{"id":1296,"date":"2012-12-02T07:20:55","date_gmt":"2012-12-02T06:20:55","guid":{"rendered":"http:\/\/peter-burg.de\/?page_id=1296"},"modified":"2015-05-25T12:19:37","modified_gmt":"2015-05-25T10:19:37","slug":"differten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/peter-burg.de\/wordpress\/saarland\/differten","title":{"rendered":"Differten"},"content":{"rendered":"<p>Orts-Chronik. I. Band<\/p>\n<p>Verfasser: Lehrer Falk, Pr\u00fcmm und Gro\u00df<\/p>\n<p>&lt;Adolf Gro\u00df&gt;<\/p>\n<h3>Teil: Orts-Chronik<\/h3>\n<p>Differten ist heute ein Dorf, das ungef\u00e4hr 1500 Einwohner z\u00e4hlt. Letzte Z\u00e4hlung 1497 Einwohner, 1890 1358 E. Zunahme also 139 Personen oder fast 10 Prozent. Die meisten Bewohner sind Bergleute, durchgehend flei\u00dfig und sparsam, so da\u00df sich der Wohlstand ersichtlich mehrt. Einen Beleg zu dieser Behauptung bilden die stets steigenden u. zahlreicher werdenden Einlagen in die Sparkassen. (Bisten u. Saarlouis). Darum hat sich auch der Ruf des Dorfes gegen fr\u00fcher ganz bedeutend gebessert und man kann getrost sagen, da\u00df sich Differten in bezug auf Flei\u00df, Wohlhabenheit, Wohlanst\u00e4ndigkeit seiner Bewohner hinter andere Orte des Inudstriebezirks nicht zu\u00fcrckzustellen braucht. Dieses Aufbl\u00fchen des Ortes mag verschiedene Gr\u00fcnde haben. 1. Es sind an 200 Bergleute hier, die einen durchschnittl. Schichtlohn von 4 Mark. haben. Schlepper verdienen 2-3 Mark. Dazu haben fast alle Familien ihr eigenes Haus, Garten, etwas Land u. 1 oder zwei K\u00fche, daneben wird mit Erfolg Schweinezucht betrieben. Zuflu\u00df von au\u00dfen findet nicht statt, da die sogenannten Kolonisten sich an den Gruben- und Fabrikorten ansiedeln. (Es ist das f\u00fcr die Reinhaltung des Dorfes von unsauberen Elementen von gro\u00dfer Wichtigkeit). Darum herrscht \u00fcberall im Orte ein bescheidener Wohlstand. In fr\u00fcherer Zeit sollen (wohl wegen der N\u00e4he des Wassers hier viele Besenbinder gewesen sein. Gegenw\u00e4rtig besch\u00e4ftigen sich mit diesem Industriezweig nur noch 2 Familien. Mit dem steigenden Wohlstande h\u00e4lt auch die Versch\u00f6nerung \/ des Ortes gleichen Schritt. F\u00fcr die Verbesserung der Wege, die fr\u00fcher in einem unbeschreibl. Zustande waren, haben besonders die beiden letzten Vorsteher gewirkt. (Michel He\u00df und Jacob Spengler). Wichtig ist in dieser Hinsicht auch der Bau einer Bahn durch das Bistthal geworden. In folge dessen wurde der Weg von der Saahr nach dem Dorfe erst gebaut (3 Br\u00fccken), w\u00e4hrend sonst ein fast unpassierbarer Weg (\u00fcber den Bach f\u00fchrte ein Steg) den Verkehr zwischen h\u00fcben u. dr\u00fcben vermittelte. Der Ortsweg selbst war so grundlos und schmutzig, da\u00df die Fu\u00dfg\u00e4nger bis an die Kn\u00f6chel versanken und beladene Wagen kaum vorw\u00e4rts zu bringen waren.<\/p>\n<p>An Neubauten von H\u00e4usern sind in der Zeit von 1890 \u2013 1896 etwa 40-42 aufgef\u00fchrt worden, dazu ungef\u00e4hr 12 gr\u00f6\u00dfere Umbauten. Besonders wichtig f\u00fcr die Versch\u00f6nerung des Ortes ist der Neubau der Pfarrkirche geworden, deren Erbauung f\u00fcr die 1800 Seelen z\u00e4hlende Pfarrgemeinde ein unabweisbares Bed\u00fcrfnis war. Baumeister war Hr. Architect Hector aus Roden, Bauunternehmer Hr. Strau\u00df aus Merzig, Bauzeit von Nachsommer 1891 \u2013 Fr\u00fchjahr 1893. Die feierliche Einweihung durch Herrn Definitor Feis aus Bous unter Teilnahme zahlreicher Geistlicher von nah und fern am Patrocinium (St. Gangolphus) 1893 statt. Die Kirche ist in gothischem Baustiele erbaut und ist f\u00fcr alle Zeiten ein herrliches Denkmal opferwilligen und religi\u00f6sen Sinnes: die gesamten bis jetzt entstandenen Kosten von nahezu 100000 Mk (einschlie\u00dflich der innern Ausstattung) hat die Pfarrgemeinde bis auf einige winzige Betr\u00e4ge selbst aufgebracht. Das Zustande\/kommen des Werkes ist im \u00fcbrigen an erster Stelle den unausgesetzten Bem\u00fchungen unseres Hochw. Hrn. Pastors Bach zu verdanken. Die alte Kirche wurde auf Abbruch versteigert f\u00fcr 1.000 Mk. Die Sakristei blieb stehen und wurde von der Gemeinde als Leichenhaus erstanden (450 M). Bei den Ausgrabungen des Fundaments der alten Kirche wurden mehrere Altert\u00fcmer gefunden, davon noch n\u00e4her an anderer Stelle gedacht wird. Erw\u00e4hnenswert ist, da\u00df w\u00e4hrend der ganzen Bauzeit kein einziges Ungl\u00fcck, ja nicht eine nennenswerte Besch\u00e4digung vorkam. Die bis jetzt vorhandenen Kirchenm\u00f6bel (Alt\u00e4re, Kanzel und Taufstein gingen alle aus der Kunstwerkst\u00e4ttte des Hrn. Fischer aus Grevenmacher (Luxemburg) hervor. Der Taufstein ist ein Geschenk des ehemaligen Lehrers zu Differten, jetzigen Rendanten Jos. Pr\u00fcmm zu Bisten.<\/p>\n<p>Aus dem bis jetzt Gesagten ergiebt sich \u00fcber den Charakter der Bewohner von Differten ein nicht unerfreuliches Bild. Damit kontrastiert allerdings eine eigent\u00fcmliche etwas frivole Anschauung \u00fcber das Brandungl\u00fcck, was in den meisten F\u00e4llen als ein Ungl\u00fcck nicht angesehen wird. Der Grund scheint besonders in dem Bestreben zu liegen, sch\u00f6nere und ges\u00fcndere Wohnungen zu erhalten, die fr\u00fcher teilweise in der That menschenunwr\u00fcdig waren. Unter Zuhilfenahme eines bedeutenden Zuschusses seitens der Provinzial-Feuer-Societ\u00e4t schaffte die Gemeinde eine neue Feuerspritze an. 1894. \u2013 Eine andere \/ moralisch nicht stichhaltige Auffassung herrscht vielfach \u00fcber den Wald, daher die vielen forstpolizeilichen \u00dcbertretungen (Streu, Laub, Rsier etc.), die aber auch teilweise durch den \u00dcbereifer einiger Forstbeamten provocirt werden. So hat es allgemein Entr\u00fcstung wachgerufen, als der sch\u00f6ne Brauch des Heidelbeerbrechens (der Warentwald bei Differten birgt gro\u00dfe Strecken von Heidelbeerpflanzen) dahier eingeschr\u00e4nkt wurde, da\u00df die Leute nur noch an wenigen Tagen und an genau bezeichneten Stellen Beeren sammeln d\u00fcrfen und vor allen Dingen erst dann, wenn die Forstbeamten durch die sogenannten, Kulturm\u00e4dchen ihren Bedarf gedeckt haben. Neuerdings (Mai 1896) ist nur die Benutzung zweier Wege im Walde gestattet.<\/p>\n<p>Wie allerw\u00e4rts, so treibt auch in Differten das Vereinswesen seine Bl\u00fchten. Es besteht hier ein Kirchenchor (M\u00e4nnerchor 24 Mann) und ein gemischter Chor, deren Th\u00e4tigkeit fast ausschlie\u00dflich der Hebung des Gottesdienstes gewidmet ist. Bis zur Anstellung des Lehrers Pr\u00fcmm (89) war in dieser Beziehung nur sehr M\u00e4\u00dfiges geschehen. Pr\u00fcmm aber bildete einen Kirchenchor mit M\u00e4nnern und arbeitete t\u00fcchtig, so da\u00df sein Nachfolger leicht weiter bauen konnte. Von 1890 bis jetzt (96) leitet Lehrer Gro\u00df den Verein, der auch verschiedentlich Konzerte und bibl. Darstellungen zum Wohle der Kirche auff\u00fchrte (150 Mark an den Kirchenbaufonds u. 450 zur Beschaffung einer kirchl. Vereinsfahne f\u00fcr den Chor.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem besteht hier ein Bergmannsverein mit Unterst\u00fctzungs- und Sterbekasse, welcher viele Mitgl. z\u00e4hlt. Die beiden gro\u00dfen Schwingfahnen in der Kirche geh\u00f6ren diesem Vereine.<\/p>\n<p>Der hiesige Kriegerverein z\u00e4hlt \u00fcber 100 Mitglieder und umfa\u00dft als Rekrutierungsbezirk die D\u00f6rfer Friedrichweiler, Differten u Werbeln. Auch dieser Verein schaffte sich aus eigenen Mitteln eine sch\u00f6ne Vereinsfahne an. Endlich giebt es hier noch einen Turnverein mit etwa 40 Mitgliedern, dem es aber bis jetzt (1896) an gen\u00fcgender fachm\u00e4nnischer Leitung zu fehlen scheint, so da\u00df beim besten Willen die physischen u. moralischen Ziele der Turnvereine nicht erreicht werden d\u00fcrften. Vor einigen Jahren gr\u00fcndete sich hier auch ein Veteranen-Verein mit ungef\u00e4hr 24 Mitgliedern. Es war ein erhebender Anblick, diese Schar kr\u00e4ftiger b\u00e4rtiger Gestalten, geschm\u00fcckt mit Ehrenzeichen u. Kriegsdenkm\u00fcnzen, an patriotischen Festen aufmarschieren zu sehen. Der Verein ging aber in dem Kriegerverein auf, viele sagen leider u. ich auch. Dadurch soll nicht ausgedr\u00fcckt werden, da\u00df diese M\u00e4nner nicht im Kriegerverein einen guten Einflu\u00df aus\u00fcben k\u00f6nnten, aber es sind eben M\u00e4nner, die schon ihr Leben f\u00fcrs Vaterland eingesetzt haben, es war ein Verein, der neben dem Kriegerverein freundschaftl. Bestehen konnte, zumal er auch \u00e4lter war. Interessenpolitik, Einfalt und Ehrfurcht bereiteten gemeinsam das Grab.<\/p>\n<h3>Aus der Geschichte des Ortes.<\/h3>\n<p>(Beitrag zur Schulchronik von Herrn Pfarrer Bach)<\/p>\n<p>\u201eDifferten ist sehr alt und reicht in die ersten christlichen Jahrhunderte hinauf. Beweise f\u00fcr das sehr hohe Alter von Differten sind die Fundamente eines gro\u00dfen Geb\u00e4udes, die man bei Abbruch der alten Kirche gefunden hat. In diesem Fundament, das man zum kleineren Teil ausgebrochen hat, fan man mehrere r\u00f6mische Altert\u00fcmer eingemauert, so den Gott Mercur in gallischer Nationaltracht (Provinz. Mus. Trier), Fragmente eines Hercules mit aufgehobener Keule, einen Reiter mit Giganten, besonders aber einen Stein mit r\u00f6mischer Inschrift u. dazu noch mehrere r\u00f6mische Steingr\u00e4ber mit Urnen.<\/p>\n<p>N\u00e4here Nachrichten \u00fcber Differten finden sich erst aus dem Jahre 1223. In diesem Jahre \u00fcbergab die F\u00fcprstin Gertrud v. Saarbr\u00fccken dem Kloster von Wadgassen mehrere Wiesen, an der sog. \u201eKapellerheck\u201c gelegen, unter der Voraussetzung, da\u00df die Klostergeistl. von Wadgassen alle 14 Tage an Sonntagen die H. Messe in der Kapelle zu Diff. feierten. In der diesbez\u00fcgl. Urkunde hie\u00df das heut. Diff. Diefurt, sp\u00e4ter Dieff\u00e4hrten, woraus dann Diff. enstanden ist. Im Jahre 1333 wurde Diff. schon in b\u00fcrgerl. Beziehung als Kommune bezeichnet, und in kirchl. Bezieh. Erhielt es insofern in der n\u00e4heren und ferneren Umgeb. Eine gewisse Art von Auszeichnung, als viele Leute nach Differten wallfahrten kamen, teils um den heil. Gangolf, den Patron der damal. Kapelle zu Diff. zu verehren, teils aber auch, um aus dem Gangolfus-Brunnen Wasser zu sch\u00f6pfen. Im 30j\u00e4hrig. Kriege kam aber f\u00fcr Diff. eine verh\u00e4ngnisvolle Zeit. In Folge der Zerst\u00f6r. Durch die Schweden, dann durch Hunger und allerlei Krankheiten wurde Diff. ganz verlassen. Von den H\u00e4usern in D. war nur noch die auf den Anh\u00f6he stehende Kapelle unversehrt geblieben und die zerst\u00f6rten H\u00e4user dienten W\u00f6lfen, Luxen und F\u00fcchsen zum Aufenthalt. Dieser Zustand der Zerst\u00f6rung von D. dauerte bis zum Jahre 1684, in welchem Differten neu bev\u00f6lkert wurde. In diesem Jahre wurde von Seiten der damaligen Regierung von Frankreich auf das verlassene Differten hingewiesen und denjenigen besondere Verg\u00fcnstigungen in Aussicht gestellt, welche sich dort niederlassen wollten. Auf diese Aufforderung kam neue nach Differten folgende Bewohner aus der Gegend von Metz, um sich in Diff. eine neue Heimat zu suchen. 1. Tilmann Renkes. 2. Henry Robinet. 3. Jean Rennert. 4. Antoine Dreistadt. 5. Jean Ahr. 6. Jean Bauer. 7. Christian Bauer. 8. Adam Wirtz. 9. Phill. Kill. 10. Jean Renkes. Das Jahr 1684 kann demnach als das Jahr der Neugr\u00fcndung von D. angesehen werden. Doch wurde das 200j\u00e4hrige Jubil\u00e4um der Neugr\u00fcndung von Diff. am 16. Januar 1884 durch kirchl. Und b\u00fcrgerliche Festlichk. feierlich begangen. Im Jahre 1804 hatte D. eine Bev\u00f6lkerung von 400 Seelen.\u201c<\/p>\n<p>Handwerk u. Gewerbe 1897<\/p>\n<p>Kr\u00e4mer 4, M\u00fcller 2, Weinh\u00e4ndler 1, Schreiner 3, Wagner 2, Schuster 7, Klempner 1, Schneider 4, Gypser 1, Maurer 1, Schmiede 1, Uhrmacher 1, N\u00e4herinnen 7, B\u00fcglerinnen 2\u00b4, B\u00e4cker 2, Metzger 3, Wirtschaften 6, Viehh\u00e4ndler 2, Bauunternehmer 2, Holzh\u00e4ndler.\/<\/p>\n<p>1897<\/p>\n<p>12. Mai Einweihung der Kirche und Spendung der H. Firmung<\/p>\n<p>Am 11. Mai hielt der Hochw. Herr Bischof Dr. Korum seinen feierlichen Einzug in unsern Ort. Abends brachte der Kirchenchor im Beisein der ganzen Gemeinde eine Serenade (Gesang zweier Lieder und Ansprache) dar. Am folgenden Morgen um sieben Uhr begannen die Einweihungsfeierlichkeiten, die bis 9 \u00bd Uhr dauerten. Daran schlo\u00df sich ein feierliches Hochamt, nach dessen Schlu\u00df der Hr. Bischof die Ausspendung der H. Firmung vornahm. Dann bestieg der Hochw. Hr. die Kanzel und hielt eine \u00be St. dauernde herrl. Ansprache an die Pfarrkinder von Differten, welche mit dem Ausdrucke des herzl. Dankes f\u00fcr den Opfersinn und die Beth\u00e4tigung christl. Gesinnung der Pfarrei schlo\u00df. Der ganze Ort hatte zu der Feier Festschmuck angelegt.<\/p>\n<p>18. Mai<\/p>\n<p>Am 18. Mai wurden unsere Fluren von einem schweren Gewitter heimgesucht, das von Hagelschlag und einem wolkenbruchartigen, fast eine Stunde anhaltenden Regen begleitet war. Letzterer richtete bedeutenden Schaden an durch Wegschwemmung der Ackerkrume, vollst\u00e4ndige \u00dcberschwemmung und Versandung von Feldern, G\u00e4rten und Wiesen, w\u00e4hrend der nur m\u00e4\u00dfige Hagel nur in den G\u00e4rten durch Zerst\u00f6rung der zarten Pfl\u00e4nzchen schadete.<\/p>\n<p>24. Mai<\/p>\n<p>Kreis-Lehrerkonferenz zu Fraulautern. Erste Konferenz unter Leitung des Kreisschulinspectors Herrn Grimm. Lehrprobe: Einf\u00fchrung in den Zahlenkreis von 20-100. (Herr Engel, Roden). Vortrag: Die Behandl. des Zahlenkr. 20-100. (Herr Schommer, Fraulautern). \/<\/p>\n<p>1897<\/p>\n<p>In der Woche vom 10. Bis 16. October fand in hiesiger Pfarrei eine Mission statt, welche durch Jesuiten-Patres abgehalten wurde. Es war dies die erste Mission in Differten seit menschengedenken. Die Beteiligung seitens der Pfarrkinder war eine sehr rege und freudige.<\/p>\n<p>10. Oct.<\/p>\n<p>Der Vorsteher des hiesigen Bahnhofs, Hr. G\u00f6rkes (der erste seit Bestehen der Bahn) starb am Nervenfieber. Mit dessen Tode wird die Postagentur vom Bahnhof getrennt und ins Dorf verlegt.<\/p>\n<p>Der Gesundheitszustand im Winter 97\/98 war ein \u00e4u\u00dferst mangelhafter. Bemerkenswert ist, da\u00df im J. 97 bis zum ersten Octob. Nur ein Erwachsener starb, als dann mehrten sich die Sterbensf\u00e4lle allerdings so, da\u00df die mittlere Sterbeziffer pro Jahr doch noch erreicht wurde.<\/p>\n<p>1898<\/p>\n<p>28. Jan.<\/p>\n<p>Gegen sieben Uhr morgens brannte das Haus des Bergmanns Mich. Fritz (neben Hn Clemens, Gesch\u00e4ft) ab. Die Schulknaben trugen das Wasser und bedienten sp\u00e4ter selbst die Feuerspritze. Fast alle andern hielten sich indifferent. Das ganze Anwesen nebst Mobiliar war versichert.<\/p>\n<p>1. Febr.<\/p>\n<p>Mit dem ersten Februar d. J. wird hier eine Zweigstelle des Hostenbacher Grubenconsums errichtet. Verwalter wird der seit 7 Jahren hier ans\u00e4ssige Kaufmann St. Holler.<\/p>\n<p>Die Gesch\u00e4ftsleute (Kr\u00e4mer u. B\u00e4cker) sind anscheinend hart getroffen, oder aber sie nahmen fr\u00fcher bedeutenden Profit: Um dem neuen Unternehmen ein (Sonder) Paroli zu bieten, sind die Warenpreise ganz gewaltig herabges. worden.<\/p>\n<p>1898<\/p>\n<p>Mit dem 1. M\u00e4rz wurde die hiesige Haltestelle neu besetzt. Vorsteher der Bahn- u. Telegraphenstation wurde Hr. Kremer, bisher bei Saarb. In Lothr. Stationsverwalter. Auch die Postagentur wurde demselben wieder \u00fcbertragen. (Siehe 14. Oct. vor. Jahr).<\/p>\n<p>2. Sept.<\/p>\n<p>Am Sedantage machte die Knabenoberklasse einen Spaziergang \u00fcber Geisberg, Neuforweiler, Saarlouis, Lisdorf, Wadgassen.<\/p>\n<p>1898<\/p>\n<p>6. Okt.<\/p>\n<p>Unsere Kirche erhielt in diesem Herbste eine neue Orgel. Dieselbe ging hervor aus der Fabrik von Dahlstein und H\u00e4rpfer in Bolchen. Sie hat 18 Register und kostet 7.200 Mark. Die Revision geschah durch den Gymnasiallehrer Hrn. Bohn aus Trier und es wurde bei derselben kein erheblicher Mangel festgestellt.<\/p>\n<p>4. Okt.<\/p>\n<p>Ein Brand \u00e4scherte 6 Wohnh\u00e4user in der sogenannten Huld ein. Es waren ganz alte Holzbauten, die bis auf den Grund niederbrannten. Die H\u00e4user waren von folgenden Familien bewohnt: Gorius, M\u00fcller (He\u00df), Kinzinger, Kiefer, Ww. He\u00df (Amiele) Mirold Johann und Rupp Peter. Alle Geb\u00e4ude waren versichert.<\/p>\n<p>19. Oct.<\/p>\n<p>Am 19. Oct. wurde der Veteran aus dem 48er Feldzug Peter Nicol. Burg zu Grabe getragen.<\/p>\n<p>Pfingsten 1898.<\/p>\n<p>Nachtrag. Der Kirchenchor machte am Pfingstsonntag einen Ausflug nach Alf. Der Mittagsschnellzug brachte uns nach Trier. Gegen 5 Uhr langten wir in Alf an, empfangen in Bullay vom Kirchenchor in Alf. Der Grund, weshalb der weite Ausfl. Unternommen wurde, war dieser: der Chor hat sich nach 8j\u00e4hriger, flei\u00dfiger Arbeit zum erstenmale das Vergn\u00fcgen eines gr\u00f6\u00dferen Ausfl. gestattet. Da die Mitglieder meist Bergleute sind, die kaum in ihrem Leben etwas anders sahen als Differten und den finsteren Schacht, so sollte denen ein besonderer Genu\u00df bereitet werden, ein Bestreben, das auch voll und ganz erreicht wurde. \/ Die Herrlichkeit dieses Punktes, der begeisterte Empfang, der edle Trunk, die sch\u00f6nen Begr\u00fc\u00dfungslieder, es war eine Wonne, die Freude auf den Gesichtern unserer Leute gl\u00e4nzen zu sehen. Am Montag f\u00fchrte uns das Dampfro\u00df wieder zu unsern Penaten. Unverge\u00dflich!<\/p>\n<p>7. Mai<\/p>\n<p>Schaffte der Rosenkranzverein eine sch\u00f6ne, neue Kirchenfahne an.<\/p>\n<p>Herbst<\/p>\n<p>Die Notwendigkeit neuer Schuls\u00e4le und Lehrerwohnungen ist endlich auch von der Gemeinde erkannt und anerkannt worden. Zur Beschaffung des Baufonds wurde ein au\u00dferordentlicher Hieb im Gemeindewalde bewilligt. Der Verkauf des Holzes trug 16.700 M. ein, etwa 5.000 M. \u00fcber dem Voranschlag. Ansteigerer ist Holzh\u00e4ndler Ladler aus Kreutzwald. Der abzuholzende Distrikt liegt am Berge hinter der Kirche.<\/p>\n<p>December.<\/p>\n<p>Die hiesige M\u00fchle des Hrn. Pet. Abel traf ein eigent\u00fcmlicher Unfall. Das Wasser brach auf einmal neben dem Rade durch, und zwar unter der Schleu\u00dfe. Bei gl\u00fcckl. Witterung nahm die Reparatur etwa 4 Wochen in Anspruch und es waren t\u00e4glich etwa 20 Arbeiter besch\u00e4ftigt, welche bei der eigenartigen Beschaffenheit der Arbeit h\u00f6chst angestrengt arbeiteten.<\/p>\n<p>1899<\/p>\n<p>5. Jan.<\/p>\n<p>An diesem Tage erscho\u00df sich in einem Trierer Hotel der Sohn des Metzgers Gonder von hier. Derselbe stand als Einj\u00e4hriger bei dem dortigen Artillerie-Regiment. Commentar f\u00fcr Differten \u00fcberfl\u00fcssig.