4ltnisse nur gering seyn. Jeder Staat, welcher eine strenge Mauth auf seinen Grenzen anlegt, mu\u00df darauf gefa\u00dft seyn, einer entstehenden \/ S. 6 Gegenwirkung kraftvoll entgegen treten zu m\u00fcssen. Die Ausgaben f\u00fcr diese Kraftanwendung k\u00f6nnen in dem Maa\u00dfe steigen, als die befohlene Zahlung der Z\u00f6lle abnimmt. Die Staatsabsicht, zu t\u00fcchtigen Einnahmen, kann einer T\u00e4uschung unterliegen. Dabei geht der gro\u00dfe Grundsatz zum Wohle der Staaten verloren: gleiche Besteuerung. Denn alle diejenigen, welche die Mauthz\u00f6lle zu umgehen wissen, haben das Privilegium der Steuerfreiheit f\u00fcr alle diejenige Gegenst\u00e4nde, die sich gl\u00fccklich durchbringen.<\/p>\n<p>Die Mautz\u00f6lle sind daher keine sichere Staats-Einnahmen. Zudem sind die Angestellten in immerw\u00e4hrender leibes- und lebensgef\u00e4hrlichen Besch\u00e4ftigung, welche Zumutung gegen treue Diener in sofern grausam genannt werden kann, als der Vortheil durch die Mauthen \u00fcberhaupt noch zweifelhaft ist, vielleicht zu dem Pr\u00e4dikate der Unfruchtbarkeit auch das der Sch\u00e4dlichkeit gestellt werden kann.<\/p>\n<p>S.10 &lt;Schutz des einheimischen Marktes durch Z\u00f6lle&gt; Das Publikum steht bald unter der Zunftpreisen, und unter dem das Genie verl\u00e4ugnenden Schlendrian, d.h., es wird schlecht und theuer bedient.<\/p>\n<p>Immer besser, wird man sagen, da\u00df das Geld im Lande bleibt, als es in das Ausland geworfen wird.<\/p>\n<p>Dem steht aber das geniale Ausl\u00e4ndische um Spottpreise siegreich gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>Der Schleichhandel wird lohnend, weil die bestehende Mauth die Prei\u00dfe in solcher H\u00f6he h\u00e4lt, da\u00df das Ausland gewinnt.<\/p>\n<p>Tausende von Schmuggler finden an den Grenzen Nahrungsquellen auf Kosten des vermautheteten Landes, und \u00fcberall wimmelt es \/ S. 11 von Spekulanten auf Umgehung des verbotenen Verkehrs.<\/p>\n<p>Der inl\u00e4ndische Gewerbsflei\u00df nimmt Theil am Schleichhandel, weil der Gewinn sich besser stellt, als in eigener Erzeugung.<\/p>\n<p>Die kaufm\u00e4nnische Spekulation sucht auf jeden Fall den wohlfeilsten Markt mit Begierde; das Publikum endlich ist schon gewonnen durch den Reiz des Verbotes, und durch das Bestreben, es besser und wohlfeiler zu bedienen, haupts\u00e4chlich aber, weil ihm der Zwang des Marktes l\u00e4stig und zuwider ist.<\/p>\n<p>S. 16 W\u00e4hrend Napoleon vorgab, im Interesse von ganz Europa gegen die englische Handelspolitik zu handlen, sperrte er Frankreich selbst gegen allen andern Flei\u00df des Festlandes noch strenger, und suchte ganz Europa mit franz\u00f6sischer Betriebsamkeit zu \u00fcberschwemmen.