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Peter Burg Werke

Woche 7 Kapitel 13

Woche 7, Kapitel 13

Romane (Laurence Sterne)

Aus Fénelons und Defoes Romanen entwickeln Autoren wie Rousseau und Goethe im Verlauf des Jahrhunderts den Erziehungsroman und den Bildungsroman.

Der Roman wird im Wechselspiel zwischen neuen Reformen und Kritik am Roman zum Medium, in dem Aufklärer zentrale Diskussionen mit größtem Publikumszuspruch inszenieren können. Als neue Projektionsfläche wird das bürgerliche Leben entdeckt, das private Empfinden und schließlich die Zukunft. Waren die Zukunftsszenarien von Samuel Maddens Memoires of the Twentieth Century (1733) noch Gegenwartssatire, so ist Louis-Sébastien Merciers L’An 2440 (1771) ein Propagandawerk der Aufklärung, das alle Lebensbereiche unter dem Aspekt ihrer möglichen Entwicklung betrachtet.

Das Spiel mit Tabus und gezielten Grenzverletzungen sowie die Provokation von Verboten greifen im Gefolge der neuen moralischen Romane in einer subversiven Strömung mit Werken von Diderots Die geschwätzigen Kleinode (1748) bis zu de Sades Justine (1787) um sich. Experimentelle Romane kommen mit der Rechtfertigung der Gattung auf, so zum Beispiel Lawrence Sternes* Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman (1759–1767). Die Romanproduktion teilt sich im Verlauf der Aufklärung in einen trivialen Bereich und einen „hohen“, dessen Beiträger sich darauf ausrichten, dass man ihre Werke kritisch diskutiert und als Literatur ernst nimmt. Ein eigenes Rezensionswesen ist das Ergebnis dieses Prozesses am Ende der Aufklärung, eine gesellschaftsweite Interaktion, die in den 1670er Jahren noch kein Pendant hatte.

*Laurence Sterne (* 24. November 1713 in Clonmel, Königreich Irland; † 18. März 1768 in London) war ein englisch-irischer Schriftsteller in der Zeit der Aufklärung und Vicar (Pfarrer) der Anglikanischen Kirche.

Als Sterne 1759 mit den ersten beiden Bänden des Romans Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman in York einen Skandal ausgelöst und in London Aufsehen erregt hatte, siedelte er 1760 nach London über. Ein Nachbar, Lord Fauconberg, besorgte ihm in Coxwold eine weitere Pfarre; von nun an pendelte er zwischen London und Shandy Hall in Coxwold. Nachdem er vier weitere Bände verfasst hatte, ging er – nach einem weiteren Blutsturz – für zweieinhalb Jahre nach Frankreich.

Nachdem 1767 der neunte (letzte) Band des Tristram erschienen war, wandte Sterne sich einem weiteren Projekt zu: der Empfindsamen Reise. Jedoch starb Sterne nur drei Monate nach Erscheinen der beiden ersten Bände im März 1768 in London an Tuberkulose. Er wurde auf dem Friedhof der Kirche St George’s im Londoner Stadtteil Mayfair begraben.

Das Hauptwerk

1759 hatte Sterne – im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung in York – eine Satire im Stil Swifts geschrieben, die von empörten Klerikern verbrannt wurde. Seine Chancen, im geistlichen Amt weiter Karriere zu machen, waren damit zunichte, jedoch erkannte Sterne sein Talent als Schriftsteller.

Sein Hauptwerk ist der Roman The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman (Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman), dessen beide ersten Bände – trotz negativer Kritiken von Samuel Johnson und Horace Walpole – ihn bereits sehr populär machten. Die weiteren sieben Bände erschienen zwischen 1761 und 1767. Die Neuheit und Eigentümlichkeit seines Stils erregte allgemeines Aufsehen; er wurde der „verzogene Liebling“ der feinen Gesellschaft Londons. Die erste deutsche Ausgabe des Tristram Shandy erschien in der Übersetzung und im Verlag von Johann Joachim Christoph Bode bereits 1774 in Hamburg und markiert den Beginn der Rezeption durch die maßgeblichen deutschsprachigen Autoren der Zeit; so gehörte unter anderen Johann Wolfgang von Goethe zu den Subskribenten dieser Ausgabe.