<\/p>\n<p>24. Aug. betrifft Besetz. unserer Pfarrei<\/p>\n<p>Am 24. Aug. wurde der Pfarrei Differten ein neuer Seelsorger gegeben in der Person des Hochw. Hrn. Pfarrers Meyers, bisher in Guerlfangen. Die Pfarrei war verwaist seit dem 5. Mai desselben Jahres. War die Trauer beim Tode des Hochw. Hrn. Bach tief, so war die Freude bei der Ankunft des Hrn. Meyers in demselben Ma\u00dfe gro\u00df und fand thats\u00e4chl. Ausdruck in der Empfangsfeier. In dem Schmuck der Stra\u00dfen, der H\u00e4user sowie der Kirche war das M\u00f6gliche geleistet worden, und der Empfang, sowie die gesamten Einf\u00fchrungsfeierlichkeiten gestalteten sich recht imposant und legten von dem kirchlich-religi\u00f6sen Sinn der Pfarrei ein sch\u00f6nes Zeugnis ab.<\/p>\n<p>24. Sept. Stationen.<\/p>\n<p>Die durch den verstorbenen Pfarrer Herrn Bach bestellten Stationen wurden am heutigen Tage feierlich eingeweiht. Die Predigt bezw. Festrede hielt der Herr Pastor Thielen von Bisten \u00fcber die von ihm besuchten heiligen St\u00e4tten zu Jerusalem.<\/p>\n<p>Wegeneubau.<\/p>\n<p>Der Weg von der Eulenm\u00fchle bis zur Banngrenze (Linslerhof) wurde von Grund auf neu gemacht und ist nun f\u00fcr alle Fuhrwerke fahrbar.<\/p>\n<p>Auch der Weg hinter der Kirche nach dem Walde zu ist gr\u00fcndlich repariert worden.<\/p>\n<p>Herbst. Neubau.<\/p>\n<p>Zwei sch\u00f6ne und gro\u00dfe Wohn- bzw. Gesch\u00e4ftsh\u00e4user: Johann Hahn und Joh. Gonder. In ersterem wurde ein neues Gesch\u00e4ft (Bermann) er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>1900 betrifft.<\/p>\n<p>17. Jan. Wasserstand.<\/p>\n<p>Durch pl\u00f6tzlich eingetretenes Thauwetter und anhaltenden Regen schwoll die Bist derart an, da\u00df das ganze Thal \u00fcberschwemmt war.<\/p>\n<p>15. Febr. Tod eines K\u00e4mpfers von 1848.<\/p>\n<p>Gastwirt Jacob SDchmitt, welcher den Feldzug in Baden mitgemacht, starb an einer Lungenl\u00e4hmung.<\/p>\n<p>Februar. Influenza.<\/p>\n<p>Diese Krankheit suchte Differten in besonderem Ma\u00dfe heim, so da\u00df in den weitaus meisten Familien Kranke waren.<\/p>\n<p>Fr\u00fchjahr. Neubauten bzw. Besitzwechsel.<\/p>\n<p>1. Die Wirtschaft von Michel He\u00df ging durch Kauf auf dessen Bruder Nicol. He\u00df \u00fcber zum Preise von 35.000 M.<\/p>\n<p>2. Peter Frey.Truar kaufte von dem nach Kreuzwald verzogenen Joh. Altmeyer Lafontaine das hinter dem Kirchhof gelegene Wohnhaus f\u00fcr 3.900 M.<\/p>\n<p>3. Nicolaus Lafontaine.Hirtz baute am \u00f6stl. Ende des Dorfes ein neues, massiv aus Sandsteinen aufgef\u00fchrtes Haus. (3900 M.).<\/p>\n<p>4. Wirt Anton Gonder vollendete in Mai einen Saal mit ungef\u00e4hr 176 qm Fl\u00e4cheninhalt. Die Kosten des Aufbaues waren veranschlagt zu 7.600 M.<\/p>\n<p>5. Joh. Lorson Schirra und sein Schwager Mich. Fritz-Schirra haben am Wege zum Walde zwei H\u00e4user erbaut (4.150 M.).<\/p>\n<p>6. Das Haus der Witwe Eisenbarth (in d. Huld) ist f\u00fcr 3.000 M. in den Besitz des Schuhmachers Paul Ahr \u00fcbergegangen, ebneso das Haus des pens. Bergmanns Nicol. Frey i. d. Bes. des Friedr. Becker (2.500 M.).<\/p>\n<p>Juni 18. Einberufung.<\/p>\n<p>Der Sohn des Bergmanns Lorson von hier, welcher beim Infanterie-Reg. Nr. 99 in Zabern in Garnison stand, ist nach China beordert und hat sich bereits nach Kiel begeben.<\/p>\n<p>Juli. Dampfdreschmaschine.<\/p>\n<p>Die beiden hier se\u00dfhaften Ackerer Spengler u. Tasch beschafften gemeinschaftl. eine Dampfdreschmaschine aus der Fabrik von H. Lanz in Mannheim.<\/p>\n<p>Sept. 13. Einquartier.<\/p>\n<p>Differten erhielt Einquartierung auf einen Tag und zwar durch eine Escadr. Des Hann\u00f6verischen Dragoner-Regiments in Metz.<\/p>\n<p>27. Sept. Man\u00f6ver.<\/p>\n<p>Dieser Tag brachte uns ganz unvermutet den Schlu\u00df der Herbst\u00fcbungen des 16. Armeecorps. Auf dem nahe gelegenen Geisberg fand der Entscheidungskampf statt. Am selben Abend wurden am Bahnhof Differten einige Infanterie-Regimenter verladen. Einige Komp. Des in St. Avold garnisonierenden Infanterie-Reg. Bezogen dieselbe Nacht hier Quartier. Es verdient erw\u00e4hnt zu werden, da\u00df diese Soldaten bei unsern Bergleuten eine ausgezeichnete Aufnahme u. Verpflegung fanden.\/<\/p>\n<p>Sommer 1900 Neubau von Wohnh\u00e4usern.<\/p>\n<p>An dem Wege, der aus Differten nach Kreuzwald f\u00fchrt, wurde im vergangenen Jahre eine Reihe neuer H\u00e4user gebaut. Es sind folgende: Michel He\u00df, Nikol. Frey, Joh. Fritz, Michel Frey u. Johann Gugnon u. Lorson.<\/p>\n<p>1901,<\/p>\n<p>28. M\u00e4rz Gewitter, Sturm und Schneefall.<\/p>\n<p>Am genannten Tage stellte sich des Nachmittags ein schwerer Sturm ein, der von einem zieml. heftigen Gewitter begleitet war. Darnach entstand ein so heftiges Schneegest\u00f6ber, da\u00df man kaum einige Schritte weit sehen konnte und der Schnee fast zwei Hand hoch lag.<\/p>\n<p>7. April Hochwasser auf Ostern.<\/p>\n<p>In der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag trat ein ungemein starker Regen ein, so da\u00df am Ostermorgen die Bist weit \u00fcber ihre Ufer getreten und das Thal teilweise \u00fcberschwemmt war. Trotzdem war der Ostertag durch ein wahres Fr\u00fchlingswetter ausgezeichnet.<\/p>\n<p>Ende M\u00e4rz. Neues Gel\u00e4ute.<\/p>\n<p>Die Pfarrgemeinde beschaffte f\u00fcr die Pfarrkirche neue Glocken, welche in den T\u00f6nen es f g erklingen. Hergestellt in Metz.<\/p>\n<p>25. April. Firmung.<\/p>\n<p>Der hochw. Herr Weihbischof von Trier Dr. Schur traf Nachmittag gegen 3 Uhr zur kirchl. Visitation und zur Spendung der H. Firmung hier ein. An 200 Kinder der Pfarrei wurden gefirmt.<\/p>\n<p>M\u00e4rz. Schachtanlage.<\/p>\n<p>Im Herbste des verflossenen Jahres wurde durch deie Direktion des Hostenbacher Bergwerks ein neuer Schacht angelegt und zwar an dem Fu\u00dfweg der \u00fcber den Berg nach Wadgassen f\u00fchrt. Ob derselbe nur als Wetterschacht oder aber als F\u00f6rderschacht dienen soll, ist bis jetzt noch nicht bestimmt.<\/p>\n<p>Neuanschaffung in d. Kirche.<\/p>\n<p>Folgende Ver\u00e4nderungen bzw. Neuanschaffungen geschahen im Laufe des letzten Jahres in unserer Pfarrkirche: 1. Ausbau der Emporkirche auch die Nebenschiffe. 2. Neue, dem Baue des Gotteshauses entsprechende Beichtst\u00fchle. 3. Gnadenbild von der immerw\u00e4hrenden Hilfe. 4. Aufstellung des Gnadenbildes von Lourdes in einer entspr. Grotte.<\/p>\n<p>6. Okt. Gl\u00fcckliche Heimkehr.<\/p>\n<p>Am 6. 10. 1901 kehrte der Chinak\u00e4mpfer Georg Lorson wohlbehalten in die Heimat zur\u00fcck.\/<\/p>\n<p>Herbstferien<\/p>\n<p>Dieselben w\u00e4hren vom 16. September bis zum 13. Oktober. Die ersten Tage waren durch warme und sch\u00f6ne Witterung ausgezeichnet, sp\u00e4ter trat dauernd unfreundliches, regnerisches Wetter ein.<\/p>\n<p>18. Oktober. Vorzeitige Entlassung.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fcler Nikolaus Wannenmacher, Nikolaus Miroll und Michel Augustin wurden mit dem Beginn des Wintersemesters aus der Schule entlassen.<\/p>\n<p>14. November. Ungl\u00fcck. Todesfall.<\/p>\n<p>Am 14. November wurde der Schlepper Peter Joh. Ballas in der Grube zu Rosseln von einem Grubenpferde derart geschlagen, da\u00df der Verungl\u00fcckte in der folgenden Nacht starb.<\/p>\n<p>27. Dez. Kohlenfund.<\/p>\n<p>Am 27. Dez. 1901 wurde bei Friedrichweiler ein \u201eBohrloch\u201c begonnen, um etwa vorhandene Kohlen feststellen zu k\u00f6nnen. Am 12. April 1902 traf man auf ein Fl\u00f6tz von 2 m Dicke. Eine vom Bohrthurm wehende Fahne verk\u00fcndete den Bewohnern unserer heimatl. Gegend das bedeutsame Ereignis.<\/p>\n<p>1902,<\/p>\n<p>1. April Einwohnerzahl.<\/p>\n<p>Nach einer privaten Personenstandsaufnahme betrug die Einwohnerzahl von Differten am 1. April 1672 und waren darunter 829 m\u00e4nnl. und 843 weibl. Personen. Die Zahl der Bergleute betrug 363.<\/p>\n<p>Anfangs April Niederlassung eines Storchenpaars.<\/p>\n<p>Zum erstenmale seit Menschengedenken lie\u00df sich bei Differten ein Storchenpaar nieder und erbaute ein Nest auf einer kahlen Pappel in der N\u00e4he der zweiten Eisenbahnbr\u00fccke.\/<\/p>\n<p>14. May. Brand.<\/p>\n<p>Gegen 10 Uhr vormittags brach Feuer aus in dem Hause des Bergmanns Bernh. Lorson. Dasselbe verbreitete sich rasch \u00fcber die angrenzenden aus Fachwerk erbauten, alten H\u00e4user. Es fielen insgesamt 6 H\u00e4user dem verheerenden Element zum Opfer. Folgende Familien wurden von dem \u201egl\u00fccklichen\u201c Unfall betroffen: 1. Bernh. Lorson. 2. Wittwe Federspiel. 3. Nicol. Decker. 4. Becker. 5. Geschw. Bohnenberger. 6. Nicol. Meilchen. Der s\u00e4mtliche Brandschaden ist durch Versicherung gedeckt.<\/p>\n<p>29. Juni. Ungl\u00fccksfall mit t\u00f6dlichem Ausgang.<\/p>\n<p>Bei Gelegenheit eines Kriegerfestes in dem benachbarten Kreuzwald wurde im Streite der Bergmann Franz M\u00fcller von Differten durch einen Messerstich t\u00f6dlich verletzt. Er wurde nach Saarlouis in das Kloster der Franziskanerinnen gebracht und in der Klinik des Hrn. Dr. Poller operiert. Starb nach 8 Tagen in Folge starker Lungenblutungen.<\/p>\n<p>Grubenungl\u00fcck.<\/p>\n<p>Durch schlagende Wetter auf Grube Camphausen wurde unter andern auch der Bergmann Michel Ahr aus Friedrichweiler so schwer verletzt, da\u00df er bereits am folgenden Tage starb. Das Begr\u00e4bnis des Verungl\u00fcckten gestaltete sich durch Teilnahme der Grubenkapelle Camphausen sowie einer sehr gro\u00dfen Zahl von Bergleuten zu einem der sch\u00f6nsten, die Differten je gesehen.\/<\/p>\n<p>12. Okt. Brand.<\/p>\n<p>Am 12. 10. Morgens 9 \u00bc Uhr brach im Unterdorfe und zwar in der Wohnung des Ackerers Wilh. Morschett Feuer aus. Es wurden 3 H\u00e4user einge\u00e4schert. 1. Wilh. Morschett. 2. Nikol. Schmitt. 3. Wwe. Sch\u00fctz. Schaden durch Versicherung gedeckt. Entstehungsursache unbekannt. Es best\u00e4tigt eine fr\u00fcher niedergeschriebenes Urteil des Verfassers, da\u00df sozusagen niemand an den L\u00f6scharbeiten sich beteiligte als die Knaben der Oberklasse, die daf\u00fcr den \u201edank\u201c der zust\u00e4ndigen Polizeiorgane in reichem Ma\u00dfe ernteten. Daf\u00fcr sei an dieser Stelle festgelegt, da\u00df wohl alle Br\u00e4nde der letzten 10 Jahre (wenige waren es nicht) haupts\u00e4chlich durch die th\u00e4tige geschlossene Anteilnahme der Knaben der I. Klasse bew\u00e4ltigt wurden. Nicht soll vergessen sein, da\u00df H. Ortsvorsteher Spengler sich stets als umsichtiger und energischer Leiter der Rettungsarbeiten erwies.<\/p>\n<p>16. November Jubil\u00e4umsfeier.<\/p>\n<p>Zur Kundgebung der Liebe und Anh\u00e4nglichkeit der Pfarrei Differten gegen\u00fcber dem apostolischen Stuhle fand eine imposante Feier im Saale des Gastwirts A. Gonder statt. Die beiden Festredner des Abends, Herr Kaplan Wilhelm aus Wadgassen und Herr Pfarrer Meiers Differten sprachen in beredter Weise \u00fcber den \u201eSegen des Papsttums f\u00fcr die Christenheit\u201c bzw. \u00fcber \u201edas soziale Wirken Leos XIII.\u201c und begeisterten die gro\u00dfe Versammlung zu jubelndem Beifall.\/<\/p>\n<p>1904 betrifft.<\/p>\n<p>20. M\u00e4rz Tod in der Grube.<\/p>\n<p>Der Bergmann Karl Klinkert von Differten, der in der Zimmerung der Grube Kreuzwald besch\u00e4ftigt war, wurde des Nachts gegen 12 Uhr durch herabfallende Erdmassen versch\u00fcttet, so da\u00df der Tod durch Ersticken eintrat (die Witwe bezieht mit ihren vier, noch unerzogenen Kindern eine durch Gesetz festgelegte Unterst\u00fctzung von 87 Mark monatlich.)<\/p>\n<p>Brand<\/p>\n<p>Das im Oberdorfe gelegene Haus des Bergmanns Michel Klinkert wurde durch einen Brand zerst\u00f6rt. War gut versichert.<\/p>\n<p>12. Okt. Brand.<\/p>\n<p>Gegen Mittag ert\u00f6nte die Feuerglocke. In dem Geh\u00f6fte des Ackerers und Gastwirts Johann Franz Gonder war Feuer ausgebrochen. Auch das daran ansto\u00dfende Haus des Jacob Hauser war von den Flammen ergriffen; beiden verbrannten bis auf die Mauern. Der Schaden ist durch Versicherung v\u00f6llig gedeckt.<\/p>\n<p>Okt. Und Novemb. Ausmalung der Kirche.<\/p>\n<p>Durch Hrn. Kirchenmaler Klein aus Merzig wurde unsere Kirche in zwar einfacher aber w\u00fcrdiger Weise gemalt.<\/p>\n<p>1905 betrifft.<\/p>\n<p>4. Sept. Ertrunken<\/p>\n<p>Am 4. Sept. fiel die 22-j\u00e4hrige Tochter des Bergmanns Johann Keller infolge eines Krampfanfalles beim Waschen in den Bistbach und ertrank, da der Vorfall erst nach l\u00e4ngerer Zeit bemerkt wurde. Deshalb hatten zweist\u00fcndige Wiederbelebungsversuche keinen Erfolg.<\/p>\n<p>9. Sept. Brand.<\/p>\n<p>Das Anwesen des Bergmanns Joh. Louis wurde durch Feuer vernichtet.<\/p>\n<p>1906.<\/p>\n<p>31. Mai Grubenungl\u00fcck.<\/p>\n<p>Am 31. Mai wurde der Bergmann Nicol. Roth, Sohn des pensionierten Bergmanns Matt. Roth, in der Grube Louisenthal so schwer getroffen, da\u00df er bereits am folgenden Tage im Lazareth zu V\u00f6lklingen starb.<\/p>\n<p>Neubauten.<\/p>\n<p>Im Sommer des laufenden Jahres (1906) wurden folgende Neubauten in Differten ausgef\u00fchrt. 1. Wohnhaus f\u00fcr Johann Sch\u00fctz-Wannemacher. 2. Haus des Johann Webers-Hauser. 3. Des Nicol. Roth-Hirtz. 4. Des Viktor Salzbgeber (B\u00e4ckerei).<\/p>\n<p>1907.<\/p>\n<p>14.3. Grubenungl\u00fcck.<\/p>\n<p>Unter den Opfern des furchtbaren Grubenungl\u00fccks zu Rosseln (80 Tote) waren auch 4 aus Differten, n\u00e4mlich 1. Nikolaus &lt;durchgestrichen Peter&gt; Schmitt, Witwer, und Vater von 3 kleinen Kindern. 2. Michel Weiten, unverheiratet. 3. Friedrich Becker, hinterlie\u00df Frau und 2 Kinder. 4. Georg M\u00fcller, ebenfalls Familienvater. Die Leichen der beiden letzgenannten Bergleute waren unter einem Berg von Schutt und Gesteinsmassen versch\u00fcttet und konnten erst nach einigen Tagen geborgen werden.\/<\/p>\n<p>1. Sept. Grubenungl\u00fcck.<\/p>\n<p>Der Bergmann Franz Kiefer, besch\u00e4ftigt in der Grube Kleinrossseln, erlitt durch fallendes Gestein am Sonntag den 1. Sept. (1907) im Schacht dne Tod.<\/p>\n<p>1908.<\/p>\n<p>Brand.<\/p>\n<p>Die Wohnh\u00e4user der Bergleute Johann Altmeyer und Ludwig Schirra (Witwer Hw. Schirra) brannten g\u00e4nzlich nieder.<\/p>\n<p>Am Samstag den 8. August trug sich in der N\u00e4he von Differten ein beklagenswertes Ungl\u00fcck zu. Zwei junge Leute von hier (Paul Meilchen und Philipp Walther) wurden gegen Abend von dem K\u00f6 nigl. F\u00f6rster Klose (Geisberg) am Waldrande angetroffen, wie sie anscheinend auf Wild lauerten. Walther hatte ein altes Gewehr in der Hand, und beide ergriffen auf den Hinruf des F\u00f6rsters die Flucht vom Walde auf das Feld hinaus. Da sie trotz dem Halt auf des F\u00f6rsters nicht stehen blieben, so gab Klose drei Sch\u00fcsse ab. W. st\u00fcrzte, t\u00f6dlich in den R\u00fccken getroffen, mit einem Schrei zur Erde nieder und hauchte nach einigen Minuten das Leben aus. W. war der Sohn eines F\u00f6rsters aus Oberelsa\u00df und war bei der \u201eRotte\u201cbesch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>1909<\/p>\n<p>Brand.<\/p>\n<p>Die Wohnh\u00e4user 1. Des pens. Bergmanns Georg Hanauer, 2. Des Bergmanns Jakob Lorson-Kiefer brannten vollst\u00e4ndig nieder. 26. Sept.<\/p>\n<p>Brand.<\/p>\n<p>Einem am 22.10. ausgebrochenen zweiten Brande fielen die H\u00e4user des Holzhauers Johann Zimmer und der Geschwister Zillig zum Opfer. Alles war versichert, Zimmer jedoch war nach dem vorerw\u00e4hnten Brande vom 26. 9. Der Direktion der Provinzial-Feuerversicheurng durch den Polizeisergeanten Gapinski als der versuchten Brandstiftung verd\u00e4chtig angezeigt worden; infolgedessen war seitens der Versicherung das Vertragsverh\u00e4ltnis mit Z. gel\u00f6st worden, und dieser wurde mit seinen Anspr\u00fcchen auf Entsch\u00e4digung abgewiesen. Die 4 verbrannten H\u00e4user lagen in einer Flucht.<\/p>\n<p>Der zehnj\u00e4hrige Knabe Nikolaus Sch\u00fctz aus Differten wurde am 26. Januar vom Eisenbahnzug \u00fcberfahren und get\u00f6tet. Er \u00f6ffnete trotz der Warnung der Schrankenw\u00e4rterin eigenm\u00e4chtig die Barriere, als der auf dem ersten Geleise fahrende Personenzug eben passiert war. In demselben Augenblicke brauste auf dem zweiten Geleise der aus der entgegengesetzten Richtung kommende Eilzug V\u00f6lklingen-Diedenhofen heran und erfa\u00dfte den armen Jungen.<\/p>\n<p>1909 betrifft<\/p>\n<p>1. Jan. Pensionierung u. Ernennung<\/p>\n<p>Mit dem 1. Jan. 1909 trat Herr B\u00fcrgermeister Clemens in Schaffhausen in den Ruhestand, nach dem er die B\u00fcrgermeisterei Differten 19 Jahre lang verwaltet hatte. Sein Nachfolger wurde Herr Rosch, bis dahin B\u00fcrgermeister in Welschbillig.<\/p>\n<p>Wegeverbesserung.<\/p>\n<p>Der Weg von der alten Schule zur Kirche, die sogen. Hult, bisher ein Abzugsgraben f\u00fcr Unrat, Jauche und Regenwasser, wird gegenw\u00e4rtig kanalisiert und vollst\u00e4ndig neu gebaut. nDie Arbeiten, veranschlagt sind rund 10.000 M, werden ausgef\u00fchrt durch die Firma Fiebig et Cons. Nachfolger in Fraulautern.<\/p>\n<p>Desgleichen baut Hr. Ortsvorsteher Spengler den sogen. Totenweg v\u00f6llig neu auf eine Strecke von etwa 300 m.<\/p>\n<p>Abortenlage.<\/p>\n<p>Die Aborte an der alten Schule, die lange Jahre auch mit den bescheidensten Anspr\u00fcchen in keiner Hinsicht gen\u00fcgten, sind mit einem Kostenaufwand von 1000 M. umgebaut und zweckm\u00e4\u00dfig eingerichtet worden.<\/p>\n<p>Mit Beginn des Jahres wurde hierselbst eine freiwillige Feuerwehr gegr\u00fcndet. Derzeitiger Oberbrandmeister ist H. Fr. Gonder.<\/p>\n<p>1910 betr.<\/p>\n<p>Luftheizung.<\/p>\n<p>Gegen Ende des Jahres wurde in unserer Kirche eine Luftheizung eingerichtet.<\/p>\n<p>Volksz\u00e4hlung 1910, 1. Dezember<\/p>\n<p>Gemeinde 1. Dez. 1910 1. Dez. 1905 Zunahme<\/p>\n<p>Differten 2057 1859 195<\/p>\n<p>Friedrichweiler 421 400 21<\/p>\n<p>Hostenbach 2699 2264 435<\/p>\n<p>Schaffhausen 2213 1933 180<\/p>\n<p>Wadgassen 2715 2287 428<\/p>\n<p>Werbeln 364 385 29<\/p>\n<p>1911. Unfall in der Grube<\/p>\n<p>In der Nacht vom 25. auf den 26. Febr. wurde der Bergmann Paul Ahr aus Differten durch herabfallendes Gestein in der Grube Kreutzwald schwer getroffen. Ein Fu\u00df wurde ihm derart zerschmettert, da\u00df der Arzt denselben sofort amputieren mu\u00dfte.<\/p>\n<p>Brand 20. Juli.<\/p>\n<p>Das Haus des Bergmanns Hacket-Hanauer verbrannte am 20. Juli. Ursache unaufgekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Brand 31. Juli.<\/p>\n<p>Die Wohnh\u00e4user des Bergmanns Johann Reinst\u00e4dtler-Meier und des Schusters Johann Morschett fielen dem Brande zum Opfer. Ursache soll Blitzschlag sein.<\/p>\n<p>Juni, letztes Drittel, August 1. Drittel. Aug. und September: Hitzeperiode<\/p>\n<p>Eine seit einem Menschenalter (nicht dagewesene) in gleicher St\u00e4rke und Dauer nicht mehr beobachtete Hitzewelle \u00fcberflutet seit 3 Wochen unser Vagterland. Die Hitze betrug gegen 8 Uhr morgens in unserm Schulsaal meistens 26 % C. 28. Juli 10 Uhr vormitt. 29 Grand C. Infolgedessen fiel der Nachmittagsunterricht fast immer aus. Am 28. Juli zeigte das Thermometer gegen 10 \u00bd Uhr vormittags 28 \u00bd Grad im Schatten, am 16. 8. Um 11 Uhr 28 %. Am 22. August gab es bei uns zum letztenmal Hitzeferien. Der 23. Aug. brachte in hiesiger Gegend nach monatelanger D\u00fcrre den ersten Regen. Darauf wieder andauernde Trockenheit bis tief in den Herbst hinein. Ausgezeichnete Getreide- und Weinernte, m\u00e4\u00dfige Kartoffel- und mangelhafte Gem\u00fcseernte. Viele B\u00e4ume und Str\u00e4ucher trieben im Herbst wieder frisches Laub und Bl\u00fcten, ja sogar Fr\u00fcchte.