<\/p>\n<p>Um das Maa\u00df der Selbstsucht voll zu machen, sollte die \u00fcbrige Aussen-Welt keine andere Erzeugnisse der Natur und Kunst kennen und gebrauchen lernen, als aus dem gl\u00fccklichen Frankreich, das \u00fcbrige Festland war verurtheilt, von allem ausgeschlossen zu seyn, worauf sich ein wechselseitiger Austausch gr\u00fcnden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die g\u00e4nzliche Verarmung hinderte noch der Schleichhandel. Durch diesen Schleichhan\/S.17del hatten die mi\u00dfhandelten V\u00f6lker Europens noch einigen unmittelbaren Verkehr mit England und der \u00fcbrigen Welt, wovon sie durch Napoleons Dekrete ausgeschlossen waren. Der Verkehr war g\u00fcnstig, weil die einheimischen Austauschmittel gangbare M\u00fcnze waren, welche man im mittelbaren Verkehr durch Frankreich nicht geltend machen konnte.<\/p>\n<p>Der K\u00f6nig von Holland, Napoleons Bruder, l\u00e4\u00dft schmugglen, denn Holland ist das nat\u00fcrliche Basin, wohin die Erzeugnisse der h\u00f6her gelegenen L\u00e4nder (besonders Teutschlands) an Holz, Eisen, Flachs, Hanf, Wolle, Getreide u.s.w. flie\u00dfen, als Austauschmittel gegen die Weltwaaren. Die Holl\u00e4nder sind geborene Kaufleute, und Schleichh\u00e4ndler, wie man den Handel sperrt, ihrer eigenen Existenz willen. Sie sind im Solde von England, ruft Napoleon! Dies behauptete er von allen Kaufleuten des Festlandes, welche Antheil an dem Welthandel nehmen wollten, ohne seine Licenz.<\/p>\n<p>Napoleon fiel, und mit ihm die allgemeine Sperre. Frankreich weicht aber noch nicht aus den Schranken, und setzt den Kampf fort.<\/p>\n<p>In Teutschland hat man Lust, an diesem Kampfe Theil zu nehmen, aber in genauer Beachtung des eigenen Interessens, und nicht gegen England oder Frankreich allein, sondern gegen alles Ausw\u00e4rtige.<\/p>\n<p>S. 18 Man will den Kampf im Kleinen und Kleinsten nachahmen, den die gro\u00dfen Rivalen fechten, mit einem Wort, man hat \u00fcberall, in jedem Winkel, Sperre gegen alle Betriebsamkeit jenseits des Zauns.<\/p>\n<p>S. 19 Der nat\u00fcrliche Drang nach wechselseitiger Ausgleichung ist aber so m\u00e4chtig, da\u00df es nicht m\u00f6glich ist, ihn festzubannen, und der Schleichhandel tritt in das Mittel. Nun erscheint der innere Verkehr nicht mehr rein vom ausl\u00e4ndischen Flei\u00dfe, dagegen bringt aber auch der Schleichhandel den inl\u00e4ndischen Flei\u00df durch die ausl\u00e4ndische Mauthen, um so vortheilhafter, als die Z\u00f6lle h\u00f6her stehen.<\/p>\n<p>Diese Doppelseitigkeit des Schleichhandels \u00fcberhaupt, ist die Ursache, da\u00df er so k\u00fchn hervortritt, und sogar negativ besch\u00fctzt wird. Wenn der Schleichhandel gegen dem Nachbarn gerichtet ist, so dr\u00fcckt man alle Augen zu, man duldet die Formation auf der Grenze, alle Laden, L\u00e4dchen, Gartenh\u00e4uschen und Winkel sind voll Contrebande, hart an der Grenze, ohne da\u00df die jenseitige Regierung, mit der man sonsten in der genauesten Kartel steht, eine Miene mache, als bemerke sie etwas. Stillschweigend willigt man in allen Schleichhandel mit derjenigen Schadenfreude, welche man hat, wenn dem Gegner seine Absichten \/ S. 20 vereitelt werden. In P. bringt man sogar die in Tragpakete schon mit Tragriemen versehene Schmuggelwaare auf die diesseitige Mauth zur Inspektion des Zolles, und unmittelbar darauf geht es ins Ausland.