<\/p>\n<p>1912.<\/p>\n<p>Februar. R\u00fcckkehr eines Fremdenlegion\u00e4rs.<\/p>\n<p>Karl Wannenmacher, Sohn des Besenbinders Johann Wennem. Aus Differten, diente seit 1904 bei der franz\u00f6s. Fremdenl. In Algier. Einen Teil dieser Zeit verbrachte er in Tonking. Da Co. bei seiner Abwanderung noch nicht milit\u00e4rfrei war, so wurde er bei seiner Heimreise in Saargem\u00fcnd verhaftet und dem dortigen Bezirkskommando vorgef\u00fchrt. Gegenw\u00e4rtig leistet er in Bitsch seiner Milit\u00e4rpflicht gen\u00fcge.\/<\/p>\n<p>1912<\/p>\n<p>Pfingsten. Fremdenlegion\u00e4r.<\/p>\n<p>Der auf der letzten Seite erw\u00e4hnte Wannemacher versprach dem Schreiber dieser Zeilen f\u00fcr Pfingsten einen Besuch und eine Schilderung seiner Lebensschicksale. Es wurde ihm auch ein Pfingsturlaub gew\u00e4hrt, den er aber in Kleinrosseln bei Verwandten verlebte. Von da aus ergriff er die Flucht und hat nach einiger Zeit Mitteilung nach Hause gelangen lassen, da\u00df er wieder in die franz. Fremdenlegion eingetreten sei. \u201eEs sei da besser auszuhalten, als in der deutschen Armee, namentlich seien die Bek\u00f6stigungsverh\u00e4ltnisse in Afrika bedeutend besser als hier.\u201c<\/p>\n<p>1913. Jubili\u00e4umsfeier.<\/p>\n<p>Die Gemeinde Differten beging das Jubil\u00e4um Sr. Majest\u00e4t des Kaisers und K\u00f6nigs in w\u00fcrdiger Weise. S\u00e4mtliche Vereine des Ortes hatten am Vormittag gemeinsamen Kirchgang unter Vorantritt der hiesigen Musikkapelle. In der Predigt wurde in begeisterten Worten der gesegneten Regierung unseres Kaisers gedacht. Nachmittags 4 Uhr fand auf dem Turnplatz im Walde eine Volksfeier statt. Musikst\u00fccke und patriotische Lieder wechselten mit einander ab. Die Festrede hielt Herr B\u00fcrgermeister Rosch. Die Knaben der Oberklasse beteiligten sich an der Feier durch turnerische Auff\u00fchrungen und Spiele. Abends Fackelzug und Beleuchtung.\/<\/p>\n<p>Januar T\u00f6dliche Ungl\u00fccksf\u00e4lle.<\/p>\n<p>Der in Diff. wohnhafte Fuhrknecht Heinrich Brachmann st\u00fcrzte bei dem lothr. Dorfe Merten vom Wagen und brach das Genick. Eine arme Witwe und 8 kleine Kinder (das \u00e4lteste ist 12 Jahre alt) betrauern den Ern\u00e4hrer.<\/p>\n<p>Febr.<\/p>\n<p>Der Bergmann Jak. Stuhlsatz wurde als Leiche in Ensdorf aus der Saar gefischt. Ob Ungl\u00fcck oder Selbstmord vorliegt, konnte nicht festgestellt werden. Er war erst im Herbst von der Garde abgegangen.<\/p>\n<p>Ostern.<\/p>\n<p>Durch herniedergehendes Gestein wurde der Bergmann Mich. Laurent t\u00f6dlich getroffen. Er verschied am folgenden Sonntag im Krenkenhause zu Wadgassen, nachdem er bei voller Besinnung die Sterbesakramente erhalten hatte.<\/p>\n<p>Die Einf\u00fchrung der elektrischen Beleuchtung f\u00fcr Differten wird beschlossen, nachdem sich eine gen\u00fcgende Zahl Abnehmer durch Unterschrift verpflichtet hat. Die elektr. Kraft wird von dem Elektrizit\u00e4tswerk in Saarlouis entnommen.<\/p>\n<p>Nach langen erfolglosen Sitzungen des hiesigen Gemeinderats gelang es endlich, die f\u00fcr den Bau einer Wasserleitung notwendige Mehrheit zu finden. Die Ausf\u00fchrung des gefa\u00dften Beschlusses soll m\u00f6glichst beschleunigt werden.\/<\/p>\n<p>1914 Anfang August<\/p>\n<p>Mobilmach. u. Auszug<\/p>\n<p>Am Samstag den 1. August wurden die 5 Jahrg\u00e4nge der Reserve zum Heere eingezogen. Gegen Mitternacht ging der Polizist unseres Ortes von Haus zu Haus und weckte die in Frage kommenden Reservisten. Kollege Ehl war der erste, die meisten waren dem 16. Armeekorps zugeteilt. Der gegen sechs Uhr morgens hier eintreffende Zug brachte sie nach Metz, Diedenhofen und in andere dem Bereiche des genannten Corps angeh\u00f6rende St\u00e4dte Lothringens. Am selben Tage erfolgte die Mobilmachung des deutschen Heeres. Landwehr und Landsturm (letzterer zum Schutze der Eisenbahnen) wurden am Abend des 1. Aug. einberufen. An aktiven Truppen, Reserven und Landwehr nahmen von Differten 90 Soldaten teil am Kriege, und zwar kamen fast alle in die erste, nur wenige in die zweite Verteidigungslinie. Unsere Krieger folgten willig dem Rufe ihres obersten Kriegsherrn und gingen (dem Ernst der Lage entsprechend und nach schwerem Scheiden von der Familie, von Frau und Kindern) wenn auch nicht mit Hurra, so doch mit ernster Entschlossenheit hinaus ins Feld.<\/p>\n<p>Freiwillige u. Rekruten.<\/p>\n<p>In den ersten Tagen meldeten sich als Kriegsfreiwillige von hier: Studios. Stummbillig (Sohn des Coll. Hrn. Stummb.) und Friedr. Hirtz, Sohn des Bergmannes Nikol. Hirtz-Roth. Au\u00dferdem wurden die Rekruten des Jahrgangs \/ 1914 einberufen.<\/p>\n<p>8. August Rekruteneinstellung<\/p>\n<p>Leistung unserer Bahn<\/p>\n<p>Frohe, hoffnungsvolle Stimmung<\/p>\n<p>Gute Verpflegung der durchziehenden Truppen<\/p>\n<p>Es war f\u00fcr die an strategische wichtigen Bahnstrecken wohnenden Deutschen ein erhebendes Bild, die mit wunderbarer Pr\u00e4zision erfolgende Bef\u00f6rderung unserer Truppen zu beobachten. In der Zeit der ersten Tage der Mobilmachung erfolgte fast genau alle 11 Minuten die Bef\u00f6rderung eines Militairzuges der Westgrenze zu, angef\u00fcllt mit jubelnden Soldaten. Die Z\u00fcge waren h\u00e4ufig bekr\u00e4nzt oder mit gr\u00fcnenden Baumzweigen geschm\u00fcckt. Die Au\u00dfenw\u00e4nde der Wagen trugen humorvolle Inschriften und Kreidezeichnungen, welche die zuversichtliche Stimmung der Krieger zeigten. Kinder und Erwachsene riefen den wackeren Truppen donnernde Hurras zu, und tief aus dem Herzen herauf stiegen innige W\u00fcnsche.<\/p>\n<p>Die durch unser Dorf marschierenden Abteilungen des schlesischen 5. Armeec. und ein kriegsstarkes Bataillon des Hanseatischen 75. Infanterieregiments wurden von den Bewohnern herzlich aufgenommen und freundlichst verpflegt. Letztere kamen am 19. Aug. (ein sehr hei\u00dfer Tag) hier an, wurden aber bereits um 2 Uhr nachts alarmiert und eilten dem Schlachtfeld des 20. u. 21. Aug. zu.<\/p>\n<p>Bewachung der Bahn<\/p>\n<p>Die Bewachung unserer Bahnstrecke erfolgte zun\u00e4chst durch das aktive 30. Inftr. Rgt. (bis zum 9.) dann durch das Rgt. Nr. 67. \/ Dieselben wurden am 19. Oder 20. August abgel\u00f6st durch das II. Landsturmbataill. Saarbr\u00fccken (bis zum 22. Sept.). Diesem folgte das I. Landsturmbat. M\u00fcnchen. Zwischen den Saarbr. und den M\u00fcnchenern einerseits und den Bewohnern von Differten andererseits bildeten sich herzliche Beziehungen.<\/p>\n<p>T\u00e4tigkeit der Schulkind. \/ Gesundheitskommiss.<\/p>\n<p>Der Schulunterricht ist ausgesetzt. Die Sch\u00fcler beteiligen sich an der Einbringung der Ernte, beim Dreschen, besonders aber an der Stra\u00dfenreinigung, die durch eine besondere Gesundheitskommission \u00fcberwacht wird, der auch noch verschiedene andere Pflichten obliegen. (Mitglieder Ortsvorsteher Spengler, Gemeinderat Lauer und Lehrer Gro\u00df.).<\/p>\n<p>Religi\u00f6se Vorbereitung \/ Mobilmachung der Zur\u00fcckgebliebenen<\/p>\n<p>Die einberufenen Truppen bereiteten sich durch Empfang des Bu\u00dfsakramentes und der Heil. Communion in w\u00fcrdiger und erhebender Weise auf den heiligen Kampf vor und bekundeten dadurch, gleich wie S. Majest\u00e4t, der oberste Kriegsherr, ihren lebendigen Glauben und ihr festes Vertrauen auf Gott, den Lenker der Schlachten.<\/p>\n<p>Die zur\u00fcckgebliebenen Einwohner ergriffen die Waffen des Gebetes, und stand drau\u00dfen vor dem Feind ein Herr in der Kriegsr\u00fcstung, bewaffnet mit Schwert und Gewehr, so lag vor den Alt\u00e4ren ein Heer von Betern auf den Knien, auch eine Mobilmachung. \/<\/p>\n<p>Einberufen sind aus Differten:<\/p>\n<p>33 Aktive<\/p>\n<p>37 Reservisten<\/p>\n<p>31 Ersatzreserve<\/p>\n<p>25 Rekruten (Jahrgang 1914).<\/p>\n<p>30 Landsturmleute.<\/p>\n<p>154 dazu kommen an neu Ausgehobenen 33 Mann (Im Neujahr 1915 noch nicht eingest.).<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Teil der Krieger hiesigen Ortes steht bei dem 16. Armeecorops (Armee des Kronprinzen \/. Regimenter: No. 30, 130, 98, 145, 173.<\/p>\n<p>Verwundungen<\/p>\n<p>Bis 1. Jan. 1914 (sic! Statt 1915) waren \u00fcber 40 Verwundete zu verzeichnen. Die meisten Verwundungen waren leicht. Schwerer: 1. Schmitt Nikol.: Schu\u00df durch die Brust. (Wieder hergestellt). 2. Morschett Nikolaus. Schu\u00df durch die Brust. Leidet nach Heilung der Wunde an Brustschmerzen und Atemnot. 3. Mirold Nikol. Sch. In den Ellbogen. 4. He\u00df Wilh. Sch. Unteren Schulterblatt. 5. Gro\u00df Adolf. Schu\u00df durch den Oberarmknochen und in die H\u00fcfte, die meisten Verwundungen geschehen im Sept. Nr. 5 am 19. Dezember.<\/p>\n<p>Todesf\u00e4lle (bis 1. Jan. 1915).<\/p>\n<p>Auf dem Felde der Ehre den Heldentod gestorben:<\/p>\n<p>1. M\u00fcller, Nikolaus, gefallen am 6. September 1914.<\/p>\n<p>2. Spies Nikolaus, gefallen am 7. September 1914.<\/p>\n<p>3. Kiefer Josef, gefallen am 9. September 1914.<\/p>\n<p>4. Augustin Johann, gefallen am 9. September 1914.<\/p>\n<p>5. Schmitt Nikolaus, gefallen am 6. September 1914.<\/p>\n<p>7. Henry Nikl. ,gefallen am 24. Oktober 1914.<\/p>\n<p>7. Lorson, Jakob, gefallen am 24. Oktober 1914.<\/p>\n<p>8. Augustin Friedrich, gefallen am 24. Oktober 1914.\/<\/p>\n<p>1915 betrifft:<\/p>\n<p>Todesursache<\/p>\n<p>Der unter Nummer 2 (s. vorige S.) als tot verzeichnete Nikol. Spies ist nach Berechit seines Feldwebels Feistler Liebecourt durch einen Bauchschu\u00df get\u00f6tet worden.<\/p>\n<p>Tod u. Art u. Weise der Bestattung<\/p>\n<p>(4.) Johann Augustin, Sohn der Wwe. Augustin Laurent fiel bei St. Andr\u00e9 (Argonnen) und liegt gegen\u00fcber dem Ortsfriedhof begraben (Bericht des Chefarztes Dr. Auber).<\/p>\n<p>(Nr. 3.) Der Musketier Joh. Frd. Kiefer, Lehrer in Noswendel, Kreis Merzig (Inftr. Rgt. 30.12.k.) wurde am 13. Sept. in das Feldlazarett zu Trodois eingebracht. Er starb 2 Stunden danach ruhig, sanft und schmerzlos. Er liegt in einem Einzelgrab, das bezeichnet ist, auf dem Friedhof zu Frodois begraben und zwar in seiner Uniform. (Oberstabsarzt Dr. Friedrich a. Kurmark. Kiefer wurde nach Aussage seiner Kameraden bei dem verlustreichen Nachtangriff vom 9. Auf den 10. Sept. am linken Unterschenkel schwer verletzt (Dr. Diedrichs) und wurde wahrscheinl. Erst am 13. 9. Aufgefunden (Argonnen).<\/p>\n<p>Nr. 7 Henry Nikol. (Iftr. Rgt. 135) fiel am 23. Sept. und starb am folgenden Tage im Feldlazarett zu Santillois. Seine Leiche wurde auf dem Kirchhofe des Ortes links am Eingange beigesetzt. (Bericht der Truppe beigef\u00fcgt, da\u00df H. ein tapferer Soldat gewesen sei). \/<\/p>\n<p>1915 betrifft.<\/p>\n<p>1. Jan. Auszeichnungen und Bef\u00f6rderungen<\/p>\n<p>Bis zum 1. Jan. 1915 wurden aus Differten mit dem Eisernen Kreuz II. Kl. Ausgezeichnet:<\/p>\n<p>1. Mayer Paul vom Iftr. Rgt. Nr. 76. F\u00fchrte als Gefrtr. In der gro\u00dfen Lothringer Schlacht nach dem Verlust s\u00e4mtl. Offiziere und Zugf\u00fchrer selbst\u00e4ndig seine Kompagnie.<\/p>\n<p>2. Fischer Heinrich, Feldwebel im bayerischen Iftr. Regt. No. 23.<\/p>\n<p>3. Langner Karl, Sohn des F\u00f6rsters Langner, Feldwebel im Gardej\u00e4gerbataillon.<\/p>\n<p>4. Tabellion Wilhelm, Unteroffizier im Hagenauer Dragonercorps.<\/p>\n<p>5. Gro\u00df Wolf, Einj\u00e4hrig Freiwilliger im Iftr. Rgt. No. 30. Erhielt das E. Kreuz am 19. September, wurde am 7. Okt. Gefrt. 23. Okt. Unteroffizier, am 17. Nov. Vizefeldwebeln.<\/p>\n<p>22. Februar Gefallene Helden.<\/p>\n<p>Der Kriegsfreiwllige Karl Hirtz, Sohn des Bergmanns Nikolaus Hirtz-Roth wurde am 22. Januar durch einen Brustschu\u00df schwer verwundet. Er starb am 26. Jan. im Feldlazarett (Argonnen. Iftr. Regt. No. 30).<\/p>\n<p>Am 13. Februar wurde der Landwehrmann Nikol. Tasch in den K\u00e4mpfen bei Pont-\u00e0-Mousson durch einen Kopfschu\u00df getet. Er ist der erste tote von hier, der Gatte und Familienvater war. (Landwehr-Rgt. No. 30).\/<\/p>\n<p>1915<\/p>\n<p>Matth. Ahr<\/p>\n<p>Am 16. Februar fiel in den K\u00e4mpfen um Perthes der Ersatzreservist Matthias Ahr, Sohn des Bergmanns Johann Ahr. Nach seiner Ausbildung wurde er dem Inftr. Regt. No. 69 (Trier) zugeteilt, war seit dem 21. Dez. im Felde und wurde durch einen Kopfschu\u00df get\u00f6tet. Ahr hinterl\u00e4\u00dft Frau und Kind.<\/p>\n<p>6.4.15 Nikolaus Hirtz, Reserve-Iftr. Regt. No. 30<\/p>\n<p>In der Champagne starben 3. Februar den Heldentod der Sohn des Bergmannes Nikolaus Hirtz namens Nikolaus im Alter von 20 Jahren. In den K\u00e4mpfen bei Massiges erhielt erinen Kopfschu\u00df, der ihn sofort t\u00f6tete. Sein Grab befindet sich auf der H\u00f6he 191 bei Cernay en Dormois. Der Kompaniebericht nennt den Gefallenen einen \u201etapferen und braven Soldaten\u201c. (Er war auch guter Sch\u00fcler und ein tadelloser J\u00fcngling.).<\/p>\n<p>Johann Schirra.<\/p>\n<p>Johann Schirra, Sohn der Witwe Schirra Federspiel, fiel am 19. M\u00e4rz, ebenfalls in der Champagne. Er wurde durch einen Brustschu\u00df get\u00f6tet. (Der Vater fand vor Jahren den Tod in der Grube!<\/p>\n<p>Johann Rupp.<\/p>\n<p>Johann Rupp, Sohn der Witwe Peter Rupp, wurde im Kampfe bei Ypern durch eine feindliche Kugel get\u00f6tet. Starb am 3. M\u00e4rz.<\/p>\n<p>Michel M\u00fcller.<\/p>\n<p>Am 16. M\u00e4rz starb in Ru\u00dfland den Heldentod der Musk. Mich. M\u00fcller ebenfalls Sohn einer Witwe, die auch schon ihren \u00e4ltesten Sohn dem Vaterland zum Opfer gebracht hat. Ein treuer Kamerad hat ihn bei Wirsch-koscha ein \u201estilles Grab bereitet.\u201c\/<\/p>\n<p>1915 betrifft<\/p>\n<p>15.4.1915 Uffz. Paul Meyer, Iftr. Rgt. 174.<\/p>\n<p>\u201eDie Feder str\u00e4ubt sich\u201c. Fast bekommt diese Phrase Inhalt. Eine Todesnachricht \u00fcber die andern! Gestern drei!<\/p>\n<p>Heute wurde die Leiche eines wackeren K\u00e4mpfers in die Heimat gebracht. Paul Meyer, der an anderer Stelle wegen seines besonders tapferen Verhaltens in der Lothringer Schlacht schon erw\u00e4hnt wurde, ist am 11. April im Lazarett (Berlin) gestorben. Er war in Ru\u00dfland schwer verwundet worden und lag eine ganze Nacht in einem mit Wasser gef\u00fcllten Graben. Da die \u00c4rzte den unvermeidlichen Tod des Armen nahen sahen, wurde von einer Amputation der verletzten Glieder (beide Beine) abgesehen. Morgen wird er mit milit\u00e4rischen Ehren auf dem heimischen Friedhof beigesetzt-. \u2013 Wie klagten heute die M\u00fctter, deren S\u00f6hne in fremder Erde ruhen, und wie werden morgen ihre Thr\u00e4nen flie\u00dfen.<\/p>\n<p>15.4.15 Joh. Kiefer Reserve Iftr. Rgt. No. 67.<\/p>\n<p>Der Bergmann Joh. Kiefer k\u00e4mpfte seit Kriegsbeginn zuerst in den Argonnen, sp\u00e4ter im Wo\u00ebvre, und starb daselbst den Heldentod. Es ist das auch eine merkbarer Verlust f\u00fcr die Gemeinde, da er die vorz\u00fcglichsten Eigenschaften eines guten B\u00fcrgers in sich vereinigte. K. war auch seit vielen jahren ein flei\u00dfiger und musikverst\u00e4ndiges Mitglied des Kirchenchors.<\/p>\n<p>Wurde im Unterstand mit sechs Kameraden durch eine Granate get\u00f6tet.\/<\/p>\n<p>1915 betrifft.<\/p>\n<p>10. M\u00e4rz Heldentod Hammacher.<\/p>\n<p>Paul Hammacher, Musketier im Magdeburg. Inftr. Rgt. No. 67 starb den Heldentod am 10. M\u00e4rz. Er wurde durch eine Granate an Kopf und Brust so schwer verletzt, da\u00df der Tod auge nblicklich eintrat. (Argonnen).<\/p>\n<p>7. M\u00e4rz Meilchen Matth. Iftr. Regt. 69.<\/p>\n<p>Der bei demselben Regiment stehende Ersatzreservist Matth. Meilchen fiel bei den K\u00e4mpfen in der Champagne in der N\u00e4he von Perthes. M. war verheiratet und Vater eines Kindes. Tadelloser Charakter.<\/p>\n<p>7. April. Klinkert Cyprian Iftr. Rgt. 69.<\/p>\n<p>Nach einem siegreichen Sturm im Walde v. Samarville starb infolge eines Herzschusses der Wehrmann Syprian Klinkert. (7. Apr. Res. Inftr. Rgt. 67.)<\/p>\n<p>Joh. Roth, Res. Iftr. Rgt. 130.<\/p>\n<p>Be idem Ringen an der Combres-H\u00f6he wurde der Landwehrmann Joh. Roth durch einen Granatschu\u00df get\u00f6tet. R. war verheiratet und hinterl\u00e4\u00dft Witwe und 4 Kinder (Res. Iftr. Rgt. No. 130.)<\/p>\n<p>10. April Franz Lorson. Res. Iftr. Rgt. 130.<\/p>\n<p>In einem Sturmangriff auf demselben Schlachtfeld starb den heldentod der ebenfalls beim Res. Inftr. Rgt. 130 stehende Wehrmann Franz Lorson. Vater von 3 Kindern. \/<\/p>\n<p>1915 betrift.<\/p>\n<p>18. April Michel He\u00df, Iftr. Rgt. 30<\/p>\n<p>Der Rekrut des Jahrgangs 1914. Michel He\u00df, Sohn des Bergmanns Johann He\u00df-Ahr wurde infolge einer feindl. Minensprengung in den Argonnen schwer verletzt. (18. April). Der Tod trat am folgenden Tage ein, nachdem der Verwundete ins Feldlazarett in Chatel eingeliefert worden war. (Iftr. Rgt. No. 30.)<\/p>\n<p>Auszeichnungen<\/p>\n<p>Das Eiserne Kreuz II. Klasse wurde verliehen: 1. Nikolaus Philippi. 2. Peter M\u00fcller. 3. Gorius Nikolaus. 4. Unteroffizier Nikol. Remark. 5. Unteroffizier Josef Ahr.<\/p>\n<p>1. Juli Zusammenstellungen d. Ausgezogenen.<\/p>\n<p>Nach einer durch obere Knabenklasse vorgenommenen Z\u00e4hlung standen am 1. Juli 1915 aus Differten unter den Waffen 237 Mann und zwar:<\/p>\n<p>32 Aktive<\/p>\n<p>39 Reserve<\/p>\n<p>34 Landwehr<\/p>\n<p>38 Landsturm<\/p>\n<p>17 Unged. Landsturm.<\/p>\n<p>26 Jahrg. 1914<\/p>\n<p>22 Jahrg. 1915<\/p>\n<p>29 Ersatzreserve<\/p>\n<p>237<\/p>\n<p>Dazu 30 auf dem Feld d. Ehre gefallen.<\/p>\n<p>267.<\/p>\n<p>\/<\/p>\n<p>1915 betrifft.<\/p>\n<p>Schwer heimgesucht. Heinrich Bohnenb. Peter Bohnenb. Nikolaus Bohnenb.<\/p>\n<p>Schwer heimgesucht hat der Krieg die Witwe Peter Bohnenberger-Zipp. Der eine Sohn, Heinrich, wurde im Herbst 1914 durch einen Schu\u00df in die Hand verwundet. Heilung fand er in einem Potsdamer Lazarett. Darnach blieb er beim Ausbildungspersonal. Im Sommer dieses Jahres erkrankte er an Blinddarmentz\u00fcndung und starb an den Folgen einer versp\u00e4teten Operation. Seine Leiche wurde in die Heimat gebracht und auf dem hiesigen Friedhof beigesetzt. (4. Garderegiment. 22. Juli).<\/p>\n<p>Einige Tage vor diesem Begr\u00e4bnis erhielt die Familie die Nachricht, da\u00df ihr \u00e4ltester Sohn, Peter, eine schwere Verwundung am Kopfe erhalten habe. (Argonnen, Lazar. In Chatel). Er starb zwei Tage nach der Bestattung seines Bruders und wurde im Feindesland in Ruhe gebettet. (25. Juli).<\/p>\n<p>Ein dritter Sohn ist seit 1. September 1914 vermi\u00dft.<\/p>\n<p>Im Anschlu\u00df hieran m\u00f6ge erw\u00e4hnt sein, da\u00df zwar andere Witwen aus Differten je zwei S\u00f6hne f\u00fcr das Vaterland geopfert haben: Witwe Matth. M\u00fcller u. Wwe. Joh. Augustin.\/<\/p>\n<p>1915 betrifft.<\/p>\n<p>Am wurde der Rekrut Peter Miroll beim Zutragen von Handgranaten durch ein von ihm fallen gelassenes Gescho\u00df get\u00f6tet.<\/p>\n<p>8. Sept. Roth Peter<\/p>\n<p>Der Landsturmmann Peter Roth (46 Jahre alt) wurde am August durch einen Bauchschu\u00df t\u00f6dlich verletzt und starb am 8. September (\u00f6stlich von Korono).<\/p>\n<p>Laux Johann.<\/p>\n<p>Der Rekrut Johann Laux wurde von einem Granatsplitter in die Schl\u00e4fe getroffen u. war sofort tot. Er wurde von seinen Vorgesetzten als pflichteifrig und tapfer erw\u00e4hnt. L. zeichnete sich vor allen seinen Kameraden aus durch ein besonders gesittetes Leben und durch taktvolles Benehmen, was er wohl zum gro\u00dfen Teil der verst\u00e4ndnis- und liebevollen Aus\u00fcbung der Musik zu verdanken hat.<\/p>\n<p>Bef\u00f6rderungen von Kriegern aus Differten.<\/p>\n<p>A. Offizierstellvertreter und Feldwebel:<\/p>\n<p>1. Heinrich Fischer (Bayer. Iftr. Rgt. Nr. 23) besitzt das Eiserne Kreuz und das bayerische Verdienstauszeichnungskreuz.<\/p>\n<p>2. Heinrich Zapp. (Artillerie-Rgt.).<\/p>\n<p>B. Feldwebel.1. Karl Langena (Gardesch\u00fctzen-Bat., Eisernes Kreuz.)<\/p>\n<p>2. Peter Hanauer, Sanit\u00e4tsfeldwebel. Eis. Kr.<\/p>\n<p>3. Nikolaus Laux (Iftr. Rgt. Nr. 70).\/<\/p>\n<p>Bef\u00f6rder.<\/p>\n<p>4. Gro\u00df Adolf, Lehrer (Iftr. Rgt. Nr. 30 Eis. Kr.)<\/p>\n<p>C. Unteroffiziere.<\/p>\n<p>1. Tallion Wilhelm. 2. Ahr Josef. 3. Morschett, Nikolaus. 4. Remark Johann. 5. Tasch Johann. 6. Schmitt Nikolaus. 7. Gorius Nikol. 8. Kiefer Franz. (No. 1, 2, 3, 4, 5 Besitzer d. Eis. Kr.).<\/p>\n<p>Auszeichn.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem besitzen dieses Ehrenzeichen:<\/p>\n<p>1. Stammel Peter. 2. Altmeyer Peter. 3. M\u00fcller Peter (Altmeyer). 4. Lorson Nikol. 5. Frey Peter. 6. Bohnenbe4rger Heinrich. 7. Bohnenberger Nikolaus. 8. Zimmer Peter. 9. Gugnon. 10. Philippi Nikol. 11. Zapp N. 12. Zipp Joh. 13. Miroll Nikol.<\/p>\n<p>1916.<\/p>\n<p>Lebensmittelpreise 15. M\u00e4rz.<\/p>\n<p>Rindfleisch 1,80 M. Rindsfett 3,50 M. Grauwurst 4 M. Lyoner 1,80 M. Leberwurst 1,20 M. Blockwurst 3 M pro Pfund. Ein Dutzend Eier 2,60 M, ein Liter Salat\u00f6l 4 M, 1 Pfd. Butter 2,60 M- 3 M. ein Hering 0,25 M. 1 Pfd. Holl\u00e4nder K\u00e4se 2,40 M.<\/p>\n<p>Michel Fritz.<\/p>\n<p>Auf dem Felde der Ehre fiel der bei der Feldtelegraphenabt. Eingestellte Michel Fritz von hier. Schule und Gemeinde bewahren dem Gefallenen wegen seines in jeder Beziehung musterhaften Lebens ein gutes Andenken.<\/p>\n<p>9. Juni Georg Schirra.<\/p>\n<p>Acht Tage nach dem Heldentod des Fritz fand auch dessen Vetter Georg Schirra den Soldatentod bei Verdun.\/<\/p>\n<p>1916 betrifft.<\/p>\n<p>Notlandung<\/p>\n<p>Im Juli fuhr ein Flugzeug in geringer H\u00f6he \u00fcber unsern Ort. An der Unsicherheit des Fluges konnte man erkennen, da\u00df etwas nicht in Ordnung war. Bald darauf sah man den Flieger niedergehen. Jedenfalls kannte er den sehr sumpfigen Charakter unseres Wiesentales nicht, und die glatte gr\u00fcne Ebene hatte ihn zur Landung verleitet. Bei der Landung bohrte sich der vordere Teil in den weichen Boden ein, und das Flugzeug \u00fcberschlug sich nach vorne. Den Insassen, zwei jungen Offizieren, gelang es, sich durch schnellen Absprung zu retten. Der Propeller wurde zerschmettert, im \u00fcbrigen blieb das Flugzeug unversehrt. Es war ein Kampfflieger mit einer Fokkermaschine, bewaffnet mit einem Maschinengewehr. Benzinmangel war die Ursache der Landung.<\/p>\n<p>Gefangen.<\/p>\n<p>Der Gardist Michel Fischer geriet bei einem n\u00e4chtlichen Aufkl\u00e4rungsgange in der Schlacht von Verdun verwundet in franz\u00f6sische Gefangenschaft.<\/p>\n<p>Tod in den Karpaten.<\/p>\n<p>Die beiden Landwehrleute Hermann und Bohnenberg (Sohn des Cypr. B.) fanden in den hei\u00dfen Karapatenk\u00e4mpfen des Monats den Heldentod. Fast zwei Jahre hatten sie die Wash\u00f6hen verteidigt, (Combres) wurden dann in die Karpathen geworfen, um die ungest\u00fcme Offensive des Generals Brusiloff aufzuhalten.\/<\/p>\n<p>1916 betrifft.<\/p>\n<p>\u00dcberlebende Teilnehmer dieser K\u00e4mpfe reden mit wenig Achtung von ihren \u00f6sterreichischen Kameraden, die um keinen Preis zum Vorgehen mit ihren rheinischen Br\u00fcdern zu bestimmen waren.<\/p>\n<p>Heldentod.<\/p>\n<p>In der Sommeschlacht fiel Georg Ahr, Sohn des Bergmanns J. Ahr-Ballas.<\/p>\n<p>Flieger\u00fcberf\u00e4lle.<\/p>\n<p>Die zahlreichen feindlichen Fliegerangriffe verursachten anf\u00e4nglich Schrecken. Da man aber bald einsah, da\u00df es nur um Fabriken, insbesondere den Eisenwerken galt, so trat rasch Beruhigung ein. Ziemlich abseits der Gefahr durfte man dem Surren der Flugzeugmotore und der Propeller, dem Donner der Abwehrgesch\u00fctze, sowie dem Aufblitzen der berstenden Schrapnelle mit Interesse folgen. Da\u00df immerhin Vorsicht geboten war, geht daraus hervor, da\u00df sowohl im Orte als auch in der Umgebung zahlreiche Sprengst\u00fccke der Bomben niedergingen. Ein Gescho\u00df eines Gesch\u00fctzes schlug in einer Entfernung von etwa 80 m hzinter dem Hause des Laurent Becker ein. Die Explosion ri\u00df ein tiefes Loch in das Grundst\u00fcck, richtete aber keinen Schaden an.<\/p>\n<p>Die Wehrpflichtigen des Jahrganges 1898 wurden am 15. November eingezogen und kamen nach K\u00f6nigsberg.<\/p>\n<p>1916 betrifft.<\/p>\n<p>27. Dezember Bombenabwurf bei Differten.<\/p>\n<p>Bei dem feindlichen Fliegerangriff vom 27. Dezemb. wurden zwei Bomben am Waldrande s\u00fcdlich der \u201eGlash\u00fctte\u201c abgeworfen. Die eine zerschmetterte einen m\u00e4\u00dfig starken Baumstamm, die andere hob einen Baum mit den Wurzeln aus der Erde. Einige in der N\u00e4he wirkende Knaben wurden durch den Luftdruck zur Seite geschleudert. Der Abwurf der Bomben mag wohl im Interesse einer schnellen Flucht geschehen sein, da der Flieger von den Geschossen der Abwehrgesch\u00fctzte schwer ber\u00e4ngt wurde. Der Schule wurden Sprengst\u00fccke der Bomben \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Dezember. Beurlaubungen von Bergleuten.<\/p>\n<p>Zur Vermehrung der Kohlenf\u00f6rderung wurden, wie auch sonst allenthalben im Saargebiet, viele Bergleute, die an der Front oder als Besatzungstruppen in eroberten feindlichen Gebieten waren.\u00b4, in die Heimat beurlaubt. Die Grubenwege sind deshalb wieder belebt wie im Frieden.<\/p>\n<p>Januar. Ballonabwehrkommando.<\/p>\n<p>Seit Beginn des Jahres 1917 ist hierselbst ein Kommando von 32 Pionieren. Sie wurden zun\u00e4chst im hiesigen K\u00f6nigl. Forst mit Holzf\u00e4llen besch\u00e4ftigt. (Fichtenst\u00e4mme). Das Holz wurde auf den hiesigen Bahnhof transportiert und wurde zum Teil verfrachtet, teils wird es hier verarbeitet zum Bau von Baracken. \/<\/p>\n<p>1917 betrifft.<\/p>\n<p>15. M\u00e4rz Ortsausschu\u00df.<\/p>\n<p>In dem Ortsausschu\u00df f\u00fcr die regelm\u00e4\u00dfige und m\u00f6glichst restlose Bestellung der Fr\u00fchjahrsaussat wurden berufen: Hr. Pastor Meiers, Joh. Stammel, Michel Schmitt, Ortsvorsteher Spengler und Lehrer Gro\u00df. Eine gemeinsame Sitzung s\u00e4mtlicher Aussch\u00fcsse der B\u00fcrgermeisterei fand am 2. April statt.<\/p>\n<p>29. M\u00e4rz. Soldatentod.<\/p>\n<p>Am 29. M\u00e4rz starb auf dem Felde der Ehre der \u00e4lteste Sohn des Bergmannes Joh. Rusch von hier. Bei Ausbruch des Krieges diente er aktiv und machte den ganzen Feldzug bis zu dem erw\u00e4hnten Tage mit. Er lebte nach einer schweren Verwundung durch Granatschu\u00df noch drei\u00dfig Std. und konnte vor seinem Tode noch mit dem Sterbetrost der Kirche versehen werden.<\/p>\n<p>16. M\u00e4rz Fliegerangriff.<\/p>\n<p>Einen Fliegerangriff mit bedeutenden Kr\u00e4ften unternahmen die Feinde in der Nacht vom 16. Auf den 17. M\u00e4rz. Man konnte in Differten deutlich das Surren der Fliegermotore h\u00f6ren. Das V\u00f6lklinger Eisenwerk wurde von 4 Bomben getroffen. Durch eine derselbe wurde ein Teerkessel in Brand gesetzt. Das Donnern der Abwehrgesch\u00fctze dauerte l\u00e4nger als eine Stunde.<\/p>\n<p>Pfingstnach.<\/p>\n<p>Mit starken Kr\u00e4ften unternommener Fliegerangriff auf die Werke im Saartal. V\u00f6llige Zerst\u00f6rung eines Hauses in Wehrden. 4 Tote. Zieml. erhebliche Besch\u00e4digung des Eisenwerkes V\u00f6lklingen. \/<\/p>\n<p>1917 betrifft.<\/p>\n<p>Herbst. Flieger- und Flugabwehr.<\/p>\n<p>Die Fliegerhallen in unserer n\u00e4heren Umgebung sind fertig: eine befindet sich an unserem Waschhaus, eine zweite am \u201eBildchen\u201c, eine weitere oberhalb Werbeln. An klaren Abenden steigen sie als \u201eW\u00e4chter\u201c und \u201eSch\u00fctzen\u201c auf. Den feindlichen Fliegern scheinen sie keinen gro\u00dfen Schrecken einzujagen, da die Angriffe jetzt wieder sowohl bei Nacht wie auch bei Tage heftig eingesetzt haben. Wir sind in unserm Ort besonders gef\u00e4hrdet durch die \u201eBlindg\u00e4nger\u201c der Abwehrgesch\u00fctze. Sowohl bei dem gro\u00dfen Flieger\u00fcberfall am 24. September als auch bei den sp\u00e4teren (16. u. 17. Okt.) fielen im Dorfe und in der Umgebung mehrere nicht krepierte Granaten nieder, z.B. eine in der K\u00fcche des Johann H\u00fcmbert (Gro\u00dfmutter und Enkel weilten in demselben Raum), eine in dem Garten des Nicol. Hirtz.<\/p>\n<p>Abliefer. der Glocken.<\/p>\n<p>Am 15. Juni wurden unsere zwei schwersten Glocken, am 2. Aug. die zinnernen Prospektpfeifen unserer Orgel abgeliefert.<\/p>\n<p>1. Okt. Leben u. Sterben<\/p>\n<p>In diesem Jahre haust der Sensemann grausam bei uns. Am 1. Oktober hatte der Tod bereits sein 49. Opfer zu verzeichnen. Demgegen\u00fcber stand zum selben Termin eine Geburtsziffer von 35.\/<\/p>\n<p>1917 betrifft.<\/p>\n<p>Getreideaufnahme.<\/p>\n<p>Die in der Zeit vom 9.-11. Oktober gemachte Getreideaufnahme hatte f\u00fcr Differten folgendes Ergebnis:<\/p>\n<p>Roggen 1065,16 Ltr. Anbaufl\u00e4che 261 \u00bd Morgen<\/p>\n<p>Hafer 133,66 Ltr. Anbaufl\u00e4che 35 \u00be Morgen<\/p>\n<p>Selbstversorger: 665 Personen<\/p>\n<p>Versorgungsberechtigt: 1350 Personen.<\/p>\n<p>Von letzteren w\u00fcnschen 968 Bezugsscheine. 382 Pers. W\u00fcnschen durch die Gemeinde versorgt zu werden.<\/p>\n<p>Fliegerangriffe.<\/p>\n<p>Am 23. Okt. sind bisher Fliegerangriffe mit mehrern Geschwadern. Es war gegen 9 Uhr abends. Heftiges Abwehrfeuer. Ein gro\u00dfes Flugzeug mit zwei Motoren mu\u00dfte auf dem Geisberg niedergehen. Die Insassen, zwei englische Offiziere, wurden gefangen. Ein Flugzeug mu\u00dfte bei Forbach landen. Es ist das vermutlich dasselbe, das am selben Abend in nicht mehr als 50-60 m H\u00f6he \u00fcber unser Tal flog und in der N\u00e4he des Bahnhofs eine schwere Bombe abwarf. Nach dem unsicheren, niedrigen Flug zu urteilen, hatte es namhafte Besch\u00e4digungen erlitten.<\/p>\n<p>Am 30.10. wiederum Fliegerbesuch. Das Surren der \u00fcber uns dahin sausenden Maschinen ist unheimlich und zeigt ein zahlreiches Geschwader an. Es beginnt eine wahrhafte Artillerieschlacht. F\u00fcr uns ist es gef\u00e4hrlich, da\u00df so viele Blindg\u00e4nger aus den Abwehrgesch\u00fctzen \/<\/p>\n<p>1917 betr.<\/p>\n<p>Im Orte selbst und in der Umgebung niedergehen. Gestern abend schlug ein solcher durch das Dach des Georg Tasch und blieb im Hausgang liegen, ohne zu explodieren.<\/p>\n<p>Teil: Schulchronik<\/p>\n<p>&lt;Falk, Hauptlehrer&gt;<\/p>\n<p>Festrede<\/p>\n<p>Zur ersten Geburtstagsfeier Sr. Maj. Kaiser Wilhelm II. am 27. Januar 1889.<\/p>\n<p>\u201eSei Kaiser Wilhelm hier,<\/p>\n<p>Ganz deines Volkes Zier,<\/p>\n<p>Der Menschheit Stolz!<\/p>\n<p>F\u00fchl in des Thrones Glanz,<\/p>\n<p>Die hohe Wonne ganz,<\/p>\n<p>Liebling des Volks zu sein,<\/p>\n<p>Heil Kaiser dir\u201c!<\/p>\n<p>So die pr. Nationalhymne.<\/p>\n<p>Geehrte hier versammelte Vorsteher, Freunde und G\u00f6nner der hiesigen mehrklassigen Schule! Werte, liebe Kinder!<\/p>\n<p>Unser erhabener, junger K\u00f6nig u. Kaiser Wilhelm II., Sohn des hochseligen K\u00f6nigs Friedrich III., des Duldners von St. Remo und der noch lebenden Kaiserin Wwe. Viktoria, Prinze\u00df Royal von Gro\u00dfbritannien und Irland wurde am 27. Januar 1859 in Berlin geboren, und ist hochderselbe heute also 30 Jahre alt. \u2013 Ein Prinz ist uns geboren, so schallte es in den Nachmittagsstunden des angegebenen Tages durch ganz Berlin; &#8211; Telegraph und Extrabl\u00e4tter verk\u00fcndeten u. verallgemeinerten des frohe Ereignis durch das ganze Vaterland. Fr. Wilhelm IV., der damalige K\u00f6nig, welcher sich mit seiner hohen Gemahlin zu der Zeit in Rom befand, wurde diese frohe Meldung auf telegr. Wege gemacht. Unser \/ verstorbener Kaiser Wilhelm I., damals Prinz-Regent, der erhabene Gro\u00dfvater des neugeborenen Prinzen f\u00fchlte sich in folge der Geburt des kleinen Enkels der Art begl\u00fcckt, da\u00df er sich in gr\u00f6\u00dfter Eile zu dem neugeborenen Spr\u00f6\u00dfling begab. Marschall Wrangel trat bald darauf mit der Parole aus dem Palais: &#8211; \u201eEin t\u00fcchtiger, derber Rekrut, wie man ihn nur verlangen kann\u201c \u2013 Am 5. M\u00e4rz fand die Taufe des Prinzen statt. Auf seine Erziehung wurde die gr\u00f6\u00dfte Sorgfalt verwendet. Am 1. Sept. 1873, 14 Jahre alt, wurde er confirmiert, u. besuchte dann das Gymnasium zu Kassel. Nach dem Hausgesetze der Hohenzollern wurde der Prinz am 27. Januar 1877 18 Jahre alt, vollj\u00e4hrig erkl\u00e4rt und zum Ritter des schwarzen Adlerordens proklamiert.<\/p>\n<p>Was seine milit\u00e4rische Laufbahn anbelangt, so wurde er nach erlangter Gro\u00dfj\u00e4hrigkeit dem 1ten Garde-Rgt. Zugeteilt, bei welchem er seine einleitenden Studien in \u00dcbungen gewissenhaft wahrnahm.<\/p>\n<p>Im Herbst desselben Jahres bezog der Prinz die Universit\u00e4t Bonn, wo er 2 Jahre verblieb. \u2013<\/p>\n<p>Am 22. Januar 1881 verm\u00e4hlte er sich mit Viktoria, der \u00e4ltesten Tochter des nun verstorbenen Herzogs von Schleswig-Holstein, einer Prinzessin von trefflicher Begabung und hoher, geistiger Bildung. Dem hohen Paare sind bis jetzt 5 Kinder geboren.<\/p>\n<p>1. Pr. Wilhelm, der jetz. Kronprinz, geb. 7. Mai 1882, \/<\/p>\n<p>2. Prinz Friedrich,<\/p>\n<p>3. Prinz August,<\/p>\n<p>4. Prinz Oskar.<\/p>\n<p>Kronprinz Wilhelm bestieg als K\u00f6nig und Kaiser Wilhelm II. den Thron am 15. Juni v. J. Seine Regierung hat er mit einem sch\u00f6nen Programm begonnen. \u201eAuf den Thron meiner V\u00e4ter berufen\u201c, so sagt er in seinem Erlasse an sein Volk, \u201ehabe ich die Regierung \u00fcbernommen im Aufblick zu dem K\u00f6nig aller K\u00f6nige. Ich habe Gott gelobt, nach dem Leitziele meiner V\u00e4ter meinem Volke ein gerechter u. milder F\u00fcrst zu sein, &#8211; Fr\u00f6mmigkeit u. Gottesfurcht zu pflegen, den Frieden zu schirmen, die Wohlfahrt des Landes zu f\u00f6rdern, den Armen u. Bedr\u00e4ngten ein Helfer, dem Rechte ein treuer W\u00e4chter zu sein.\u201c \u2013 Und nun noch einige wenige Z\u00fcge aus seinem Leben:<\/p>\n<p>I.<\/p>\n<p>Von fr\u00fcher Jugend trat die Gutm\u00fctigkeit des Kaisers hervor. Als Sch\u00fcler in Kassel machte er meist mit einem Freunde eine Landpartie nach der nahen Wilhelmsh\u00f6he. Eine Frau bietet den jungen Herren Maiblumenstr\u00e4u\u00dfchen an, unter denen Prinz Wilhelm eines w\u00e4hlte, &#8211; dabei aber im Zweifel ist, was er der Frau zahlen soll. \u2013 Er fragt seinen Freund um Rat. Dieser antwortet, er m\u00f6ge nur geben, was er gerade zur Hand habe. \/ Prinz Wilhelm greift in seine Tasche u. giebt der Frau ein Zehnmarkst\u00fcck. Die Frau geht wie unbefriedigt von dannen. Prinz Wilhelm wendet sich zu seinem Freunde: \u201eIch f\u00fcrchte, ich habe der Frau zu wenig gegeben\u201c. Ja, ich begreife auch nicht, was die Frau eigentlich will; sie scheint nicht zufrieden zu sein. Ich will sie doch einmal fragen, setzte der Gymnasiast hinzu, was sie eigentlich meint. \u201eAch, 2 Pfennige\u201c, sagte die nochmals Herangerufene, \u201eist doch etwas wenig\u201c. Als ihr aber klar gemacht wurde, da\u00df das Erhaltene ein Zehnmarkst\u00fcck sei, und sie zugleich vernahm, wer ihr das Geld gegeben, war die arme Frau \u00fcbergl\u00fccklich. Sie wollte durchaus, der Prinz m\u00f6ge daf\u00fcr nun auch alle ihre Str\u00e4u\u00dfchen nehmen. Prinz Wilhelm hatte seine liebe Not, die Frau zu beruhigen, da\u00df er auf seinem Spaziergange nicht mehr brauchen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>Und nun ihr hier in patriotischer Stimmung versammelten Mitb\u00fcrger \u2013 und ihr lieben, werten Schulkinder, geben wir unserer in Vaterlandsliebe und Landesvaterliebe gehobener Begeisterung dahin Ausdruck, da\u00df wir unsern erhabenen, jungen Kaiser hoch leben lassen. Erheben wir darum uns alle u. rufen wir aus: \u201cUnser erhabener jugendlicher Kaiser Wilhelm II., der w\u00fcrdige \/ Nachfolger und Sohn des Duldners von St. Remo, er lebe \u2013 hoch! Und noch einmal \u2013 hoch.\u201c Und abermal \u2013 Hoch!<\/p>\n<p>Falk<\/p>\n<p>Hauptlehrer<\/p>\n<p>&lt;Joseph Pr\u00fcmm, Lehrer, Rendant&gt;<\/p>\n<p>1889<\/p>\n<p>1. Oktober trat Herr Lehrer Falk nachdem er 45. Jahre an hiesigem gewirkt hatte mit 1595 M. Pension in den wohlverdienten Ruhestand.<\/p>\n<p>An seine Stelle trat ich, Joseph Pr\u00fcmm, geboren am 13. Febr. 1863 zu Bisten, 1 Stunde von Differten als Sohndes dortigen Lehrers und Rendanten. Die Vorbildung geno\u00df ich im Pr\u00e4parandenkursus zu Saarlouis. In den Jahren 1880-1883 war ich in Wittlich als Z\u00f6gling im dortigen Seminar. Darauf gen\u00fcgte ich meiner Milit\u00e4rpflicht in Diedenhofen. Meine erste Anstellung erhielt ich nach D\u00fcppenweiler, Kreis Merzig. Nach f\u00fcnfj\u00e4hriger Th\u00e4tigkeit an diesem Orte wurde ich nach Losheim, desselben Kreises berufen, woselbst mir die Hoffnung gegeben wurde von seiten der Beh\u00f6rde, mein Gehalt werde von 1050 M. auf 1200 M erh\u00f6ht. Allein die dortigen \u201eManschettenbauern\u201c glaubten, der Lehrer als \u00fcberfl\u00fcssiges \u00dcbel habe schon zu viel mit 1050 M. Gl\u00fccklich war ich daher, als ich schon nach 1 Jahre nach Differten berufen wurde.<\/p>\n<p>12. Oktober.<\/p>\n<p>Fand in dem festlich geschm\u00fcckten Schulsaale der Knabenoberklasse die feierliche Verabschiedung des Hr. Falk und die Einf\u00fchrung meiner Person durch Herrn Lokalschulinspektor und Pfarrer Bach statt. Die Feier begann mit einem Hochamte. Darauf versammelten sich die Bewohner von Differten u. Friedrichweiler in dem genannten Saaele, woselbst die Feier durch Gesang, Gedichte, und Festrede verherrlicht wurde. Als Geschenk verehrte man ihm (Falk) einen &#8212; Sessel. \/<\/p>\n<p>1. November<\/p>\n<p>trat Herr Zillig, Lehrer an der Mittelklasse einen sechsmonatlichen Urlaub wegen Krankheit an. Als Vertreter wurde Hr. Schlicker aus Landsweiler, Krs. Ottweiler, geschickt. Derselbe bezog eine Remuneration von 2 M pro Tag zu einer Zeit, wo ein Bergmann 6 \u2013 7 M pro Schicht verdiente.<\/p>\n<p>1890<\/p>\n<p>Neujahr brach \u00fcber unsere Gemeinde die Influenza herein, von welcher fast alle Einwohner mit wenigen Ausnahmen befallen waren. Das ganze Lehrpersonal war davon befallen. W\u00e4hrend anderweitig die Schulen fast \u00fcberall geschlossen waren, wurden sie hier nicht, trotz dem es beantragt war und \u00fcber 50 % der Kinder fehlten.