<\/p>\n<p>Man legt also Mauthen an, um das Ausl\u00e4ndische zur\u00fcckzuweisen, man duldet den Schleichhandel, um das Inl\u00e4ndische auszuschw\u00e4rzen.<\/p>\n<p>S. 23 Wenn gr\u00f6\u00dfere Staaten Teutschlands, z.B. Baiern, welches f\u00fcr 20 Millionen Gulden meist \u00fcberfl\u00fcssiges Zeug einf\u00fchrt, die Einfuhr erschwert, um den Gebrauch zu vermindern, so m\u00fcssen die Einfuhrz\u00f6lle so hoch seyn, da\u00df es einem Verboth gleich ist.<\/p>\n<p>Geringere Z\u00f6lle, wobei im Detail nur einige Kreuzer Unterschied sich herausstellt, wird keine Verminderung des Gebrauchs bewirken. Sind die Z\u00f6lle aber so bedeutend, da\u00df die Einwohner gezwungen werden, zu sparen, so werden auch Surrogate erscheinen, die, wenn sie im Lande verfertigt werden, die ersparten Summen an sich ziehen, also im Lande bleiben. Nun gesetzt der Schleichhandel k\u00f6nnte durch die zweckm\u00e4\u00dfigsten Mitteln so weit abgehalten werden, da\u00df 8-10 Millionen Gulden nun weniger in das Ausland kommen, so w\u00fcrden viele tausende Familien an den Bettelstab gerathen \u00fcber den Versuch, die gebieterische Gewohnheit abzulegen, f\u00fcr etliche Millionen Kaffe und Zucker weniger zu brauchen, sich nicht in Seide, was jetzt die gemeinste Tracht unter dem weib\/S. 24 lichen Geschlecht ist, und in feinen Wollen und Leinen zu kleiden, und ferner nicht mehr dem ausl\u00e4ndischen Geschmacke und G\u00fcte zu huldigen, da man diesen tausenden von Familien nicht die Klugheit einimpfen kann, zur rechten Zeit dem Staats-Spar-System sich anzuschlie\u00dfen, diese unklugen Leute also fortfahren, ihren Gewohnheiten zu fr\u00f6hnen, wenn sie dem Staate auch das Dreyfache f\u00fcr die Erlaubni\u00df geben m\u00fcssen, um welches sie es bisher genossen haben.<\/p>\n<p>Was der Schleichhandel an diesen Staatseinnahmen abzwacken w\u00fcrde, nicht zu gedenken, w\u00fcrde schon eine weise Regierung einen solchen zwang nicht anwenden wollen, und wird er nicht angewendet, so wird es auch nichts n\u00fctzen, was bey allen halben Ma\u00dfregeln der Fall ist.<\/p>\n<p>S. 26 &lt;Warenaustausch mit Frankreich: Seide\/Vieh&gt;. Der franz\u00f6sischen Mauth wird es nicht gelingen, den franz\u00f6sischen Charakter umzu\u00e4ndern, der Bezug wird also bleiben, wenn auch die Z\u00f6lle noch so hoch sind, und sind sie verbothen, so werden sie gar keinen Zoll bezahlen, sie werden eingeschw\u00e4rzt werden.<\/p>\n<p>S.27 Da der Handelszug von Westen gegen Osten sich hinzieht, so haben die westlicher gelegenen L\u00e4nder, ferner die Vortheile des Schleichhandels auf allen Grenzen.