<\/p>\n<p>27. Januar<\/p>\n<p>Feier des Geburtstages Sr. Majest\u00e4t unseres Heldenkaisers und K\u00f6nigs Wilhelm II. Derselbe wurde in herk\u00f6mmlicher Weise gefeiert. Die Festrede hielt Lehrer Pr\u00fcmm. Gegenstand der Rede war: Betrachtung der Erziehung des Monarchen. Gleichzeitig wurde ein Bild Kaiser Wilhelms II., Geschenk des Ministeriums, der Schule \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>1. Oktober<\/p>\n<p>trat Herr Zillig in den Ruhestand, nachdem in der Zeit seiner Beurlaubung man es verschiedentlich versucht hatte, ihm am Zeug zu flicken. Sein Nachfolger ist Lehrer Peter Adolf Gro\u00df, geb. zu K\u00f6rperich Krs. Bitburg.<\/p>\n<p>1891.<\/p>\n<p>Feier des Geburtstages Sr. Majest\u00e4t, Wilhelm II. nach folgendem Programm:<\/p>\n<p>1. Gottesdienst,<\/p>\n<p>2. Schulfeier: Chorlied.<\/p>\n<p>Es folgten Gedichte, von den Sch\u00fclern der einzelnen Klassen, mit Ges\u00e4ngenabwechselnd.<\/p>\n<p>Im Schmidtschen Lokale war Festessen mit 20 Teilnehmern.<\/p>\n<p>Juli<\/p>\n<p>Den 9. War Submission f\u00fcr die Arbeiten zum Neubau einer Kirche in gothischem Style. Bauleiter war Architekt Hecktor aus Roden. Unternehmer Strau\u00df von Merzig \u00fcbernahm die Maurerarbeiten mit Aufgebot von 8 %. Der Bau wurde in demselben Jahre bis Fensterbankh\u00f6he gef\u00fchrt. \/<\/p>\n<p>1891<\/p>\n<p>Dieses Jahr war von hoher Bedeutung wegen der Arbeiterbewegung. Auch in Differten schlo\u00df man sich derselben an durch den Beitritt zum Rechtsschutzverein. Die F\u00fchrer waren Georg Sander u. Nik. Hammacher, beide Personen von zweifelhafter G\u00fcte. Beide sind charakterisiert durch folgende Begebenheit: Im Soff verabreden sich beide, ihre Frauen zu pr\u00fcgeln, was denn auch vollzogen wurde, worauf sie in der Gonderschen Wirtschaft ruhig weiterzechten.<\/p>\n<p>1892<\/p>\n<p>Am 27. Januar bei reger Beteiligung K\u00f6nigsgeburtstagsfeier im Saale der oberen Knabenklasse.<\/p>\n<p>&lt;Adolf Gro\u00df&gt;<\/p>\n<h3>Schulchronik<\/h3>\n<p>1. Jetzige Gestalt der Schule zu Differten (Klassen, Schuls\u00e4le, Wohnungen)<\/p>\n<p>Die Schule zu Differten umfa\u00dft gegenw\u00e4rtig 6 Klassen (Schule Friedrichweiler eingeschlossen) und zwar zu Differten 2 parallele Oberclassen, 1 gemischte Mittelklasse und zwei parallele Unterklassen, in Friedrichweiler: 1 gemischte Klasse mit s\u00e4mtlichen Jahrg\u00e4ngen. Die Zahl der Sch\u00fcler in den einzelnen Klassen betr\u00e4gt, wie unten unter \u201eStatistisches\u201c angegeben. Die Kinder werden in 4 Schuls\u00e4len unterrichtet (Differten). Mittelklasse und Knabenunterklasse haben einen Saal gemeinschaftlich. Es bestehen f\u00fcr 4 Lehrpersonen Dienstwohnungen, und zwar sind in einem Hause 2 Wohnungen f\u00fcr den Lehrer an der ersten und f\u00fcr den an der gemischten Klasse. Die Zimmer sind zwar etwas niedrig, aber doch zieml. ger\u00e4umig und es ist als ein sch\u00e4tzenswerter Vorzug zu bezeichnen, da\u00df beide Wohnungen trocken sind. Dagegen entsprechen die Wohnungen, besonders aber die Schuls\u00e4le der beiden M\u00e4dchenklassen nicht den Anforderungen, die die heutige Zeit sowohl in sanit\u00e4rer als auch \u00e4sthetischer Hinsicht an die Erziehungsst\u00e4tten der Jugend stellt. W\u00e4hrend die Schuls\u00e4le der beiden Knabenklassen hoch, gesund, hell, luftig und ger\u00e4umig sind, kann man von den alten S\u00e4len ungef\u00e4hr das gerade Gegenteil sagen. Der Hauptgrund dieser M\u00e4ngel soll in der geringen Leistungsf\u00e4higkeit der Gemeinde liegen. Wenn dieser Grund nun fr\u00fcher auch zutraf, und auch heute auf der Gemeinde gro\u00dfe Lasten ruhen, \/ so kann man doch angesichts des stets wachsenden Wohlstandes die feste Hoffnung hegen, da\u00df besagte \u00dcbelst\u00e4nde bald beseitigt werden.<\/p>\n<p>&lt;Statistisches<\/p>\n<p>Gegenw\u00e4rtige Sch\u00fclerzahl (1896) Ostern A.1 Knabenkl. 55 Sch\u00fcl. B 1. M\u00e4dchenklasse 55. C. Gemischte Mittelkl. 75 Sch\u00fcl. D Untere Knabenkl. 79 Sch\u00fcl. E. Untere M\u00e4dchenkl. 55 Sch\u00fcl. F. Schule zu Friedrichweiler.&gt;<\/p>\n<p>Gegenw\u00e4rtig wirken an den einzelnen Klassen folgende Lehrkr\u00e4fte. I. Knabenklasse: Lehrer Adolf Gro\u00df geboren am 27. Oktober 1862 zu K\u00f6rperich im Kreise Bitburg als Sohn des dortigen Lehrers. Seine Vorbildung f\u00fcr Seminar geschah im P\u00e4rparandencursus zu Bitburg und fiel in die Zeit des Lehrermangels Ende der 70er und anfangs der 80er Jahre. Aus diesem Grunde verwaltete er 2 Jahre lang die Schulstelle zu Ordorf bei Dudeldorf. Seminar zu Wittlich 1880 \u2013 83. 1 Schulstelle zu Darscheid im Kreise Daun, 2. Zu Walsdorf im selben Kreise (1885-1890) und seit Herbst 1890 in Differten, bis zum Ausscheiden des Lehrers Pr\u00fcmm an der Mittelklasse und seit Herbst 1894 an der Knabenoberklasse. II. Klasse (Gemischte Mittelklasse). Lehrer Wilhelm Loch, geboren am 1. M\u00e4rz 1858 zu Merscheid, vorgebildet im Lehrerseminar zu Metz, wirkte als Lehrer an den Schulstellen zu Hargarten und Lubeln &lt;d.i. Longeville-l\u00e8s-Saint-Avold&gt; in Lothringen, ferner in G\u00f6ttelborn und \u00dcberherrn im Regierungsbezirk Trier. Die hiesige Stellte trat Hr. Loch im Jahre 1895 an. (1. M\u00e4rz).<\/p>\n<p>&lt;Anmerkung zu Lehrer Loch:<\/p>\n<p>Hr. Loch wurde an die hies. Volksschule ernannt am 1. M\u00e4rz 1895. Derselbe ist geboren am 4. Nov. 1858 zu Morscheid, Krs. Berncastel. Sein Vagter, auch Lehrer, siedelte im Jahre 1875 ins Reichsland \u00fcber, \u201ewoselbst man als Preu\u00dfe der Bev\u00f6lkerung ebenso fremd gegen\u00fcber stand, als ob man in Amerika w\u00e4re\u201c. Seine Ausbildung erlangte Hr. Loch im Kaiserl. Lehrerseminar zu Metz 1877-80. Nach 5j\u00e4hriger Dienstzeit sehnte er sich jedoch nach \/ Verwendung im Heimatlichen Schuldienst, \u201eda das Germanisierungsgesch\u00e4ft in Lothringen ein sehr undankbares war.\u201c \u201eda\u00df mir die in Lothringen zugebrachten Jahre in Preu\u00dfen nicht angerechnet w\u00fcrden, hatte ich allerdings nicht erwaret, trotzdem m\u00f6chte ich in die fr\u00fcher. Verh\u00e4ltn. Nicht zur\u00fcckkehren, da die Loth. Bev\u00f6lkerung den Preu\u00dfenha\u00df noch so lange nicht aufgeben wird.\u201c&gt;<\/p>\n<p>Knabenunterklasse: Lehrer Baptist Stummbillig, geboren zu Neunkirchen, wurde zum Lehrfach im Seminar zu Wittlich ausgebildet, war zuerst als Lehrer an der Schule zu Reuland im Kreise Pr\u00fcm, dann zu Fickingen im Kreise Merzig und seit Ostern 1896 an der hiesigen Schule. \/<\/p>\n<p>M\u00e4dchenoberkl. Frl. Ruthsatz, geboren zu Saarburg, daselbst im Seminar vorgebildet und seither, 12.5.1879, an der hiesigen Volksschule.<\/p>\n<p>M\u00e4dchenunterkl. Frl Grein aus Gersweiler, Kreis Saarbr\u00fccken, ist seit 1895 in Differten, vorher in Sch\u00f6ndorf, Landkreis Trier.<\/p>\n<p>In der neugegr\u00fcndeten Schule zu Friedrichweiler wirkt als Lehrer Hr. Peter Wagner, geboren zu Schiffweiler Kreis Ottweiler, vorgebildet im Pr\u00e4parandencursus zu Neunkirchen und im Seminar zu Wittlich 1892\/95.<\/p>\n<p>Die hiesige dritte Lehrerstelle (5. Schulkl. \u00dcberhaupt) wurde im Jahre 1893 gegr\u00fcndet und am 1. Juli desselben Jahres durch den Lehrer Hrn. Alken aus Trier besetzt (Seminarist zu Pr\u00fcmm 1890\/93.) Genannter Herr wurde ohne seinen Antrag von Oster 1896 an an die Schule zu (Ostern) G\u00fcchenbach berufen. Er war hier ein t\u00fcchtiger Lehrer, der nach dem zeugnisse seiner vorgesetzten Beh\u00f6rden mit gutem Erfolge unterrichtete, auch ein aufrichtiger und jeder Zeit gef\u00e4lliger Kollege.<\/p>\n<p>Das neue Schulhaus zu Friedrichweiler wurde durch den Unternehmer Herrn Schneider aus Bous erbaut. Haus und Schulsaal wurden durch Herrn Pfarrer u. Lokalschulinspector Bach im Beisein s\u00e4mtl. Lehrpersonen und der Ortsbeh\u00f6rden am 19. Februar 1896 feierlich eingeweiht. Die Schule ist mit h\u00fcbschen und zweckm\u00e4\u00dfigen Lehrmitteln bedacht. Die Wohnung wird freundlich, und es ist ein hinreichender Garten in Aussicht genommen. \/<\/p>\n<p>Es mag f\u00fcr die Beurteilung mancher Erscheinungen im Schulleben nicht unwichtig sein, einen Blick auf das Verh\u00e4ltnis bezw. Die Stellung der Gemeindebewohner zur Schule zu werfen. Und da w\u00fcrde mein Urteil, nach beinahe sechsj\u00e4hriger Erfahrung lauten: Nicht \u00fcbelwollend, aber indifferent. Als Belege zu dieser Behauptung m\u00f6chte ich folgende Erfahrungen mitteilen: Die Teilnahme an den \u00f6ffentlichen Schulpr\u00fcfungen ist gleich Null, trotz der waremn Einladung des Herrn Lokalschulinspectors. M\u00f6gen manche andere Gr\u00fcnde in einer Anzahl von solchen F\u00e4llen zul\u00e4ssig sein, vielmehr zugegeben werden, alle sind jedenfalls nicht leicht zu entschuldigen, besonders begreife ich nicht das Ausbleiben solcher Eltern, die in der Schule brave und flei\u00dfige Kinder haben, vor allen Dingen aber nicht das Fehlen derjenigen, die \u00fcber das Wohl und Wehe der Gemeinde und nicht am wenigsten auch der Schule zu urteilen sich berufen glauben.<\/p>\n<p>Dann aber, und das ist ungleich f\u00fchlbasrer f\u00fcr den Lehrer, kann man im allgemeinen (mehrere Ausnahmen werden bereitwilligst und freudigst zugegeben) keinen Einflu\u00df der Eltern auf die Anfertigung der Hausaufgaben merken. Ja, den Kindern wird vielfach nicht die n\u00f6tige Zeit verstattet, die dringenden Schularbeiten zu erledigen: jahraus jahrein Holz- u. Futtersuchen. Da\u00df dieses ewige Waldlaufen (nicht blo\u00df bei den D\u00fcrftigen!) auch auf die gesamte Erziehung einen nachtheiligen Einflu\u00df aus\u00fcbt, d\u00fcrfte klar sein. \/<\/p>\n<p>Der Hauptgrund zu diesem passiven Verhalten der Schule gegen\u00fcber liegt haupts\u00e4chlich darin: Wenn der Knabe der Entlassung der Schule entgegensieht, so ist er nur noch von dem erkl\u00e4rlichen Gedanken beseelt, bald Arbeit zu finden: sein letztes Ziel ist, Bergmann zu werden. Dieser Gedanke wird schon fr\u00fch in dem Jungen gen\u00e4hrt, und in der Erf\u00fcllung dieses Wunsches erblicken Eltern und Kinder ihr einzig erstrebenswertes Ziel. Leider wird die Annahme der Jungen seitens der Bergwerks- und Fabrikverwaltungen zum allergeringsten Teile von der Beschaffenheit des Entlassungszeugnisses abh\u00e4ngig gemacht, obwohl es klar ist, da\u00df von dieser Seite auf das Betragen der Kindern, aber auch auf die Eltern der Weise eingewirkt werden k\u00f6nnte, da\u00df sie auf Flei\u00df u. Ordnung der Kinder mehr als bisher achten.<\/p>\n<p>Bemerkenswertes aus dem Schulleben der letzten Jahre (Erg\u00e4nzung zu den Aufzeichnungen der Herren Falk u. Pr\u00fcmm<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr des Jahres 1893 beehrte Hr. Regierungs- und Schulrat Dr. Fl\u00fcgel die hiesigen Schulen mit seinem Besuche und veranla\u00dfte die Gr\u00fcndung der 5. Schulklasse hierselbst.<\/p>\n<p>Die Feier des Geburtstages Sr. Majest\u00e4t wird in jedem Jahre feierlich im Schulsaale der Mittelklasse begangen. Die Beteiligung war jedesmal eine sehr starke und der Verlauf des Festes ein sch\u00f6ner und erhebender.<\/p>\n<p>Am Montag nach Wei\u00df-Ostern 1895 machten die beiden hiesigen Oberklassen unter Teilnahme s\u00e4mtl. Lehrpersonen einen Ausflug nach dem Schlachtfeld von Spichern. Die Bahn brachte uns gegen 11 Uhr nach Saarbr\u00fccken, von da ging es in geschlossener Kolonne durch die St\u00e4dte bis zur \u201eNeuen Bremm\u201c. Nach kurzer Rast erstiegen wir die H\u00f6hen an der Stelle, wo die Brigade \u201eFrancois\u201c den Sturn unternahm und standen auch an der Stelle, wo er (Francois) vermutlich den Heldentod starb. Einige Worte \u00fcber den Tod dieses Mannes, an der Spitze \/ seiner Truppen machen auf die Knaben einen sichtlichen Eindruck. Es wird nach und nach aufgrund des Werkchens von Ruppersberg (illustr. Von Maler R\u00f6chling) den Knaben der Hauptverlauf der Schlacht klar gemacht unter besonderem Hinweis auf die fast \u00fcbermenschlichen Anstrengungen der preu\u00dfischen Truppen. Geschichtsunterricht bei einer solchen Staffage! Wir waren stolz darauf; denn wie vielen Schulen ist \u00c4hnliches nicht verg\u00f6nnt. Auf der H\u00f6he des Berges macht sich dann schlie\u00dflich die hoch gestiegene Begeisterung Luft durch den Gesang patriotischer Lieder, brausende Hochs auf den siegreichen F\u00fchrer und die tapfern gefallenen u. \u00fcberlebenden K\u00e4mpfer, sowie auf unseren Kaiser Wilhelm der das \u00fcberkommene Erbe im Sinne des Heldenkaisers und des herrlichen Vaters verwaltet. Nach dem Abstieg einige Stunden Ruhe in Saarbr\u00fccvken und dann fr\u00f6hliche Gemeinschaft! Der Nutzen eines solchen Spaziergangs besonders auch in geographischer Hinsicht, ist gewi\u00df nicht zu untersch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Das Jahr 1892 brachte uns viele Maik\u00e4fer. Die Sch\u00fcler unter Aufsicht ihrer Lehrer mu\u00dften sich feli\u00dfig dem Vertilgungsgesch\u00e4fte dieser ungebetenen G\u00e4ste widmen. Es scheint die m\u00fchsame, unerquickliche Besch\u00e4ftigung recht erfolgreich gewesen zu sein, das das folgende Flugjahr 1895 uns verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenig von diesem Ungeziefer brachte, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen Orte der B\u00fcrgermeisterei davon f\u00f6rmlich \u00fcberflutet waren. \/<\/p>\n<h3>Schulchronik 1896<\/h3>\n<p>15. M\u00e4rz<\/p>\n<p>Die Schulpr\u00fcfungen an den hiesigen Schulen fanden am 15. U. 16. M\u00e4rz statt.<\/p>\n<p>Ostern<\/p>\n<p>Gingen zur H. Kommunion 13 Knaben u. 18 M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>Versetzung des hies. K\u00f6nigl. Kreis-Schulinspectors Herrn Dr. Kallen als Seminardirektor nach Elten und Verwaltung der Inspect. Durch Hrn. Dr. Baiers aus Merzig.<\/p>\n<p>2. September<\/p>\n<p>Feier des Sedanfestes. Nach der Schulfeier Spaziergang \u00fcber Friedrichweiler nach Kreuzwald, Hargarten, Falk, Merten, \u00dcberherrn und von da nach Hause.<\/p>\n<p>1897<\/p>\n<p>Januar<\/p>\n<p>Brachte in der Familie des Lehrers Gro\u00df 3 schwere Diphteritisf\u00e4lle, die aber gl\u00fccklich verliefen, insofern keines der drei betroffenen Kinder starb, doch waren die Folgen f\u00fcr die Sprachorgane und das Gesicht zweier K. sehr schlimm, so da\u00df der Besuch der Schule \u00e4rztlicherseits bis Ostern untersagt wurde. Schlaf- und Wohnzimmer mu\u00dften auf h\u00f6here Anordnung v\u00f6llig desinfiziert werden u. bei der Gelegenheit wurde endlich ein altes, kaum bewohnbares Zimmer v\u00f6llig neu gemacht (auf dem Gang vorn rechts).<\/p>\n<p>1. Jan.<\/p>\n<p>Hr. Lehrer Wagner von Friedrichweiler nach Ritterstra\u00dfe und Hr. Lehrer Herres von Rammelfangen nach Friedrichweiler versetzt.<\/p>\n<p>27. Januar<\/p>\n<p>Gemeinsame Feier des Geburtstages Sr. Majest. des Kaisers im Saale des Wirthes Michel Hess. Der Schulfeier ging ein Festgottesdienst voraus. Daran schlo\u00df sich der Festakt der Schulen nach dem umseitig angef\u00fchrten Programme:<\/p>\n<p>Programm zur Feier des Geburtstages Sr. Majest\u00e4t des Kaisers.<\/p>\n<p>1. Lied: Was ist des deutschen Vaterland?<\/p>\n<p>2. Deklamat: Hurra heut ist ein froher Tag.<\/p>\n<p>3. Heut ist mein Herz so fr\u00f6hlich.<\/p>\n<p>4. Lied.<\/p>\n<p>5. Als sich der Kaiser nicht verm\u00e4hlte.<\/p>\n<p>6. Lied: Dem Kaiserhaus.<\/p>\n<p>7. Der Dorfknabe am Geburtstag des Kaisers.<\/p>\n<p>8. Ein Hohenzoller h\u00e4lt fest.<\/p>\n<p>9. Lied: Als die Trommel klang.<\/p>\n<p>10. Die Kaisergarde.<\/p>\n<p>11. Mein Kaiser.<\/p>\n<p>12. Ich bin Husar gewesen.<\/p>\n<p>13. Mein Vaterland.<\/p>\n<p>14. Die deutsche Kaiserkrone.<\/p>\n<p>15. Lied. Am gr\u00fcnen Saum der Saar.<\/p>\n<p>16. Hoch dem Heldenkaiser.<\/p>\n<p>17. Sannsouci.<\/p>\n<p>18. K\u00f6nigin Louise.<\/p>\n<p>19. Im Dienst der Liebe.<\/p>\n<p>20. Lied. Hinaus in die Ferne.<\/p>\n<p>21. Patriotisch. Festspiel von K\u00fcppers: \u201ePrinz u. Kaiser\u201c<\/p>\n<p>22. Lied. Die Wacht am Rhein.<\/p>\n<p>23. Festrede des Lehrers Stummbillig.<\/p>\n<p>24. Heil dir im Siegerkranz. \/<\/p>\n<p>Programm 1897<\/p>\n<p>22. M\u00e4rz<\/p>\n<p>1. Die Wacht am Rhein (Von allen Anwesenden gesungen).<\/p>\n<p>2. Deutsche Kaiserweihe.<\/p>\n<p>3. Der Kaiser u. der Bauer.<\/p>\n<p>4. Im Forste bei Hubertusstock.<\/p>\n<p>2. Lied Was ist des deutschen Vaterland.<\/p>\n<p>6. Das treue deutsche Herz.<\/p>\n<p>7. Ein Kaiserwort.<\/p>\n<p>8. Es zog ein bleicher Engel.<\/p>\n<p>9. Lied. Wer ist der greise Siegesheld?<\/p>\n<p>10. Zum 100. Geburtstag Wilh. d. Ersten<\/p>\n<p>11. Germania.<\/p>\n<p>12. Kaiser Wilhelm I.<\/p>\n<p>13. Lied.<\/p>\n<p>14. Patriotisch. Festspiel von Hoischen.<\/p>\n<p>15. Ged\u00e4chtnisrede auf Wilhelm d. Gro\u00dfen. Idee. Die Einigung des Reiches durch Wilhelm I. (Lehrer Gro\u00df\u00b4).<\/p>\n<p>16. Deutschland \u00fcber Alles.<\/p>\n<p>17. Hoch auf Kaiser Wilh. II.<\/p>\n<p>18. Nationalhymne.<\/p>\n<p>23. M\u00e4rz<\/p>\n<p>Am 23. M\u00e4rz machten die Schulen einen Ausflug \u00fcber den Geisberg nach Wadgassen. Fast alle Knaben trugen Schwarz-wei\u00df-rote Fahnen. \/<\/p>\n<p>1897.<\/p>\n<p>M\u00e4rz<\/p>\n<p>Am 29. u. 30. M\u00e4rz fanden in den hiesigen Schulen die Osterpr\u00fcfungen statt. Die Ostern zur Entlassung gelangenden Kinder (16 Knaben, 16 M\u00e4dchen) besuchen jedoch die Schule noch bis zum Schlu\u00df des Samstags.<\/p>\n<p>25. April<\/p>\n<p>Es gingen am Wei\u00dfen Sonntag zur ersten H. Kommunion: 23 Knaben und 24 M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>26. April<\/p>\n<p>An diesem Tage machten die tags vorher zur Heil. Komm. Gegangenen Kinder in Begleitung ihrer Lehrer, sowie des Herrn Pastors Bach eine Spazierfahrt nach Metz. Der erste heitere, warme Fr\u00fchlingstag! Die Freude der Kleinen zu schildern, ist \u00fcberfl\u00fcssig, wenn man bedenkt, da\u00df noch keines von den Kindern eine solche Stadt gesehen hatte. Von den in Augenschein genommenen Sehensw\u00fcrdigkeiten seien erw\u00e4hnt: Der Bahnhof, die prachtvollen neuen Kasernen, der Dom, die unvergleichlich herrliche Esplanade mit dem Reiterstandbild Wilhelms des Gro\u00dfen, einige hervorragende Pfarrkirchen und das kaiserliche Lehrerseminar, (ehemaliges Jesuitenkloster), dessen Director Hr. Dr. Vigetzt uns freundl. Aufnahm, und alles Sehenswerte zeigte und uns zuletzt im Speisesaal mit Wein u. feinem Weizenbrot regulierte. Der Eindruck der ganzen Reise war ein ausgezeichneter.<\/p>\n<p>27. April<\/p>\n<p>Beginn des Unterrichts f\u00fcr das Sommersemester. Es wurden neu aufgenommen: 34 Knaben und 18 M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>Juni<\/p>\n<p>Der hiesige Gemeinderat setzte in seiner Sitzung im Juni auf Vorschlag des Herrn B\u00fcrgermeisters Clemens die Geh\u00e4lter der hiesigen Lehrer und Lehrerinnen in dankenswerter Weise fest, wie folgt:<\/p>\n<p>1. Lehrer: a. Grundgehalt 1200 (erste Lehrerstelle 1350 Mrk).<\/p>\n<p>b. Altersstufen 9 zu je 150 Mrk.<\/p>\n<p>2. Lehrerinnen: a. Grundgehalt 900 Mrk.<\/p>\n<p>b. 9 Altersstufen zu je 100 Mk. \/<\/p>\n<p>1897.<\/p>\n<p>Juni 6.-11. Vom 6. Bis 11. Juni dauerten die Heuferien (Pfingstferien).<\/p>\n<p>Juli 24.-1.<\/p>\n<p>Die Heuferien begannen am 24. Juni und dauerten bis zum 1. Juli.<\/p>\n<p>20.S.-16. Oct. Herbstferien vom 20. September bis 16. October.<\/p>\n<p>Mitte Oktob.<\/p>\n<p>Durch Erla\u00df des Herrn Kultusministers werden Hrn. Loch bei der Regulierung der Geh\u00e4lter der in Lothringen zugebrachten Dienstjahre angerechnet. (Siehe Fu\u00dfnote S. 5).<\/p>\n<p>Ende Octob.<\/p>\n<p>Der Sch\u00fcler Jacob K\u00e4f wurde auf Antrag der Schule entlassen (26. Octob.).<\/p>\n<p>Nov. 15.<\/p>\n<p>Lehrerkonferenz zu Fraulautern unter Vorsitz des Kreis-Schulinspectors Herrn Grimm und unter Anwesenheit des Reg. u. Schulraths Herrn Dr. Fl\u00fcgel.<\/p>\n<p>Von Anfang November an ist der Gesundheitszustand unter den Knaben ein mangelhafter; 2 erkrankten an Typhus; jetzt (6. Dez.) ist eine kleine Besserung festzustellen.<\/p>\n<p>1898.<\/p>\n<p>27. Jan. Die Feier des Geburtstages Sr. Majest\u00e4t.<\/p>\n<p>Vorerst fand ein feierl. Hochamt mit Tedeum statt, dem s\u00e4mtl. Schulkinder und das Lehrpersonal, alle Veteranen der Feldz\u00fcge 1848, 64, 66, 70\/71 sowie eine gro\u00dfe Menge anderer Bewohner Differtens beiwohnten. Der Schulfestakt fand im Saale des Wirtes He\u00df statt (gemeinsame Feier f\u00fcr alle Klassen).<\/p>\n<p>Der Saal war sch\u00f6n geschm\u00fcckt und die B\u00fcste des Kaisers prangte in einem Walde von Gr\u00fcn und Blumen.<\/p>\n<p>1898. Januar.<\/p>\n<p>Programm zur Feier des Geburtstages S. Maj.<\/p>\n<p>1. Lied. Was gl\u00e4nzt dort vom Walde ein Sonnenschein?<\/p>\n<p>2. Deklamat. Festfreude.<\/p>\n<p>3. \u201e Des Kaisers Geburtstag.<\/p>\n<p>4. \u201e Der gute Kaiser.<\/p>\n<p>5. \u201e Geburtstagsst\u00fcckchen<\/p>\n<p>6. Lied.<\/p>\n<p>7. Deklamat Kaisers Geburtstag.<\/p>\n<p>8. Fritz und der Regenschirm.<\/p>\n<p>9. \u201e Schwarz-wei\u00df-rot.<\/p>\n<p>10. \u201e Dem Kaiser.<\/p>\n<p>11. \u201e Gru\u00df an Kaiser Wilh.<\/p>\n<p>12. Lied. Die No. 40.<\/p>\n<p>13. Deklamat. Kaiserlied der Kinder.<\/p>\n<p>14. \u201e Der erste Sieg.<\/p>\n<p>15. Festspiel. Preu\u00dfenlied (Obere M\u00e4dchenkl.).<\/p>\n<p>16. Lied Herr Heinrich sa\u00df am Vogelh.<\/p>\n<p>17. Festspiel. Deutschland \u00fcber alles.<\/p>\n<p>18. Festrede.<\/p>\n<p>19. Heil dir im Siegerkranz.<\/p>\n<p>21. u. 22. M\u00e4rz<\/p>\n<p>Die Osterpr\u00fcfungen fanden am 21. u. 22. M\u00e4rz statt. An denselben nahmen teil der Hr. Local-Schulinspektor, sowie die Lehrpersonen der Ortsschulinspektion. Die Beteiligung seites der Ortseingesessenen war ganz gering.<\/p>\n<p>1898.<\/p>\n<p>6. April.<\/p>\n<p>Die Entlassung der Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen, sowie die Aufnahme der Kleinen geschah am 6. April. Entlassen wurden 14 Knaben und 14 M\u00e4dchen. Neu aufgenommen wurden Knaben und M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>17. April.<\/p>\n<p>Zur H. Kommunion gingen 24 Knaben und 16 M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>Im Herbste wurde der Sch\u00fcler Johann Peter Schneider auf Reklamation entlassen.<\/p>\n<p>1899.<\/p>\n<p>1. Jan.<\/p>\n<p>Am Neujahrstag starb der pensionierte Lehrer Herr Falk nach kurzer Krankheit an den Folgen einer Lungenentz\u00fcndung. \u00dcber seine segensreiche Th\u00e4tigkeit in Differten ist schon an anderer Stelle in diesem Buche berichtet worden. Er war das Muster eines soliden und th\u00e4tigen Mannes f\u00fcr die ganze Gemeinde, ein Vorbild f\u00fcr alle Kollegen. Er lebte noch 9 Jahre nach seiner Pensionierung und erfreute sich seiner vorz\u00fcgl. Gesundheit.<\/p>\n<p>5. Mai.<\/p>\n<p>Der heutige Tag bedeutet einen Markstein f\u00fcr die Geschichte der Gemeinde Differten sowie auch der Schule. Pfarrer und Lokalschulinspektor Hr. Bach starb pl\u00f6tzlich infolge eines Herzschlages. Des Morgens fand man ihn tot im Bette. Nach vorhergegangenen kurzen Leiden durfte man sich gerade der Hoffnung hingeben, da\u00df nunmehr wieder alles im gewohnten Gleise sei, da kommt dieser j\u00e4he, unerwartete Schlag. Von der unbegrenzten Liebe, mit dem die Pfarrkinder an dem Verstorbenen hingen, sowie an dem in jeder Hinsicht edeln u. erhabenen Charakter des Heimgegangenen, besonders aber von dem liebevollen Herzen geben nicht nur die erhebenden Begr\u00e4bnisfeierlichkeiten, die ehrenden Nachrufe und die Lobreden seiner geistlichen Mitbr\u00fcder, sondern vor allem die tiefaufrichtige Trauer seiner Pfarrangeh\u00f6rigen lebendiges Zeugnis. Man k\u00f6nnte den Verstorbenen das verk\u00f6rperte Pflichtbewu\u00dftsein nennen, verkl\u00e4rt vom Schimmer einer hingebenden Liebe. Obwohl er selbst im Leben von \u201eapostolischer Einfachheit war, so g\u00f6nnte er von Herzen einem jeden seiner Sch\u00e4flein unschuldige Freude und frohen Genu\u00df.<\/p>\n<p>Herr Pfarrer Bach war, und das verdient gewi\u00df an dieser Stelle hervorgehoben zu werden, ein warmer Freund der Schule. Er erkannte die hohe Bedeutung einer guten Erziehung und einer sorgf\u00e4ltigen Ausbildung des Geistes und K\u00f6rpers und war eine kr\u00e4ftige St\u00fctze des Lehrpersonals in allen guten Bestrebungen. In seinem Herzen wohnte auch echter Patriotismus, das bewies seine lebendige Teilnahme an den Vorbereitungen f\u00fcr die Feier des Geburtstages seiner Majest\u00e4t und seine kindliche Freude beim Vortrag der Gedichte, Lieder u. Festspiele. Ein warmer Freund der Arbeiter, der stets zur Achtung vor Gesetz und Obrigkeit ermahnte und stets Geh\u00f6r fand.<\/p>\n<p>So wird Herr Pfarrer Bach fortleben in den Herzen seiner Kinder als edler, eifriger Priester, als jederzeit hilfsbereiter Mensch, als Freund der Leidenden, als F\u00f6rderer der Schule, als treuer Staatsb\u00fcrger.<\/p>\n<p>\u201eAch sie haben<\/p>\n<p>einen guten Mann begraben<\/p>\n<p>und uns war er mehr.\u201c<\/p>\n<p>Mai 26. Tod des pens. Lehrers Hrn. Zllig.<\/p>\n<p>Am 26. M. d. J. verstarb der pensionierte Lehrer Herr Zllig an den Folgen eine slangj\u00e4hrigen Kehlkopf- und Lungenleidens. 21. Jahre lange wirkte er an der Mittelklasse zu Differten und war gleichzeitig Organist und Chorf\u00fchrer. Er wurde bereits im Jahre 1890 pensioniert, nach dem er 1 ganzes Jahr lang beurlaubt war. Der Verstorbene erfuhr eine sehr verschiedene Beurteilung hierselbst. Jedenfalls fand er nicht die Anerkennung, welche er verdiente. Ich konnte noch 9 Jahre mit ihm verkehren und kann ihn nur schildern als einen treuen, freundlichen Kollegen, der gerne jedermann mit Rat und That beisprang. \/<\/p>\n<p>Der Herr Zillig war geboren zu Meierbach Krs. St. Wendel (1842), besuchte das Seminar zu Br\u00fchl von 1862 \u2013 1864 u. wirkte als Lehrer zu Differten.<\/p>\n<p>Merkw\u00fcrdig ist folgende Thatsache:<\/p>\n<p>Am 1. Januar 1899 starb Herr Lehrer Falk, dessen erste und einzige Stelle Differten war, woselbst er 45 Jahre wirkte. Ihm folgte am 5. Mai dess. Jahr. Herr Pfarrer Bach, dessen erste u. einzige Pfarrei Differten war, woseblst er 38 \u00bd Jahr th\u00e4tig war. An dritter Stelle starb Herr Zillig (am 26. Mai), dessen erste u. einzige Stelle ebenfalls Differten war, wo er 36 Jahre arbeitete.<\/p>\n<p>Der Tod hat sie nach kurzer Trennung wieder vereinigt.<\/p>\n<p>1900.<\/p>\n<p>Jan. 27.<\/p>\n<p>Kaisers Geburtst.<\/p>\n<p>Schulfeier des Geburtstages Sr. Majest\u00e4t des Kaisers.<\/p>\n<p>Die Feier fand statt in dem geschm\u00fcckten Saale des Wirtes Mich. He\u00df unter Teilnahme s\u00e4mmtl. Sch\u00fcler und Lehrpersonen, sowie des Herrn Ortsschulinspektors, der Ortsbeh\u00f6rde, vieler Veteranen und anderer Bewohner von Differten. Dieselbe begann gegen 10 Uhr, nach dem ein feierliches Hochamt mit Tedeum vorausgegangen war.<\/p>\n<p>Programm.<\/p>\n<p>Programm.<\/p>\n<p>1-4 Knaben-Unterkl.<\/p>\n<p>1. Lied. Ich hab\u2018 mich ergeben. 2. Dekl. Festfreude<\/p>\n<p>3. Dekl. Ein Hohenzoller h\u00e4lt fest.<\/p>\n<p>4. Dekl. Thu\u2018 deine Schuldigkeit.<\/p>\n<p>5. \u201e Der gute Kaiser.<\/p>\n<p>6. \u201e Zwei Bl\u00fcmlein.<\/p>\n<p>7. \u201e Das deutsche M\u00e4dchen<\/p>\n<p>8. \u201e Die drei Kaiserblumen<\/p>\n<p>9. Ein Hoch auf den Kaiser. \/<\/p>\n<p>1900 betrifft.<\/p>\n<p>Programm zur K\u00f6nigsgeb.feier.<\/p>\n<p>10. Lied. Treue Liebe bis zum Grabe.<\/p>\n<p>11. Dekl. Mit Gott f\u00fcr K\u00f6nig u. Vaterland.<\/p>\n<p>12. Kaiser Wilhelm (dekl.).<\/p>\n<p>13. Dekl. Zum Geburtst. des Kaisers.<\/p>\n<p>14. Lied. Danket dem Herrn.<\/p>\n<p>15. D. Kaisers S. Geist.<\/p>\n<p>16. Dekl. Der Kaiser und die Sonntagsf.<\/p>\n<p>17. Dekl. Wach auf!<\/p>\n<p>18. Lied.<\/p>\n<p>19. Festspiel. Kaiser Wilhelm (II. Knaben).<\/p>\n<p>20. Festrede: Vergleich Preu\u00dfen am Anfang und am Ende des Jahrhunderts (L. Gro\u00df).<\/p>\n<p>21. Nationalhymne.<\/p>\n<p>Schlu\u00df.<\/p>\n<p>19. u. 20 M\u00e4rz<\/p>\n<p>Osterpr\u00fcfung.<\/p>\n<p>Am 19. u. 20. M\u00e4rz fanden unter Vorsitz des Herrn Local-Schulinsp. die Osterpr\u00fcfungen statt.<\/p>\n<p>11. April.<\/p>\n<p>Entlassung u. Neuaufnahme.<\/p>\n<p>Es werden 16 Knaben und 19 M\u00e4dchen entlassen.<\/p>\n<p>Zur ersten H. Kommunion gehen 18 Knaben.<\/p>\n<p>23 Knaben und 22 M\u00e4dchen wurden aufgenommen. Die Zahl der Sch\u00fcler betr\u00e4gt insgesamt 356. Dieselbe ist somit gegen das Vorjahr um 10 gestiegen. Die Kinder verteilen sich auf die einzelnen Klassen wie folgt:<\/p>\n<p>1. Mai Aufstellung vom 1. Mai:<\/p>\n<p>1. Obere Knabenkl.70.<\/p>\n<p>2. Mittelkl. 87.<\/p>\n<p>3. Untere Knabenkl.71.<\/p>\n<p>4 Ober eM\u00e4dchenkl. 54.<\/p>\n<p>5. Untere M\u00e4dchenkl. 69. \/<\/p>\n<p>1900 betrifft.<\/p>\n<p>Juni Pfingstfer.<\/p>\n<p>Die Pfingstferien begannen mit Samstag den 2. Juni und schlossen mit Donnerstag den 7. Juni.<\/p>\n<p>Juli.<\/p>\n<p>Heuferien, Gro\u00dfe Hitze.<\/p>\n<p>Dieselben dauerten vom 18. bis 23. Juni.<\/p>\n<p>In der Woche vom 15. Bis 22. Juli fiel der Schulunterricht des hohen W\u00e4rmegrades wegen nachmittags aus. (durchschnittl. Morgens gegen 8 Uhr 27-28 \u00b0 C).<\/p>\n<p>28. Juli.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Hitze.<\/p>\n<p>Gegen 11 Uhr war in dem Schulsaal der gro\u00dfen Knabenkl. das Thermometer auf 29 \u00bd \u00b0 gestiegen.<\/p>\n<p>Herbstferien.<\/p>\n<p>Die diesj\u00e4hrigen Herbstferien dauerten vom 17. Sept. bis 15. Oktober. Ausgezeichnet durch sch\u00f6ne und best\u00e4ndige Witterung.<\/p>\n<p>Oktober 15.<\/p>\n<p>Entlassung.<\/p>\n<p>Die beiden Sch\u00fcler Nicolaus Bohnenberger und Peter Guillaume wurden auf Reklamation entlassen.<\/p>\n<p>1901.<\/p>\n<p>11. Febr.<\/p>\n<p>Tod eines Sch\u00fclers.<\/p>\n<p>Der Sch\u00fcler der Oberkl. Johann Laurent verstarb nach langem Leiden an einer schwindsuchtartigen Krankheit. Obwohl derselbe erst 11 Jahre alt war, wurde ihm doch von Hrn. Pfr. Meiers wegen seines ausgezeichneten Betragens und seines Flei\u00dfes die heil. Kommunion auf dem krankenbette im Beisein der ganzen Knabenoberkl. Gereicht.<\/p>\n<p>Osterferien.<\/p>\n<p>Die Osterferien dauerten vom 3. Apr. bis einschlie\u00dfl. 13. April.<\/p>\n<p>1901 betrifft.<\/p>\n<p>Ostern<\/p>\n<p>Sch\u00fclerbibl.<\/p>\n<p>Bereits vor einigen Jahren sammelten die Sch\u00fcler der Knabenoberkl. Kleine Betr\u00e4ge zur Gr\u00fcndung einer kleinen B\u00fcchersammlung. Dieses so zusammengebrachte S\u00fcmmchen wurde vermehrt durch Geldspenden unserer Bewohner von Differten, deren Interesse f\u00fcr die Sache geweckt worden war. Erfreulicherweise w\u00fcnschten die Spender mit in den Leserkreis einbegriffen zu werden, was im Hinblick auf das dadurch bewiesene Interesse gerne zugestanden wurde. Bisher war im Dorfe recht wenig gelesen worden u. es war kaum ein Buch geschweige denn eine gediegene illustrierte Zeitschrift im ganzen Dorfe aufzutreiben. (Wohl entdeckte ich mehrere durch Kolporteure vertriebene Schundromane \u00e0 Heft, 0,10 Pf.) Um nun gleichzeitig das Interesse von Gro\u00df und Klein zu wecken, wurden an erster Stellt verst\u00e4ndliche, das Gem\u00fct ergreifende, volkst\u00fcmliche Schriften beschafft, besonders von folgenden Verfassern: H. v. Schmid, Dr. Blauberger, Isab. Braun u.a. In der Folge zeigte es sich, da\u00df die Voraussetzungen, unter denen die Sache begonnen worden, zutreffend waren. Die B\u00fccher wurden von den meisten Familiengliedern mit gro\u00dfer Freude gelesen und gar oft konnte der Ablieferungstermin nicht eingehalten werden, weil Vater oder Mutter das Buch noch nicht \u201eaus\u201c hatten.<\/p>\n<p>Gelegentlich eines Besuches, den Herr Kreisschulinspektor Grimm der Klasse \/<\/p>\n<p>1901 Betrifft.<\/p>\n<p>Sch\u00fclerbibl.<\/p>\n<p>Erstattete, nahm dieser Herr Kenntnis von der begonnenen Einrichtung, lie\u00df sich die beschafften Werkchen und deren Verfasser notieren und zeigte insbesondere sein Wohlwollen dadurch da\u00df er eine Beih\u00fclfe von \u201eF\u00fcnfzig Mark\u201c seitens der K\u00f6niglichen Regierung zur Beschaffung weiterer B\u00fccher erwirkte. Herr Kreisschulinspektor w\u00e4hlte selbst passende Werke aus, die s\u00e4mtlich nebst den fr\u00fcher vorhandenen Sachen in einem besonderen Verzeichnis angef\u00fchrt sind.<\/p>\n<p>1902.<\/p>\n<p>7. M\u00e4rz. Besuch.<\/p>\n<p>Aus Anla\u00df des geplanten Schulhaus-Neubaus trafen heute hier ein: Herr Oberrregierungsrath v. Hagen sowie ein Baurath aus Trier.<\/p>\n<p>Die Herren unterwarfen s\u00e4mtliche Schuls\u00e4le und Dienstwohnungen einer eingehenden Besichtigung, conferierten mit Herrn B\u00fcrgermeister Clemens, Herrn Pfarrer und Ortsschulinspektor Meiers, sowie Hrn. Ortsvorsteher Spengler und reisten gegen 5 Uhr wieder ab.<\/p>\n<p>1. Mai Vergebung des Schulhaus-Neubaues.<\/p>\n<p>Am 1. Mai wurde auf dem B\u00fcrgermeister-Amt zu Schaffhausen der geplante Neubau f\u00fcr ein Schulhaus zu Differten vergeben.<\/p>\n<p>Bauunternehmer Schneider aus Wadgassen wurde die Ausf\u00fchrung des Neubaus \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>1901: 101 Geburten, 23 Sterbef\u00e4lle in der Pfarrei.<\/p>\n<p>1902.<\/p>\n<p>August Urlaub<\/p>\n<p>Wegen Krankheit wurde Lehrer Hoffmann zum zweitenmale innerhalb eines Jahres beurlaubt und zwar auf 4 Wochen. W\u00e4hrend dieser Zeit wurde er vertreten durch den Schulamtsbewerber Herrn Biehl aus H\u00fclzweiler (Seminar Wittlich 1899-1902. Trat am 1. October zur Ableistung einer einj\u00e4hrigen Dienstzeit beim Inf.Reg. No. 69 in Trier ein).<\/p>\n<p>October 12. Entlassung.<\/p>\n<p>Aus der hiesigen Schule wurden durch Herrn Krs.Schulinsp. Grimm folgende Kinder entlassen: 1. Andr. Schuch. 2. Pet. Fedick. 3. Nikol. Ley. 4. Marg. Stammel. 5. Marg. He\u00df.<\/p>\n<p>Zweite H\u00e4lfte des Oktober. Masern.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der diesj\u00e4hrigen Herbstferien brach in Differten besonders unter den Kindern im Alter bis zu 10 Jahren eine heftige Masernepidemie aus, welcher 4 Kinder (darunter ein Schulkind) zum Opfer fielen. In der obern Knabenkl. fehlten w\u00e4hrend 4 Wochen durchschnittlich 15-18 Knaben, weil in der elterlichen Familie die Masern herrschten. Erkrankt war keiner.<\/p>\n<p>1. Dezemb. Urlaub<\/p>\n<p>Frl. Lehrerin Berg wurde bis zum 1. M\u00e4rz 1903 zur Herstellung ihrer Besundheit beurlaubt. Vertreterin war bis zum 10. Dezember Frl. Theobald \u2013 Friedrichsthal.<\/p>\n<p>1902. Betrifft.<\/p>\n<p>Dezemb. Vertretung.<\/p>\n<p>Zur Vertretung der erkrankten Lehrerin Frl. Berg wurde zu erst Frl. Theobald aus Friedrichsthal, sodann vom 24. Dezember ab Frl. Rausch aus Neunkirchen Kr. Ottweiler berufen.<\/p>\n<p>1903.<\/p>\n<p>Feier des Geburtstages Sr. Majest\u00e4t.<\/p>\n<p>Am 27. Januar wurde die Feier des Kaisersgeburtstages durch die hiesigen Schulklassen im gro\u00dfen Saale des Gastw. A. Gonder gemeinsam begangen. Das Programm war sehr reichhaltig und erwirkte nicht nur in den Herzen der Kinder, sondern auch bei den zahlreich erschienenen Erwachsenen lebhafte Begeisterung. Die Festrede, (Lehrer Gro\u00df) feierte den Kaiser als F\u00f6rderer aller St\u00e4nde, insbesondere auch des Arbeiterstandes, dann als Hort des europ\u00e4ischen Friedens und schlo\u00df mit dem Gedanken: \u201eder Kaiser lebt f\u00fcr uns \u2013 darum Treue ihm bis zum Tode.\u201c Der Gesang der Nationalhymne beschlo\u00df die erhebende Feier.<\/p>\n<p>29. Jan. Begr\u00e4bnis einer Lehrerswitwe.<\/p>\n<p>Am heutigen Tage wurde unter gro\u00dfer Teilnahme die Witwe des am 1. Jan. 1899 verstorbenen Hauptlehrers Herrn Falk zur letzten Ruhe bestattet.<\/p>\n<p>1903. Betrifft.<\/p>\n<p>Ostern. Besetzung einer Lehrerstelle.<\/p>\n<p>Zu Ostern wurde an Stelle der pensionierten Lehrerin Frl. Berg die Lehrerin Frl. Maria Herber berufen. Geborn zu Tettinen Krs. Saarburg, vorgebildet in der Lehrerinnenbildungsanstalt der Vorsteherin Frl. Wolter zu Marienau bei Koblenz, Examen zu Koblenz im Mai 1902, Vertretung in Winterbach bis zur Berufung nach Differten.<\/p>\n<p>Sommer 1903.<\/p>\n<p>1902. Neu bau, Einweihung, Verteilung der Wohnungen und Lehrs\u00e4le eines neuen Schulhauses.<\/p>\n<p>Im August des vorstehend vermerkten Jahres wurde der l\u00e4ngere Zeit geplante Neubau eines Schulhauses begonnen und wurde noch vor Eintritt des Winters im Rohen fertiggestellt. Die Vollendung erfolgte im Fr\u00fchjahr 1903. Nach dem Bauplan waren drei Schuls\u00e4le und zwei Lehrerwohnungen vorgesehen. Die Verteilung der Wohnr\u00e4ume wurde aber auf Anregung der Lehrpersonen, die dieserfalls in Frage kamen, in der Weise vorgenommen, da\u00df ein Lehrer und zwei Lehrerinnen sich in hochherziger Weise in die f\u00fcr zwei Familien nicht zu reichlich bemessenen Wohnr\u00e4ume teilten.<\/p>\n<p>Die feierliche Einweihung des neuen Schulhauses erfolgte im Beisein des Hrn. B\u00fcrgermeisters Clemens, des Gemeinderates, vieler Mitglieder der Gemeinde, der Lehrpersonen und Schulkinder durch Herrn Pfarrer und Lokalschulinspektor Meyers und wurde eingeleitet durch ein auf die Feier bezugnehmendes Lied. Darauf Festrede des Hrn. Lokalschulinspektors Hrn. Pfr. Meyers, Einsegnung der R\u00e4ume, Schlu\u00df durch gemeinsamen Vortrag eines patriotischen Liedes .\/<\/p>\n<p>1903 Betrifft.<\/p>\n<p>Datum.<\/p>\n<p>In das neue Geb\u00e4ude zogen ein: 1. Hr. Lehrer Stummbillig. 2. Frl. Lehrerin Ruthsatz. 3. Die am Tage vorher hier eingetroffene Frl. Lehrerin Herber.<\/p>\n<p>1. April. Bef\u00f6rderung.<\/p>\n<p>Herr Kreisschulinspektor Grimm wurde als Seminardirektor nach Cornelim\u00fcnster berufen und trat seine neue Stelle sofort an. Wenn es auch nicht Sache des Chronikschreibers ist, Kritik an Vorgesetzten zu \u00fcben, so wird er doch seinen Nachfolgern gerne hier bekunden, da\u00df der Weggang des Hrn. Grimm allgemein bedauert wurde, weil genannter Herr ein gewissenhafter, g\u00fctiger Vorgesetzter, und ein warmer Freund der Lehrer war. Es m\u00f6ge ihm auf seinen fernern Lebenswege wohl ergehen!<\/p>\n<p>Juni. Vertretung.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Vakanz der Stelle des Kreisschulinspektors von Saarlouis wurde der K\u00f6nigliche Landrat Herr Helfferich mit der Wahrnehmung der Gesch\u00e4fte der Kreisschulinspektion betraut.<\/p>\n<p>18. Sept. Vorzeitige Entlassung.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fcler Wilhelm Tabellion und Ludwig Peter Henry wurden auf Reklamation entlassen. \/<\/p>\n<p>1913. Betrifft.