<\/p>\n<p>S.28 Da\u00df sich wirklich die Grenzen bereichern, wo Mauthen sind, wird niemand bezweiflen, welcher Gelegenheit gehabt hat, den Grenz-Verkehr auf Mauthlinien zu beobachten. Wo das Prohibitiv-System recht einwurzelt, bilden sich bald auf den Grenzen unternehmende Spediteur, welche als Amphibien oder Cam\u00e4leone nicht allein die Mauthz\u00f6lle verringern, theils durch erlaubte, theils durch unerlaubte Wege, sondern auch die Binnenwohner nach Gefallen brandschagtzen, indem sie die Preise erh\u00f6hen und fallen lassen, wobey der redliche Kaufmann im Innern zu Grunde geht. Ein ber\u00fchmter Finanzminister gab denjenigen zur Antwort, welche alle Mauthen an die Grenzen Teutschlands versetzt haben wollten: wir wollen lieber das Geld auf unserer Grenze haben, \/ S. 29 wo wir es noch erreichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>S. 36 &lt;Pl\u00e4doyer f\u00fcr Mauthfreiheit.&gt;<\/p>\n<p>S.38 &lt;Bayerische Grenze 731 Stunden. Bewachung nicht m\u00f6glich. Selbst bei 2000 Gensdarmen&gt; denn der Schleichhandel schleppt sich meist bey Nacht und auf unbegangenen Wegen herein.<\/p>\n<p>Man tr\u00f6stet sich durch den Glauben, als m\u00fcsse eine Mauth-Linie ein sehr bedeutendes Hinderni\u00df gegen den Schleichhandel seyn, da man ein solches Geschrei dagegen erhebt!<\/p>\n<p>S. 39 Dieses Geschrei hat aber haupts\u00e4chlich zur Ursache, weil man den redlichen Kaufmann zwingt, mit der abscheulichen Classe von Schmugglern in Verkehr zu treten, und mit ihnen den Gewinn zu theilen. \u2013 Der \u00e4chte Schleichh\u00e4ndler ist stiller Natur, freut sich, wenn die Zolls\u00e4tze erh\u00f6ht werden, und w\u00fcrde sehr bedauern, wenn die Mauthen aufgehoben w\u00fcrden, welches man in den langen Gesichtern der rheinischen Grenzh\u00e4ndler gelesen hat, als die franz\u00f6sische Douane vom Rhein vertrieben wurde.<\/p>\n<p>Ludwig von H\u00f6rmann, Tiroler Volkstypen. Beitr\u00e4ge zur Geschichte der Sitten und Kleinindustrie in den Alpen, Wien 1877. (S. 31-38 Die Schw\u00e4rzer)<\/p>\n<p>(Karl Friedrich Vollgraff), Was bed\u00fcrfen, was w\u00fcnschen und was erwarten demnach Kurhessens Bewohner von ihrem erhabenen F\u00fcrstenhause und dem auf den 16. October 1830 einberufenen engeren Landtage in Beziehung auf Verfassung und Verwaltung?<\/p>\n<p>1. Abt.: Was waren und was wirkten die althessischen Landst\u00e4nde bis 1816?<\/p>\n<p>Frankfurt 1830, 63 S.<\/p>\n<p>2. Abt.: W\u00fcnsche und Andeutungen zu der k\u00fcnftigen Landschafts-Ordnung und Nennung der sonstigen Desiderien, Frankfurt am Main 1830.<\/p>\n<p>Frankfurt 1830, 40 S.<\/p>\n<p>S. 38 \u00a7 22. Modification des Mauth-Systems.<\/p>\n<p>Woher r\u00fchren endlich die Furcht erregenden Begebenheiten und Meutereien der so eben verlebten wenigen Monate? Fast allein aus dem strengen Mauthsysteme, und zwar folgendergestalt:<\/p>\n<p>Das Mauthsystem besteuert<\/p>\n<p>1) gegen sonst \u00fcberm\u00e4\u00dfig hoch sowohl die entbehrlichsten Luxus-Artikel, wie die jetzt unentbehrlichsten Lebensbed\u00fcrfnisse.<\/p>\n<p>2) Es zerst\u00f6rt dadurch und besonders durch die hohen Strafen allen freien Verkehr auf den Grenzen und f\u00fchrt zu einem wahren Krieg zwischen der Handelswelt und den Mauthbeamten.<\/p>\n<p>3) Dieser Krieg und die Furcht vor den hohen Strafen hat eine v\u00f6llige Demoralisirung der Menschen sowohl hinsichtlich der Pflicht zur Steuer-Entrichtung, wie auch insonderheit des Eides zur Folge, denn wer sich erst einmal nicht gescheuet hat, in Mauthsachen einen falschen Eid zu schw\u00f6ren (und es werden deren t\u00e4glich geschworen), schw\u00f6rt nun auch \/ S. 39 in jeder anderen Sache falsch. Aus solchen doppelt demoralisirten Menschen bestanden die Rotten, welche neulich ihre Wuth gegen alles was Mauth und Obrigkeit heist, auslie\u00dfen und sich f\u00f6rmlich als bewaffnete Insurgenten darstellten, und was soll aus der Justiz werden, wenn ihr leztes Refugium, der Eid, nicht mehr heilig ist?<\/p>\n<p>4) Das Mauthsystem behandelt jeden, mit dem es zu thun hat, sey es auch der ehrlichste Mann, wie einen L\u00fcgner und Defraudanten, denn erst fordert man von ihm Declaration, und wenn er declarirt hat, rei\u00dft man die Paquete auf und durchw\u00fchlt sie, erkl\u00e4rt also durch die That, da\u00df man den Declaranten f\u00fcr neinen L\u00fcgner und zur Defraudation geneigten Menschen halte.<\/p>\n<p>5) Das Mauthsystem verlezt die zartesten Verh\u00e4ltnisse unter Freunden und Verwandten, indem den Mauthbeamten jedes Sch\u00e4chtelchen ge\u00f6ffnet und dessen Inhalt vorgelegt werden mu\u00df, womit man sich gegenseitig eine heimliche Freude hat machen wollen.<\/p>\n<p>6) Es greift der Handelswelt an ihrer Lebensprinzip \u2013 nemlich an das Geheimni\u00df. Hunderte von Kaufleuten haben dem Schreiber dieses versichert, die Summe, die sie j\u00e4hrlich an Mauth einzeln und successiv zahlen, um die H\u00e4lfte vermehren und auf einmal zahlen zu wollen, wenn man sie der Declaration und Visitation \u00fcberheben werde, denn nicht die Quantit\u00e4t ist es eigentlich und allein, sondern haupts\u00e4chlich die Art und Weise der Erhebung, welche kr\u00e4nkt und schmerzt.<\/p>\n<p>7) Es hemmt den Verkehr durch den Zeitverlust, welchen die Abfertigungen und Visitationen veranlassen.<\/p>\n<p>8.) Es bewirkt, da\u00df alle zu hoch besteuerten Waaren gar nicht mehr gef\u00fchrt werden, weil dem Kaufmann die \/ S. 40 M\u00f6glichkeiten der Compensation, f\u00fcr im voraus hoch versteuerte und dann nicht absetzbare Waaren, genommen ist.<\/p>\n<p>9) Die Landeskasse verliert durch Defraudationen, Schmuggeleien und die Nothwendigkeit eines zahlreichen Personals zur Controle und Bewachung weit gr\u00f6\u00dfere Summen, als wenn die Tarife so gering sind, da\u00df es nicht der Gefahr lohnt, ihnen aus dem Wege zu gehen; endlich sind<\/p>\n<p>10) die Sperrungen und Verbote, welche das Merkantilsystem durch die Mauth durchsetzen will, auf kleine L\u00e4nder durchaus nicht mit Erfolg anwendbar, sondern nur f\u00fcr gro\u00dfe L\u00e4nder und Reiche zul\u00e4ssig, die in sich selbst alle Resourcen haben, um sich vom Auslande loszusagen, mithin innerhalb ihrer Grenzen ganz frei verkehren.