<\/p>\n<p>Ernennung.<\/p>\n<p>Herr Gymnasialoberlehrer Dr. Weis vom Gymnasium in Eschweiler wurde zum K\u00f6nigl. Kreisschulinspektor in Saarlouis ernannt und Begann seine amtliche Wirksamkeit daselbst am &lt;kein Datum&gt;<\/p>\n<p>1904<\/p>\n<p>Entlassung.<\/p>\n<p>Ostern 1904 wurden aus der Knabenoberklasse 13 Knaben entlassen, aus der M\u00e4dchenoberkl. 24 Sch\u00fclerinnen.<\/p>\n<p>Aufnahme.<\/p>\n<p>In die gemischte Unterklasse (Frl. Herber) wurden Knaben und M\u00e4dchen neu aufgenommen.<\/p>\n<p>Revision.<\/p>\n<p>Eine Revision der hiesigen Schulklassen durch den K\u00f6nigl. Kreisschulinspector Hrn. Dr. Weis fand am 23. M\u00e4rz statt.<\/p>\n<p>1905. Ostern.<\/p>\n<p>Entlassung, Aufnahme, Kommunion.<\/p>\n<p>Zum Ostertermin wurden 29 Knaben u. 14 M\u00e4dchen aus der Schule entlassen. Neu aufgenommen wurden 63 Kinder. Zur H. Kommunion gingen 31 Knaben und 27 M\u00e4dchen (incl. Friedrichsweiler).<\/p>\n<p>Beschaffung neuer Schulwandkarten.<\/p>\n<p>Auf wiederholten Antrag wurden f\u00fcr die Knabenoberklasse folgende Karten neu beschafft:<\/p>\n<p>1. Karte von Deutschland.<\/p>\n<p>2. Karte von Europa.<\/p>\n<p>3. Geschichtskarte von Porschke.\/<\/p>\n<p>1906. Betrifft.<\/p>\n<p>Versetzung eines Lehrers.<\/p>\n<p>Zum ersten Februar d.J. wurde Lehrer Hoffmann nach Lauterbach, Krs. Saarbr\u00fccken, versetzt. An seine Stelle trat Herr Lehrer Manderscheid, zuletzt in Lockweiler, Krs. Merzig. Geb\u00fcrtig aus Daun, im Lehrerseminar zu Wittlich von 1883-1886, angestellt in Binscheid im Krs. Pr\u00fcmm, zweite Lehrerpr\u00fcfung 1889 in Wittl. Wirkte darauf in Steffeln, Pr\u00fcmm, und in Lockweiler.<\/p>\n<p>Entlassung, Aufnahme u. Sch\u00fclerzahl.<\/p>\n<p>Zum Ostertermin wurden entlassen:<\/p>\n<p>12 Knaben und M\u00e4dchen, aufgenommen Knaben und M\u00e4dchen. Die einzelnen Klassen z\u00e4hlen nach der im Mai angefertigten Liste: 1. Obere Knabenkl. 81 Sch\u00fcler. 2. Obere M\u00e4dchenkl.<\/p>\n<p>3. I. gemischte Klasse.<\/p>\n<p>4. II. Gemischte Klasse 88 Sch\u00fcler<\/p>\n<p>5. III. Gemischte Klasse<\/p>\n<p>Hr. Stummbillig \u00fcbernimmt die I. gemischte Kl. Hr. Manderscheid die II. g. Kl.<\/p>\n<p>Herbst 1906. Neue Schulklasse.<\/p>\n<p>Mit Beginn des neuen Semesters wurde hier eine 6. Schulklasse errichtet. An diese wurde die Lehrerin Frl. von Freyold berufen. Die Sch\u00fclerzahl betrug Ostern 415; mithin z\u00e4hle jede Klasse durchschnittl. 69 Sch\u00fcler. \/<\/p>\n<p>1907. Betrifft.<\/p>\n<p>27. Januar. Geburtstag Sr. Majest\u00e4t.<\/p>\n<p>Programm.<\/p>\n<p>1. Gemeinsames Lied \u201eDeutschland \u00fcber alles.\u201c<\/p>\n<p>2. Vortr\u00e4ge der 5. und 6. Klasse.<\/p>\n<p>a) Das Telegramm der Kleinen.<\/p>\n<p>b) Der kleine Veteran.<\/p>\n<p>3. Untere Mittelkl.<\/p>\n<p>a. Schneewittchen, Dornr\u00f6schen, Rotk\u00e4ppchen.<\/p>\n<p>b. Des Kaisers Liegblingsblume.<\/p>\n<p>c. Ein Reich, ein Volk, ein Gott.<\/p>\n<p>4. Obere Mittelkl.<\/p>\n<p>a. Kaiser Wilhelms Lieblingsblume.<\/p>\n<p>b. Der Kaiser und der Bauer.<\/p>\n<p>c. der Kronprinz als Kinderfreund.<\/p>\n<p>d. Husarenart.<\/p>\n<p>5. Obere M\u00e4dchenklasse: Festspiel.<\/p>\n<p>6. Obere Knabenkl.<\/p>\n<p>a. Die kleine Wachtparade (Festsp.).<\/p>\n<p>b. Unsere Flotte. (Festspiel).<\/p>\n<p>c. Lied. Flagge heraus!<\/p>\n<p>7. Ansprache (Hr. Manderscheid).<\/p>\n<p>8. Hoch und Nationalhymne.<\/p>\n<p>26. M\u00e4rz. Entlassung u. Aufnahme<\/p>\n<p>Entlassen wurden 26 Knaben und 15 M\u00e4dchen. Neu aufgenommen wurden 60 Sch\u00fcler.<\/p>\n<p>Von den Knaben widmen sich voraussichtl. 20 dem Bergmannsstand, 4 dem Handwerk, einer dem Lehrfach (Pr\u00e4parandenschule Merzig) &lt;widmen&gt;.\/<\/p>\n<p>Datum betrifft.<\/p>\n<p>1907. Mai<\/p>\n<p>Sch\u00fclerzahl pro 1907\/08<\/p>\n<p>Aus der Aufstellung der diesj\u00e4hrigen Hebeliste ergiebt sich f\u00fcr Differten die Sch\u00fclerzahl von 440. Zunahme gegen das Vorjahr 25. Durchschnittszahl der einzelnen Klassen: 73 1\/3.<\/p>\n<p>Oktober. Revision.<\/p>\n<p>Am 25. Oktober fand eine Revision der hiesigen Volksschule (Obere Knaben und obere M\u00e4dchenklasse, II. gemischte Kl. ) durch Herrn Kreisschulinspektor Dr. Weis statt.<\/p>\n<p>1908. 27. Jan. K\u00f6nigsgeburtstagsfeier.<\/p>\n<p>Die gemeinsame Schulfeier am 27. Januar fand im Saale des Gastwirts M. He\u00df statt. Derselben ging ein feierlicher Gottesdienst voraus. Der Feier wohnten der Veteranenverein und viele Einwohner der Gemeinde bei.<\/p>\n<p>Programm.<\/p>\n<p>1. Lied. Deutschland, \u00fcber alles!<\/p>\n<p>2. Gedicht: Ein deutscher Knabe.<\/p>\n<p>3. Gedicht Gl\u00fcckwunsch der kleinen M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>4. Festspiel der Kleinen: des Winters Spenden zu Kaisersgeburtstag.<\/p>\n<p>5. Festspiel \u201eJung Deutschland\u201c.<\/p>\n<p>6. Gedicht Der Preu\u00dfen Hort.<\/p>\n<p>7. Gedicht Kaisers Geburtstag.<\/p>\n<p>8. Gedicht Gut Kaiserlich.<\/p>\n<p>9. Gedicht Des ndeutschen Kindes Bitte.<\/p>\n<p>10. Lied: Deutsche Treue. \/<\/p>\n<p>Datum. Betrifft.<\/p>\n<p>1908<\/p>\n<p>11. Die Himmelbl\u00fcmchen (Gedicht)<\/p>\n<p>12. Lied: \u201eTreue Liebe bis zum Grabe.\u201c<\/p>\n<p>13. Festspiel der obern Knabenklasse: \u201eIm Reich der Zwerge.\u201c<\/p>\n<p>145. Festrede: Was verdanken wir den Hohenzollern? (Lehrer Gro\u00df).<\/p>\n<p>15. Lied. Heil dir im Siegerkranz.<\/p>\n<p>1908. Ostern.<\/p>\n<p>Entlassung der Sch\u00fcler.<\/p>\n<p>Am 31. M\u00e4rz wurden 27. Knaben und 21 M\u00e4dchen entlassen.<\/p>\n<p>Der diesj\u00e4hrige Sommer hatte zwei Hitzperiode, die eine in den ersten Tagen des Juli, die zweite in den letzten Tagen des Aug. da morgens gegen 10 Uhr oft schon das Thermometer 26-27 \u00b0 t zeigte, so mu\u00dfte nachmittags \u00f6fters der Schulunterricht ausfallen, im ganzen an 10 Nachmittagen. Die erste Periode brachte zahlreiche schwere Gewitter mit gewaltigen Regenf\u00e4llen.<\/p>\n<p>Zeichenkursus.<\/p>\n<p>An dem im Sommer in Saarlouis stattgehabten Zeichenkursus nahmen teil:<\/p>\n<p>1. Lehrer Manderscheid, Differten.<\/p>\n<p>2. Lehrer Herres, Friedrichsweiler.<\/p>\n<p>Erkrankung u. Vertretung.<\/p>\n<p>Lehrer Stummbillig erkrankte bald nach Ostern an einem Leiden der Augen, so da\u00df er vom Unterricht dispensiert werden mu\u00dfte. Die Vertretung erfolgte durch Lehrpersonen des Systems. \/<\/p>\n<p>1909.<\/p>\n<p>Revision 18. Jan.<\/p>\n<p>Durch den K\u00f6nigl. Kreisschulinspektor Herrn Dr. Weis fand eine eingehende Revision der hiesigen Kabenoberklasse statt. Dieselbe dauerte 2 \u00bd Stunden und ersgtreckte sich \u00fcber folgende Unterrichtsf\u00e4cher: Bibl. Geschichte, Rechnen, Geschichte, Geographie, Naturkunde und Gesang. Au\u00dferdem wurden am selben Tage die Kl. Des Hrn. Manderscheid und die Schule zu Friedrichsweiler revidiert.<\/p>\n<p>27. Jan. Feier des Geburtstages Sr. Majest\u00e4t.<\/p>\n<p>Wie allj\u00e4hrlich, so wurde auch in diesem Jahre der Geburtstag des Kaisers in Differten wieder festlich begangen. Nach einem Festgottesdienst fand die Schulfeier im Saale des Gasthauses He\u00df statt. Daran nahmen teil Hr. Ortsschulinspektor Pfarrer Meiers, s\u00e4mtliche Lehrpersonen und Schulen, der Veteranenverein von Differten-Friedrichweiler und viele andere Bewohner unserer Gemeinde.<\/p>\n<p>Vortragsordnung.<\/p>\n<p>I. Lied: H\u00f6rt himmelw\u00e4rts Kanonendonner dringen.<\/p>\n<p>II. Gedichte der untersten gemischten Kl.<\/p>\n<p>1. \u201eKlein bin ich zwar\u201c.<\/p>\n<p>2. \u201eWas wehen denn die Fahnen.<\/p>\n<p>3. \u201eWohl manch Gebetlein steiget.\u201c<\/p>\n<p>III. Dritte gemischte Kl. (Frl. K\u00f6nig).<\/p>\n<p>1. \u201eZum Geburtstag des Kaisers.<\/p>\n<p>2. Gl\u00fcckw. des kleinen Knaben. \/<\/p>\n<p>3. Der kleine Trommler.<\/p>\n<p>4. Festgedicht.<\/p>\n<p>5. Gl\u00fcckwunsch des kleinen M\u00e4dchens.<\/p>\n<p>IV. Zweite gemischte Kl.<\/p>\n<p>1. Das Bild des Kaisers.<\/p>\n<p>2. Festspiel (4 M\u00e4dchen).<\/p>\n<p>V. Erste gemischte Klasse.<\/p>\n<p>Festspiel: Huldigung der Knappen.<\/p>\n<p>VI. Lied: Ich bin ein deutsches M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>VII. Festspiel der vereinigten Oberklassen. \u201eHohenzollerntugenden\u201c.<\/p>\n<p>VIII. Lied der Knabenoberkl. \u201eSie sollen ihn nicht haben.\u201c<\/p>\n<p>IX. Festrede des Hrn. Lehrers Stummbillig: Heil dir im Siegerkranz.<\/p>\n<p>27. M\u00e4rz.<\/p>\n<p>Osterpr\u00fcfung in der Knabenoberklasse.<\/p>\n<p>31. M\u00e4rz. Entlassung der Volkssch\u00fcler: 20 Knaben, 18 M\u00e4dchen. (Zwei Knaben gedenken sich dem Handwerk zu widmen, einer bereitet sich f\u00fcrs Gymnasium vor, Otto Hirtz) alle anderen werden Bergleute.\/<\/p>\n<p>1909<\/p>\n<p>12. Nov.<\/p>\n<p>Am heutigen Tage stette Herr Regierungs- und Schulrat Hr. Dr. Bories der hiesigen Volksschule einen Besuch ab. In seiner Begleitung waren die Herren: Dr. Weis, Kgl. Kreisschulinspektor und Ortsschulinsp. Pfarrer Meiers.<\/p>\n<p>21. Nov.<\/p>\n<p>Der Sch\u00fcler der Knabenoberklasse Joseph Bohnenberger aus Diff. starb nach langer Krankheit am 21. November; der Vater desselben schied einige Monate fr\u00fcher aus dem Leben.<\/p>\n<p>27. Nov. Der f\u00e4higste, durch Flei\u00df und gutes Betragen ausgezeichnete Sch\u00fcler Nikolaus Lafontaine wurde am 27. November zu Grabe getragen. Derselbe starb als Opfer der Schwindsucht.<\/p>\n<p>1910. Ostern.<\/p>\n<p>Da die 6 Klassen der hiesigen Volksschule teilweise so stark besetzt sind, da\u00df eine erfolgreiche unterrichtl. T\u00e4tigkeit erschwert erscheint, so regte die Schulaufsichtsbeh\u00f6rde die Neugr\u00fcndung einer Klasse an. Der diesbez\u00fcgliche Antrag wurde dem Schulvorstand zur Beschlu\u00dffassung vorgelegt. In der zu diesem Zweck anberaumten Versammlung legte der Vorsitzende, Herr B\u00fcrgermeister Rosch, die finanzielle Seite des Antrages klar. Er schilderte die Armut der Gemeinde, die dr\u00fcckende H\u00f6he der Steuern und die Ebbe in der Ge\/ meindekasse so eindringlich, da\u00df sofort 3 Mitglieder (Joh. Spengler, Jo. Abel und Hr. He\u00df) dem Vorschlage des Vorsitzenden, die Neugr\u00fcndung bis Ostern 1911 zur\u00fcckzustellen, zustimmten. Da somit der Einspruch der beiden anderen Mitglieder der Kommission (Hr. Ortsschulinspektor Pfarrer Meiers und Lehrer Gro\u00df) an dem Ergebnis der Abstimmung nichts \u00e4ndern konnte, so f\u00fcgten sich dieselben den zwingenden Gr\u00fcnden des Vorsitzenden unter der Bedingung, da\u00df alle Mitglieder des Vorstandes der Neugr\u00fcndung einer mit einem Lehrer zu besetzenden Klasse f\u00fcr Beginn des Schuljahres 1911 zustimmten.<\/p>\n<p>28. April Urlaub.<\/p>\n<p>Am Donnerstag den 28. April trat Lehrerin Fr\u00e4ulein Ruthsatz einen sechsw\u00f6chigen Erholungsurlaub an. Vertreterin w\u00e4hrend dieser Zeit war Schulamtsbewerberin Frl. Schwinn aus Schwalbach, Krs. Saarlouis.<\/p>\n<p>19. Juli.<\/p>\n<p>Der hundertj\u00e4hrige Todestag der K\u00f6nigin Luise wurde durch die hiesigen Schulklassen geb\u00fchrend gefeiert. Im Saale der Wirtschaft Anton Gonder fand eine gemeinsame Schulfeier statt, der auch Herr Ortsschulinspektor Pfarrer Meieres beiwohnte. Eingeleitet wurde dieselbe durch einen Trauerchoral aus Glucks \u201eOrpheus\u201c. Den Mittelpunkt der Feier bildete ein Festspiel von Johanna Baltz. Fr\u00e4ulein K\u00f6nig hielt eine sehr gediegene Festrede. An die w\u00fcrdigsten Sch\u00fcler der einzelnen Klassen wurden kleine Festschriften verteilt.\/<\/p>\n<p>1911. betrifft.<\/p>\n<p>Januar. Neue Schulkl.<\/p>\n<p>In der Sitzung des Schulvorstandes vom Januar wurde die Neugr\u00fcndung einer Lehrerstelle einstimmig beschlossen. Die dazu erforderlichen Mittel wurden vom Gemeinderat bewilligt. Die Kinderzahl betr\u00e4gt Ostern voraussichtlich 453, mithin entfallen auf jede Schulklasse mehr als 75 Sch\u00fcler.<\/p>\n<p>27. Jan.<\/p>\n<p>Feier des 27. Jan.<\/p>\n<p>Eine gemeinsame Schulfeier fand im Saale des Gasthauses Anton Gonder statt. Die B\u00fchne war festlich geschm\u00fcckt. Alle Klassen wirkten durch Geang und Deklamation bei der Feier mit. Sowohl die h\u00fcbschen Gedichtchen der Kleinen wie auch die gr\u00f6\u00dferen Festspiele der Oberklassen gefielen allgemein und belebten das patriotische Gef\u00fchl der zahlreich erschienenen Bewohner des Ortes. Die Festrede hielt Lehrer Gro\u00df. \u201eWie hat Kaiser Wilhelm II. Deutschlands Gr\u00f6\u00dfe, Macht u. Bl\u00fcte erhalten und vermehrt\u201c?<\/p>\n<p>28.2.11.<\/p>\n<p>Ungl\u00fcck.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Nachmittagsschulpause betrat die Sch\u00fclerin Margaretha Ley, Tochter des Dachdeckers Nikolaus Ley, ohne Wissen u. Gehei\u00df der Lehrerin Frl. K\u00f6nig den Schulsaal der Klasse, um kleine Ordnerdienste zu verrichten. Unter anderem wollte sie auch das Wasser in der Verdampfschale erneuern. Dabei gerieten die Kleider des Kindes in Brand. Das Kind st\u00fcrzte hinaus, wurde aber erst bemerkt, als es in hellen Flammen stand. Als diese (Flammen) endlich gel\u00f6st waren, zeigten sich an einem gro\u00dfen Teile des K\u00f6rpers schwere Brandwunden. Ein Arzt war bald zur Stelle, vermochte aber das arme Wesen nicht zu retten. Gegen 4 \u00bd des Morgens erl\u00f6ste es der Tod von seinen schweren Leiden. \/<\/p>\n<p>1911 betrifft.<\/p>\n<p>Lehrerwahl.<\/p>\n<p>F\u00fcr die neugegr\u00fcndete Schulstelle meldete sich Herr Lehrer D\u00f6rr als Heinzerath, der von der K\u00f6nigl. Regierung zur Wahl vorgeschlagen wurde. In der Sitzung des Schulvorstandes vom 11.3. wurde Herr D\u00f6rr gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Zum einseiligen Verwalter der neuen Schulstelle wurde Hr. Schulamtsbewerber Pfrang aus Cerf ernannt. Dienstantritt 21. April.<\/p>\n<p>Gesehen 28.11.11. Dr. Weis.<\/p>\n<p>27. Nov. Revision.<\/p>\n<p>Am 28. November fand eine Revision der hiesigen Volksschule durch Herrn Kreisschulinspektor Dr. Weis statt.<\/p>\n<p>24. Dez. Mission.<\/p>\n<p>In den Weihnachtstagen fand hierselbst eine Mission statt, welche durch Redemptoristen aus dem Kloster zu Teterchen abgehalten wurde.<\/p>\n<p>1912.<\/p>\n<p>27. Jan. Geburtstag Sr. Majest\u00e4t des Kaisers.<\/p>\n<p>Die diesj\u00e4hrige Feier des Geburtstages Sr. Majest\u00e4t des Kaisers reiht sich den fr\u00fcheren Schulfeiern w\u00fcrdig an. Dieselbe fand wiederum im sch\u00f6n geschm\u00fcckten Saale des Herrn Anton Gonder statt. Auch die Veteranen des Dorfes nahmen Anteil. Die vorgetragenen Gedichte und Festspiele erreichten vollauf ihren Zweck und erweckten bei Kindern und Erwachsenen eine gro\u00dfe patriotische Begeisterung. Die Festrede hielt Herr Lehrer Pfrang.<\/p>\n<p>Nachmittags Festessen im Kreise der Veteranen und unter Teilnahme der hiesigen Lehrer und anderer angesehener B\u00fcrger des Ortes. Der Kaisertoast wurde durch Lehrer Gro\u00df ausgebracht.\/<\/p>\n<p>Ostern wurden entlassen: 19 Knaben und 22 M\u00e4dchen, aufgenommen Knaben u. M\u00e4dchen. 13 Knaben ergreifen den Bergmannsberuf.<\/p>\n<p>Revision.<\/p>\n<p>Herr Regierungs- und Schulrat Dr. Borief und Herr Kreisschulinspektor Dr. Weis statteten der hiesigen Schule (Frl. Ruthsatz) sowie der Schule in Friedrichsweiler einen Besuch ab.<\/p>\n<p>Herbst. Besitzwechsel.<\/p>\n<p>Die oberhalb Differten gelegene Eulenm\u00fchle ging durch Kauf in den Besitz der Firma Gebr. R\u00f6chling \u00fcber. Dieselbe Gewerkschaft sowie auch der Bergfiskus erwarben eine Anzahl Wiesen und Felder in der n\u00e4heren und weiteren Umgebung der genannten M\u00fchle. Zweck dieser Ank\u00e4ufe bis heute nicht bekannt.<\/p>\n<p>1913.<\/p>\n<p>27. Jan. Feier des 27. Jan.<\/p>\n<p>Auch in diesem Jahre beging die hiesige Volksschule den Geburtstag Sr. Majest\u00e4t des Kaisers in w\u00fcrdiger Weise. Kinder s\u00e4mtlicher Schulklassen trugen passende Gedichte oder Festspiele vor. Patriotische Lieder verherrlichten die Feier, die durch eine schwungvolle Festrede und gemeinsamen Vortrag der Nationalhymne beschlossen wurde. H. Stummbillig (Rede).<\/p>\n<p>1913.<\/p>\n<p>Schulfeier 10. 3.<\/p>\n<p>In den Klassen der hiesigen Volksschule wurde das Andenken an die vor hundert Jahren erfolgte Erhebung des preu\u00dfischen Volkes und an die Stiftung des eisernen Kreuzes festlich begangen. Es wurden seitens der Kinder Lieder und Gedichte zum Vortrag gebracht, und die Lehrpersonen wiesen in Ihren Ansprachen hin auf die gro\u00dfen Ereignisse und deren Bedeutung f\u00fcr unser Vaterland.<\/p>\n<p>Ostern. Lehrmittel.<\/p>\n<p>Auf Antrag erhielt die Schule eine Anzahl neuer Lehrmittel: Reliefkarte der heimatlichen Gegend, Industriekarte des Saargebietes, Anschauungsbilder etc. Das genaue Verzeichnis derselben befindet sich im Inventar.<\/p>\n<p>Es gelangten zur Entlassung 24 Knaben und 27 M\u00e4dchen, neu aufgenommen wurden 35. Knaben und 28 M\u00e4dchen. Zahl der Sch\u00fcler:<\/p>\n<p>Kaiserjubil\u00e4um.<\/p>\n<p>Nachdem die Gemeinde Differten bereits am 8. Juni das Regierungsjubil\u00e4um Sr. Majest\u00e4t gefeiert hatte (an anderer Stelle in d. Chronik berichtet) begingen am 16. Juni die Schulen in feierlicher Weise den hohen Festtag. Nach gemeinschaftlichem Kirchgang zogen die Schulkinder, geschm\u00fcckt mit patriotischen Abzeichen, unter F\u00fchrung ihrer Lehrer und Lehrerinnen auf den im Walde gelegenen Turn- und Spielplatz. Dort hatten sich eingefunden der Herr Ortsschulinspektor Pfr. Meiers, Herr B\u00fcrgermeister Rosch, Hr. Ortsvorsteher Spengler und ein Teil des Gemeinderats. Sch\u00fcler s\u00e4mtlicher Klassen trugen Gedichte und Festspiele vor, die sich auf \/ den Kaiser und seine Familie und auf die Regierung unseres Vaterlandes bezogen. Dazwischen trugend die einzelnen Klassen patriotische Lieder vor. Die Festrede hielt H. Lehrer Manderscheid. Dieselbe endete mit dem Kaiserhoch und dem Gesang der Nationalhymne. Zuletzt \u00fcbereichte Herr B\u00fcrgermeister Rosch dem Ortsvorsteher Spengler von hier das von Sr. Majest\u00e4t verliehene Verdienstkreuz in Silber. (N\u00e4heres dar\u00fcber in dem beigef\u00fcgten Zeitungsauschnitt).<\/p>\n<p>Frei\u00fcbungen, Reigen und Spiele der Kinder beschlossen die Feier.<\/p>\n<p>Prozentsatz der Vers\u00e4umnisse. Sch\u00fclerzahl.<\/p>\n<p>1. Juli 1913.<\/p>\n<p>Name der Lehrp. Sch\u00fclerz. 1910 1911 1912 Bermerk.<\/p>\n<p>Frl. Ruths. 59 5,4 % 4,4 % 7,9%<\/p>\n<p>Hr. Stummbill. 65 5,7 % 7,8 % 10,2 % (Scharlachepidemie).<\/p>\n<p>H. Manderscheid 68 7,4 % 4,4 % 5,7 %<\/p>\n<p>Frl. K\u00f6nig 73 3,7 % 5,5 % 4,7 %<\/p>\n<p>Frl. Bures 74 2,4 % 3,6 % 4,4 %<\/p>\n<p>Hr. Pfrang 74 5,4 % 5,1 %<\/p>\n<p>Gro\u00df 60 5,5 % 4,6 % 5,8 %<\/p>\n<p>473 5 % 5,4 % 6,3 %<\/p>\n<p>Durchschnittl. Prozentsatz<\/p>\n<p>Ges. Dr. Berief. 6.10.113 Reg. und Schulr. \/<\/p>\n<p>1913 betrifft.<\/p>\n<p>Oktober 6. 10. Revision<\/p>\n<p>Herr Regierungs- und Schulrat Dr. Berief besuchte am Montag den 6. 10. die hiesige Volksschule und revidierte die Klassen der Lehrer Pfrange und Gro\u00df.<\/p>\n<p>24.10. Lehrerwahl.