<\/p>\n<p>Dem allgen gem\u00e4\u00df h\u00f6rt man daher jetzt den allgemeinen Ruf nach Abschaffung oder doch wesentlicher Modification des Mauthsystems. Die kurhessischen St\u00e4nde werden sich daher demn\u00e4chst ebenwohl damit zu besch\u00e4ftigen haben, und \u00a7. 55. Des Projects thut in dieser Beziehung einen geeigneten Vorschlag.<\/p>\n<p>Literatur:<\/p>\n<p>Christoph Cr\u00f6\u00dfmann, Die Unruhen in Oberschlesien im Herbst 1830, Diss. Gie\u00dfen 1928.<\/p>\n<p>Jacob van Klaveren, Fiskalismus \u2013 Merkantilismus \u2013 Korruption. Drei Aspekte der Finanz- und Wirtschaftspolitik w\u00e4hrend des Ancien R\u00e9gime, in: VSWG 47, 1960, S. 333-353.<\/p>\n<p>G. D. Ramsay, The Smugglers\u2019 Trade: A Neglected Aspect of English Commercial Development, in: Transactions of the Royal Historical Society. Fifth Series, Vol. 2, Londeon 1952, S. 131-157.<\/p>\n<p>Hannes Rieder, Zollgrenzen und Schmuggel-Unwesen in der Rh\u00f6n vor Gr\u00fcndung des deutschen Zollvereins (1835) in: Buchenbl\u00e4tter. Beilage der \u201eFuldaer Zeitung\u201c f\u00fcr Heimatfreunde, Fulda, 17. November 1935, S. 181f.<\/p>\n<p>Edith Saurer, Steuerwiderstand und Strafe. Schmuggel in \u00d6sterreich im Vorm\u00e4rz und im Neoabsolutismus, in: G. Botz, H. Hautmann, H. Konrad, J. Weidenholzer (Hrsg.), Bewegung und Klasse. Studien zur \u00f6sterreichischen Arbeitergeschichte. 10 Jahre Ludwig Boltzmann Institut f\u00fcr Geschichte der Arbeiterbewegung, Wien, M\u00fcnchen, Z\u00fcrich 1978, S. 647-660.<\/p>\n<p>Edith Saurer, Steuerwiderstand und Strafe. Schmuggel in \u00d6sterreich im Vorm\u00e4rz und im Neoabsolutismus, in: Verband \u00d6sterreichischer Geschichtsvereine (Hrsg.), Bericht \u00fcber den vierzehnten \u00f6sterreichischen Historikertag in Wien, veranstaltet vom Verband \u00d6sterreichischer Geschichtsvereine in der Zeit vom 3. bis 7. April 1978 (= Ver\u00f6ffentlichungen des Verbandes \u00d6sterreichischer Geschichtsvereine 22), Wien 1979, S. 207f.<\/p>\n<p>A. Woringer, Schmugglerk\u00e4mpfe an der Weser, in: Hessenland 37, 1925, S. 8f.<\/p>\n<p>A. Woringer, Zoll und Schmuggel in Hessen im 18. und 19. Jahrhundert, in: Hessenland 20, 1906, S. 46-93.<\/p>\n<p><a title=\"Sammlung von Quellen nach Ort und Zeit unterteilt\" href=\"https:\/\/peter-burg.de\/wordpress\/zollverein-zoll-schmuggel\/quellensammlung\" target=\"_self\">Weitere Quellen zum Thema Zoll und Schmuggel vor 1834<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quellen und Literatur &lt;Anonym&gt; Der Zollverein (1834), in: Das Biedermeier im Spiegel seiner Zeit\u201c. Briefe, Tageb\u00fccher, Memoiren, Volksszenen und \u00e4hnliche Dokumente, gesammelt von Georg Hermann, Berlin 1913, S. 391f. DER ZOLLVEREIN (1834) Ach, deutscher Michel, freu&#8216; dich, Jetzt kannst du lustig sein! Wir haben uns nun leidlich Geeint im Zollverein. 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