<\/p>\n<p>In der Sitzung des Schulvorstandes vom 24.10. wurde f\u00fcr Differten ein neuer Lehrer gew\u00e4hlt. Von der k\u00f6nigl. Regierung waren zwei Herren auf die Vorschlagsliste gesetzt worden:<\/p>\n<p>1. Lehrer Ronde aus Gr\u00fcgelborn bei St. Wendel.<\/p>\n<p>2. Lehrer Ehl aus R\u00f6hl, Kreis Bitburg.<\/p>\n<p>Letzterer wurde mit allen Stimmen gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>1914.<\/p>\n<p>1. Jan.Sch\u00fclerzahl.<\/p>\n<p>Nach den Angaben der hiesigen Lehrerschaft betr\u00e4gt die Gesamtzahl der Sch\u00fcler in der hiesigen Volksschule 474. Davon entfallen auf die<\/p>\n<p>I. Knabenkl. 60<\/p>\n<p>I. M\u00e4dchenkl. 60<\/p>\n<p>II. Knabenkl. zus. 68 Knaben 54, M\u00e4dchen 14<\/p>\n<p>II. M\u00e4dchenkl. 45<\/p>\n<p>Untere Mittelkl. Zus. 75, 39 Knaben, 36 M\u00e4dchen<\/p>\n<p>Unterkl. A 69 zus. 37 Knaben, 32 M\u00e4dchen<\/p>\n<p>Unterkl. B 77 zus. 40 Knaben, 37 M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>Zus. 474, 230 Knaben 244 M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>Durchschnittl. Sch\u00fclerz. 67 5\/7.<\/p>\n<p>1915<\/p>\n<p>Ostern Entlass. Neuaufn.<\/p>\n<p>Die Zahl der entlassenen Kinder betr\u00e4gt 56: 25 Knaben und 31 M\u00e4dchen.<\/p>\n<p>Neu aufgenommen: 72 Sch\u00fcler, 43 M\u00e4dchen u. 29 Knaben.<\/p>\n<p>Sch\u00fclerz. Nach den Angaben der Lehrpersonen betr\u00e4gt die Gesamtsch\u00fclerzahl 501.<\/p>\n<p>Der Kreisschulinspekt. V\u00f6lklingen unterstellt.<\/p>\n<p>Durch Verf\u00fcgung der K\u00f6niglichen Regierung zu Trier vom 17. April 1915 Nr. II A 290 sind die Schulen der hiesigen Ortsschulinspektion (die Schulen der B\u00fcrgermeistereien Differten und Schwalbach \u00fcberhaupt) dem Aufsichtsbezirk des Herrn Schulrath Hirtz in V\u00f6lklingen unterstellt.<\/p>\n<p>(Mitteilung des Herrn Kreisschulinspektors vom 26. April 1915.)<\/p>\n<p>Schulfeier.<\/p>\n<p>Am 21. Mai beging die Volksschule Differten die Feier der hundertj\u00e4hrigen Zugeh\u00f6rigkeit der Rheinlande zur Krone Preu\u00dfen. Jede Klasse feierte in ihrem Lehrsaale.<\/p>\n<p>Die patriotische Feier in der Knabenoberklasse begann mit einem Dankgebiet, woran sich der Gesang eines patriotischen Liedes schlo\u00df. Die Ansprache des Lehrers verbreitete sich \u00fcber 1. Geschichtl. U. geographische Verh\u00e4ltnisse der Rheinlande vor 100 Jahren. 2. Aufschwung und Bl\u00fcte unserer Provinz. 3. Die segensreiche Regierung der Hohenzollern. 4. Treue um Treue (Pflichterf\u00fcllung u. hervorragende Tapferkeit der Rheinl\u00e4nder).<\/p>\n<p>1915 Anwachsen der Sch\u00fclerzahl der Gemeinde Differten.<\/p>\n<p>Seit dem Jahre 1890 ist die Zahl der Sch\u00fcler der hiesigen Volksschule in folgender Weise gewachsen. Sie betrug im Jahre:<\/p>\n<p>1891 281 Sch.<\/p>\n<p>1892 284 Sch.<\/p>\n<p>1893 248 Sch.<\/p>\n<p>1894 285 Sch.<\/p>\n<p>1895 295 Sch.<\/p>\n<p>1896 302 Sch. In diesem Jahre wurde die Schule zu Friedrichweiler gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>1897 310 Sch.<\/p>\n<p>1898 324 Sch.<\/p>\n<p>1899 346 Sch.<\/p>\n<p>1900 356 Sch.<\/p>\n<p>1901 355 Sch.<\/p>\n<p>1902 370 Sch.<\/p>\n<p>1903 366 Sch.<\/p>\n<p>1904 382 Sch.<\/p>\n<p>1905 412 Sch.<\/p>\n<p>1906 440 Sch.<\/p>\n<p>1907 434 Sch.<\/p>\n<p>1908 443 Sch.<\/p>\n<p>1909 451 Sch.<\/p>\n<p>1910 444 Sch.<\/p>\n<p>1911 477 Sch.<\/p>\n<p>1912 474 Sch.<\/p>\n<p>1913 479 Sch.<\/p>\n<p>1914 485 Sch.<\/p>\n<p>1915 501 Sch.<\/p>\n<p>1916 494 Sch.<\/p>\n<p>1917 511 Sch.<\/p>\n<p>1918 485 Sch.<\/p>\n<p>1919 514 Sch.<\/p>\n<p>1920 490 Sch.<\/p>\n<p>1921 473 Sch.<\/p>\n<p>1922 461 Sch.<\/p>\n<p>1923 439 Sch.<\/p>\n<p>1924 409 Sch. Gestrichen 399.<\/p>\n<p>1925 400 Sch. Gestr. 390.<\/p>\n<p>1926 410 Sch. 0stern 26 m\u00e4nnl. 48 Sch. Aufg. 68 weibl.<\/p>\n<p>\/<\/p>\n<p>1915 Betrifft.<\/p>\n<p>5. Juli Wieder in der Heimat.<\/p>\n<p>Am 5. Juli kehrte Herr Lehrer Ehl in den Ort seiner beruflichen T\u00e4tigkeit zur\u00fcck und nahm mit dem genannten Tage den Dienst wieder auf.<\/p>\n<p>Herr E. hatte uns gleich bei Beginn des Krieges verlassen, um dem Ruf seines K\u00f6nigs zu folgen. (Siehe unter Mobilmachung und Auszug.\u201c Schon in den ersten siegreichen K\u00e4mpfen der kronprinzlichen Armee wurde er schwer am linken Unterarm verwundet. Wir konnten ihm noch einen Besuch im Lazarett in Diedenhofen abstatten, als er nach Bamberg \u00fcberf\u00fchrt wurde, woselbst er bis zu seiner Heilung verblieb.<\/p>\n<p>Sammlung.<\/p>\n<p>Die Sammlungen f\u00fcr das Rote Kreuz u.a. die bis zum 1. Dez. 1914 in der Oberklasse der Kann ben allein \u00fcber 60 M einbrachten, flossen nunmehr auf Schwierigkeiten: Armut und Teuerung. Was die Familien ersparen k\u00f6nnen, verwenden sie f\u00fcr ihre im Felde stehenden Mitglieder.<\/p>\n<p>An Gummi, Kupfer und Messing brachten unsere Klassen etwa 1 Ztr. Zusammen. Ans B\u00fcrgermeisteramt abgeliefert.<\/p>\n<p>6. Aug. Warschau.<\/p>\n<p>Am Freitag war aus Anla\u00df des Falles von Warschau schulfrei.<\/p>\n<p>1916 Betrifft.<\/p>\n<p>27. Januar.<\/p>\n<p>Die hiesigen Schulen begingen den Geburtstag Sr. Majest\u00e4t des Kaisers am 27. Januar zun\u00e4chst durch gemeinsamen Besuch des Festgottesdienstes. Sodann hielten die einzelnen Klassen in ihren Lehrs\u00e4len entsprechende Feiern. Die Knabenoberklasse hatte folgende Vortragsordnung zugrunde gelegt:<\/p>\n<p>1. Gemeinsames Gebet f\u00fcr den Kaiser.<\/p>\n<p>2. Lied: Deutschland \u00fcber alles.<\/p>\n<p>3. Ged. Wir f\u00fcrchten nichts als Gott allein.<\/p>\n<p>4. Gedicht Der Landwehrabschied.<\/p>\n<p>5. Lied. Treue Liebe bis zum Grabe.<\/p>\n<p>6. Ged. Schwertlied.<\/p>\n<p>7. Ged. Es steht die Schlacht.<\/p>\n<p>8. Ged. Ostpreu\u00dfisch.<\/p>\n<p>9. Lied: Wohlauf Kameraden.<\/p>\n<p>10. Ansprache des Lehrers.<\/p>\n<p>11. Heil dir im Siegerkranz.<\/p>\n<p>16. bis 18. M\u00e4rz. 4. Kriegsanleihe.<\/p>\n<p>Durch Aufkl\u00e4rung und Belehrung in Kirche und Schule wurde die hiesige Bev\u00f6lkerung in eine f\u00fcr die 4. Kriegsanleihe g\u00fcnstige Stimmung versetzt. Infolgedessen hatte die Werbearbeit der Geistlichkeit und Lehrerschaft einen guten Erfolg: 42.000 M wurden in Differten-Friedrichw. Gezeichnet. Au\u00dferdem ergaben die Spargroschen der Schulkinder aus Differten die Summe von 439 Mark. \/<\/p>\n<p>Datum betrifft.<\/p>\n<p>1916. 1. Mai. Sch\u00fclerz.<\/p>\n<p>Die Zahl der Sch\u00fcler der hiesigen Volksschule betrug am 1. Mai d. J. 494. Verteilung auf die einzelnen Klassen:<\/p>\n<p>1. Oberkl. der Knaben 63.<\/p>\n<p>2. Oberkl. der M\u00e4dchen 64.<\/p>\n<p>3. Mittelkl. 1a 79,<\/p>\n<p>4. Mittelkl. 1b 69,<\/p>\n<p>5. Mittel. 2 75.<\/p>\n<p>6. Unterkl. B 72,<\/p>\n<p>7. Unterkl. a 78.<\/p>\n<p>Die Sch\u00fclerzahl gegen das Vorjahr um 7 abgenommen.<\/p>\n<p>Versetz.<\/p>\n<p>Lehrerin Frl. K\u00f6nig wurde mit dem beginnenden Schuljahr nach Trier versetzt. Flei\u00dfig und pflichttreu im Dienst, liebensw\u00fcrdig im Umange! Sie wirkte 10 Jahre an der hiesigen Volksschule.<\/p>\n<p>Die frei gewordene Stelle wurde zu demselben Termine besetzt durch die Lehrerin Frl. Meyer, welche zuletzt in Thomm, Landkr. Trier, wirkte.<\/p>\n<p>Im Sommersemester fiel in der Oberkl. des Nachmittags Unterricht aus. Trotzdem waren die Urlaubsgesuche fast zahllos. Gr\u00fcnde: 1. Fremde Arbeitskr\u00e4fte fast nicht erh\u00e4ltlich oder die daf\u00fcr aufzubringenden Kosten unerschwinglich. 2. Die Kinder werden so viel als m\u00f6glich zur Mithilfe beim Erwerb des t\u00e4glichen Un\/terhalts herangezogen.<\/p>\n<p>Kriegssammlung.<\/p>\n<p>Am 1. September lieferte die hiesige Schule an das B\u00fcrgermeisteramt ab:<\/p>\n<p>\u00bd Ctr. Gut getrockneter tadelloser Brennesselstengel, fast 2 Ctr. Gesammelter Roggenk\u00f6rner, mehrere Pfund Stanion, eine Menge Wei\u00dfbleche, getrocknete Erd- und Brombeerbl\u00e4ter, St\u00f6psel aus Stroh u.a.<\/p>\n<p>5. Kriegsanleihe.<\/p>\n<p>Zur 5. Kriegsanleihe wurden durch Vermittlung der Lehrer etwa 9000 Mark gezeichnet. Die Schulkinder brachten insgesamt 304 Mark zusammen. Diese Summe wurde bei der Kreissparkasse auf Kriegssparbuch eingezahlt.<\/p>\n<p>Sammlung von Eicheln.<\/p>\n<p>Die flei\u00dfige Arbeit unserer Schulkinder b. Einsammeln von Eicheln hatte ein gutes Ergebnis: 1465 Pfd. (in getrocknetem Zustande) mit einem Gesamtwerte von 73,25 M. Das Feld wird bestimmungsgem\u00e4\u00df verwendet zur Beschaffung von Weihnachtsgaben f\u00fcr Krieger unseres Ortes und wurde zu diesem zwecke dem B\u00fcrgermeisteramt \u00fcbergeben. Das Sammeln von Bucheckern lohnt sich in unsern W\u00e4ldern nicht. (130 Sch\u00fcler ernteten in fast dreist\u00fcndiger Arbeit etwa 4 Pfd.)<\/p>\n<p>Zuwendung.<\/p>\n<p>Der Betrag von 1,20 , welcher f\u00fcr Sonnenblumensamen zu entrichten war, wurde durch Herrn Schulrat Hirtz dem B\u00fcrgermeisteramt \/ zu Schaffhausen \u00fcberwiesen. Herr B\u00fcrgermeister beauftragte den Lehrer Gro\u00df, f\u00fcr den Betrag einem w\u00fcrdigen Sch\u00fcler der Klasse n\u00f6tige B\u00fccher zu nbeschaffen. Infolgedessen wurde f\u00fcr den Knaben Becker, dessen Vater in Mazedonien gefallen ist, ein Handatlas im Werte 1,10 M. sowie 1 Bleistift zu 10 Pfg. gekauft.<\/p>\n<p>Sammlung.<\/p>\n<p>Durch unsere Volkssch\u00fcler wurden erneut allerlei n\u00fctzliche Dinge gesammelt, und es wurde dem B\u00fcrgermeisteramt ein kurzes Verzeichnis eingereicht: 29 Pfd. Gut getrockneter Torffengrund, 3 \u00bd Pfd. Himbehr, 4-5 Pfd. Trockener Brombeer- und Himbeerbl\u00e4tter als Theeersatz, 5-6 Pfd. Staniol, anderes verwendungsf\u00e4higes Altmaterial, 260 Flaschen und eine betr\u00e4chtliche Quantit\u00e4t Stoff- und Kleiderreste.<\/p>\n<p>Meldung.<\/p>\n<p>Aus Differten haben sich insgesamt 23 Kinder gemeldet zur Unterbringung in l\u00e4ndlichen Familien w\u00e4hrend des Sommers 1917. Es sind ausnahmslos Kinder d\u00fcrftiger Familien. Die vorgeschriebene \u00e4rztliche Untersuchung fand am 4. April statt. (Minist. Erla\u00df v. 12.3.). \/<\/p>\n<p>1917 betrifft.<\/p>\n<p>6. Kriegsanleihe.<\/p>\n<p>F\u00fcr die 6. Kriegsanleihe wurden in den hiesigen Klassen insgesamt Mark gezeichnet, und zwar:<\/p>\n<p>1. Kl. V. Frl. Meier 35 M.<\/p>\n<p>2. Kl. V. Frl. Bures.<\/p>\n<p>3. Kl. V. H.rn Ehl 21 M.,<\/p>\n<p>4. Kl. V. Hrn. Stummb. 26 M.,<\/p>\n<p>5. Kl. V. Hrn. Manderscheid 12 M.,<\/p>\n<p>6. Kl. V. Frl. Ruths, 11 M.,<\/p>\n<p>7. Kl. V. Lehrer Gro\u00df 80 M.<\/p>\n<p>Durch Vermittelung der Lehrpersonen wurden au\u00dferdem 10.250 M. gezeichnet.<\/p>\n<p>Juni. Ferienkinder.<\/p>\n<p>Neun Kinder der hiesigen Schule wurden durch Vermittelung des Charitasverbandes (Trier) in der Eifel untergebracht. Die Hinreise geschah w\u00e4hrend der Heuferien (18. Juni) unter F\u00fchrung eines Lehrers. Hei\u00dfer, arbeitsreicher Tag. Die Aufnahme der Kinder konnte herzlicher nicht sein. Zwei Kinder wurden in Pr\u00fcm abgeholt. Ein Knabe kam nach Dingdorf, Pfarrer Kederlauch, ein M\u00e4dchen nach Steinmehlen b. Pr\u00fcm. Die anderen fuhren bis Stat. Arzfeld. Daselbst erwarteten erwachsene Mitglieder der in Frage kommenden Familien die ihnen zugewiesenen Sommerg\u00e4ste. Eine Stunde Fu\u00dfreise mit schwerem Gep\u00e4ck \u2013 das Ziel war erreicht: Ohnscheid, Lichtenborn, Irrhausen, Sucken. (Krs. Pr\u00fcm). \/<\/p>\n<p>1917 betrifft.<\/p>\n<p>Sommer u. Herbst.<\/p>\n<p>Die Zahl der Beurlaubungen f\u00fcr landwirtschaftliche und andere Arbeiten nimmt stetig zu. Im selben Ma\u00dfe schwindet das Interesse f\u00fcr die Schule. Stets werden zwingende Gr\u00fcnde f\u00fcr nachgesuchten urlaub angegeben, so da\u00df es f\u00fcr den Ortsschulinspektor oder die Lehrperson schwer ist, in einem f\u00fcr die Interessen der Schule g\u00fcnstigen Sinne zu entscheiden. Deshalb weisen die Vers\u00e4umnislisten der oberen Klassen einen hohen Prozentsatz an Vers\u00e4umnissen auf (bis zu 50 %).<\/p>\n<p>21. August<\/p>\n<p>Sammlung.<\/p>\n<p>An die Kreisdsammelstelle wurden abgeliefert: 21 Pfd. Kirschkerne, 8 Pfd. Brennesselstengel. (Brenn.: Die Brennesseln wurden als junge Pfl\u00e4nzchen von den Leuten gesammelt, zubereitet und als Gem\u00fcse genossen. Weiter mu\u00dften sie, noch ehe sie die f\u00fcr Sammelzwecke erforderliche H\u00f6he erreicht hatten, als Viehfutter herhalten). Gegenw\u00e4rtig sind zur Abnahme bereit: etwa 250 Pfd. Flaumen- und Zwetschenkerne, 50 Pfd. Kastanien, 5 Pfd. Gut getrocknete Brombeer-Himbeer- und Erdbeerbl\u00e4tter. 12 Pfd. Altmetall und Staniol.<\/p>\n<p>18. 10. 7. Kriegsanleihe. Kriegshilfsdienst.<\/p>\n<p>F\u00fc\u00dfr die 7. Kriegsanleihe wurden durch die Kinder der hiesigen Schule 245 M. gespendet. Knabenoberkl. 58 M.<\/p>\n<p>Bei Einbringung unserer Buchweizenernte haben sich durch flei\u00dfige Teilnahme besonders ausgezeichnet: Peter Ahr, \/ Bernard Ahr, Rudolf Morschett; an zweiter Stelle sind zu nennen: Peter Zimmer, Peter Wirth u. Peter M\u00fcller, die Arbeite, auch Dreschen und Reinigen, geschehen w\u00e4hrend der Ferien. Ertrag 1 Ztr. 16 Pfd.<\/p>\n<p>Schlechtes Feld, schlechte D\u00fcngung. Abgel. 30.10.17 B\u00fcrgermeister.<\/p>\n<p>5. Dez. Abliefer.<\/p>\n<p>An die Kreissammelstelle wurden abgeliefert:<\/p>\n<p>1. 143 kg. Zwetschen- und Pflaumenkerne.<\/p>\n<p>2. 20 kg. Akaziensamen.<\/p>\n<p>Am 27. Okt. 1917 gingen an die Kr\u00e4uter-Verwertungsgenossenschaft in Neuenahr: 5.220 kg gut getrockneter Erd-, Brom- und Himbeer-Bl\u00e4tter.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sind 25 kg. Kastanien gesammelt worden.<\/p>\n<p>Die Lehrer und Lehrerinnen hielten am Montag, den 10. Dezemb. eine Besprechung ab \u00fcber die Art und Weise, wie sie die Veranstaltung einer Goldsammlung (Goldankaufs-Woche vom 9.-16. Dez.) am zweckm\u00e4\u00dfigsten einrichten k\u00f6nnten. Obwohl nach den Erfahrungen lange Zeit am orte wirkender Lehrpersonen die Aussichten f\u00fcr eine ersprie\u00dfliche Sammelt\u00e4tigkeit gering sind, so wurde doch beschlossen, im Sinne der Verf\u00fcgung der K\u00f6nigl. Kreisschulinspektion (gez. Schulrat Schieffer) zu arbeiten. Am Freitag nachmittag gehen die Lehrpersonen mit den zum \/ Vortrag der Gedichte bestimmten Kindern in die H\u00e4user, um heruaszuholen, was unter unseren Verh\u00e4ltnissen m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Pensionierung und Abschiedsfeier.<\/p>\n<p>Fr\u00e4ulein Ruthsatz, die fast 39 Jahre als Lehrerin in Differten wirkte, wurde am 1. Febr. D. Jhrs. Beurlaubt und trat am 1. April in den Ruhestand. Mit diesem Anla\u00df fand am 19. M\u00e4rz im Schulsaal der oberen M\u00e4dchenklasse eine Abschiesfeier statt, an der Hr. Ortsschulinspektor Pfarrer Meirs, Hr. B\u00fcrgermeister Rosch, hr. Ortsvorsteher Spengler, die Lehrer und Lehrerinnen der Gemeinde sowie die Sch\u00fclerinnen der I. M\u00e4dchenkl. Teilnahmen. Herr Pastor \u00fcberreichte der Scheidenden unter anerkennenden Worten im Namen der Lehrpersonen ein Kruzifix, herr B\u00fcrgermeister verehrte im Auftrag der Gemeinde einen Sessel. Lehrer Gro\u00df gab den W\u00fcnschen der Kolleginnen und Kollegen, die zum Teil viele Jahre mit Frl. Ruthsatz gemeinsam am Werke der Jugenderziehung in Differten arbeiteten, Ausdruck. Lieder und Gedichte der Sch\u00fclerinnen versch\u00f6nten die Feier.<\/p>\n<p>Neuwahl u. Berufung.<\/p>\n<p>Mit den Bewerberinnen, die sich f\u00fcr die durch das Ausscheiden von Frl. Ruthsatz frei werdende Stelle meldeten, w\u00e4hte der Schulvorstand Frl. Trapp, bisher Vertreterin in Fraulautern, Tochter des pensionierten Rektors Herrn. Trapp. Nach Berufung durch die k\u00f6nigliche Regierung begann Frl. Trapp ihren Dienst mit dem beginnenden Sommersemester.<\/p>\n<p>1918 betrifft.<\/p>\n<p>M\u00e4rz 20. Sammlung 8. Kriegsanleihe.<\/p>\n<p>F\u00fcr \u201eRheinhausdank\u201c sammelten die hiesigen Sch\u00fcler 33 Mark.<\/p>\n<p>Das Ergebnis der Sch\u00fclerzeichnungen betr\u00e4gt insgesamt 741 Mark. Auf die einzelnen Klassen entfielen:<\/p>\n<p>1. Obere Knaben kl. 227 M,<\/p>\n<p>2. Obere M\u00e4dchenkl. 198 M.<\/p>\n<p>3. Mittelkl. der Knaben 64 M.,<\/p>\n<p>4. Mittelkl. der M\u00e4dchen 227 M.,<\/p>\n<p>5. Gemischte Mittelkl. 11 M.<\/p>\n<p>6. Unterkl. a 34 M.<\/p>\n<p>7. Vacant.<\/p>\n<p>Zusammen 761 M.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurden durch Vermittelung von Lehrpersonen 3.000 Mark gezeichnet.<\/p>\n<p>Endg\u00fclt. Anstell.<\/p>\n<p>Fr\u00e4ulein Trapp wurde auf Grund einer durch Herrn Geheimrat Wulff vorgenommen Schulrevision zur Lehrerin an der hiesigen Volksschule endg\u00fcltig ernannt.<\/p>\n<p>Ergebnis der Laubsammlung.<\/p>\n<p>Die Schule Differten lieferte insgesamt 48,50 Ctr. Trockenlaub (Laubheu) ab. Vom 1. Aug. ab unersagte uns der k\u00f6nigl. Revierf\u00f6rster Grisar die Sammelt\u00e4tigkeit. Eine gegen dieses Verbot gerichtete Beschwerde reichte ich am 14. 8. Bei dem k\u00f6niglichen Landrat in Saarlouis ein (Herr Kreissammelleiter Schulrat Schieffer beurl.). Zum Bericht aufgefordert gab der Revierf\u00f6rster als Ursache seiner Ma\u00dfnahmen an, da\u00df die Kinder im Walde Schaden angerichtet h\u00e4tten. Am 30. d. 8. Wurde mir der Bericht zur Kenntnisnahme und Nachachtung zugesandt, gez. Schieffer. Tats\u00e4chlich war der angerichtete Schaden zieml. gering: in einem dichten Bestand junger Eichen auf einer wohl 50 Morgen gro\u00dfen Fl\u00e4che waren etwa 30 B\u00e4umchen durch Verbiegen oder Abbrechen des Gipfeltriebes besch\u00e4digt. Bei der Durchforstung waren von den Pflanzen etwa 9\/10 zum Abhieb bestimmt. Die Aufsicht beim Sammeln war vorschriftsm\u00e4\u00dfig. \/<\/p>\n<p>1918 Betrifft.<\/p>\n<p>15. Sept. vorhanden.<\/p>\n<p>Sammelt\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Eisen 509 kg.<\/p>\n<p>Kupfer Messing 102 kg.<\/p>\n<p>Conservendosen 34,450 kg.<\/p>\n<p>Gummi 5, 750 kg<\/p>\n<p>Knochen 197,5 kg.<\/p>\n<p>Papier 50,000 kg.<\/p>\n<p>Flaschen insges. 200 St\u00fcck.<\/p>\n<p>Arznei- und Teekr\u00e4uter 28,500 kg.<\/p>\n<p>Brennnesseln 10,000 kg.<\/p>\n<p>9. Kriegsanleihe. Sch\u00fclerzeichnungen 180,60 M. Vermittelt 3.100 M.<\/p>\n<p>20. Dez. Stand der Markenhilfe am 20. Dez.<\/p>\n<p>Lehrer Gro\u00df 885 44 1-68<\/p>\n<p>Lehrer Manderscheid 660 28 69-142<\/p>\n<p>Frl. Meier 45 29 143-172<\/p>\n<p>Lehrer Stummbill. 124 9 173-231<\/p>\n<p>Frl. Bures 74 24 232-290<\/p>\n<p>Frl. Trapp 33 1 291 \u2013<\/p>\n<p><a title=\"Vortrag &quot;Mit Differten im Herzen unterwegs&quot;\" href=\"https:\/\/peter-burg.de\/wordpress\/pierre-lorson-sj-texte\/vortraege\/mit-differten-im-herzen-unterwegs\" target=\"_self\">Vortrag zu Peter Lorson und seiner Liebe zu Differten<\/a><\/p>\n<p><a title=\"Das Saarland und saarl\u00e4ndische Orte in der Geschichte\" href=\"..\/..\/saarland\" target=\"_self\">Weitere Texte zum Saarland<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Orts-Chronik. I. Band Verfasser: Lehrer Falk, Pr\u00fcmm und Gro\u00df &lt;Adolf Gro\u00df&gt; Teil: Orts-Chronik Differten ist heute ein Dorf, das ungef\u00e4hr 1500 Einwohner z\u00e4hlt. Letzte Z\u00e4hlung 1497 Einwohner, 1890 1358 E. Zunahme also 139 Personen oder fast 10 Prozent. 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