Tristram Shandy ist ein Roman, der aus einer Reihe von Skizzen besteht und teils unter der Maske des Yorick, eines Geistlichen und Humoristen, teils unter derjenigen des fantastischen Tristram vorgetragen wird. Das Ganze ist, ähnlich wie bei Jean Paul, mit wunderlicher Gelehrsamkeit verquickt, mehr ein buntes Durcheinander als ein planvolles Kunstwerk. Zitat aus dem VI. Buch, 17. Kapitel: „Somit schreibe ich […] ein sorglos gemachtes, artiges, unsinnvolles, gutgelauntes Shandysches Buch, das allen Ihren Herzen guttun wird. – Und auch allen Ihren Köpfen – vorausgesetzt, Sie verstehen es.“ Das Lesen wird zu einem Akt des Entdeckens, Enträtselns und phantasievollen Ergänzens. Der Leser muss bei Sterne in die Rolle eines Mitverfassers schlüpfen.

Tristram will die Geschichte seines Lebens erzählen und beginnt mit dem Bericht seiner Zeugung. Eine harmlose Bemerkung seiner Mutter stört seinen Vater, und der arme Tristram wird als Krüppel geboren. Um den Kausalzusammenhang zu erklären, muss erst John Lockes Theorie von der Assoziation der Gedanken dargelegt werden. Was wiederum zum Ehekontrakt seiner Eltern führt, weiter zu seinem Onkel Toby und dessen Steckenpferd, zur Hebamme und dem beschränkten Dr. Slop. So kann er von seiner eigenen Geburt erst im dritten Band berichten. Dem Erzähler dämmert, dass die Erzählung seines Lebens mehr Zeit in Anspruch nimmt als sein Leben selbst. Schließlich wendet er sich der heiteren Geschichte von Onkel Tobys Liebesabenteuern mit der Witwe Wadman zu. Sterne beschrieb liebevoll, wie die – von Missverständnissen ausgelöste – Distanz zwischen den Menschen mit Zuneigung überwunden werden kann.

Wer den Roman zum ersten Mal liest, mag sich gefoppt fühlen: Es ist kaum die Rede vom „Leben“, auch nicht von den „Ansichten“ des Erzählers. Die zeitliche Abfolge ist auf den Kopf gestellt (das Ende des Romans liegt vor seinem Anfang), das Ganze scheinbar ein Vexierbild eines spleenigen Autors. Der Roman ist jedoch auch aus heutiger Sicht ein kühnes Formexperiment, kombiniert mit subtiler Menschenkenntnis.

Weitere Schriften

Nachdem Eliza Draper zu ihrem Gatten nach Bombay abgereist war, begann Sterne A Sentimental Journey Through France and Italy, erlitt jedoch während der Arbeit an diesem Buch einen – letzten – Zusammenbruch. Der geistvolle, scharf beobachtende, tief empfindende Reisende, hinter dessen leicht hingeworfenen Liebesabenteuern man kaum einen Geistlichen vermutet, ist eines der frischesten und unvergänglichsten Charakterbilder des 18. Jahrhunderts. Während Sentimental Journey in England überwiegend als witzige Moralkomödie aufgenommen wurde, betonten viele Übersetzungen die sentimentale Seite des Buchs, was mit dazu führte, dass Sterne in den folgenden Jahrzehnten als „Hohepriester des Gefühlskultes“ missverstanden wurde.

Außer den genannten Romanen erschienen von Sterne mehrere Bände Predigten (Sermons, 1760 ff.), die nicht weniger den Humoristen verraten, sowie nach seinem Tod Letters to his most intimate friends (1775, 3 Bände) und sein Briefwechsel mit Elisa [Draper] (1767).

Ein Bewunderer Sternes war Friedrich Nietzsche, der dessen Werk in Vermischte Meinungen und Sprüche im Jahr 1879 ausführlich charakterisierte:

„Der freieste Schriftsteller. – Wie dürfte in einem Buche für freie Geister Lorenz Sterne ungenannt bleiben, er, den Goethe als den freiesten Geist seines Jahrhunderts geehrt hat! Möge er hier mit der Ehre fürlieb nehmen, der freieste Schriftsteller aller Zeiten genannt zu werden, in Vergleich mit welchem alle Andern steif, vierschrötig, unduldsam und bäurisch-geradezu erscheinen. An ihm dürfte nicht die geschlossene, klare, sondern die „unendliche Melodie“ gerühmt werden: wenn mit diesem Worte ein Stil der Kunst zu einem Namen kommt, bei dem die bestimmte Form fortwährend gebrochen, verschoben, in das Unbestimmte zurückübersetzt wird, so dass sie das Eine und zugleich das Andere bedeutet. Sterne ist der grosse Meister der Zweideutigkeit, – diess Wort billigerweise viel weiter genommen als man gemeinhin thut, wenn man dabei an geschlechtliche Beziehungen denkt. Der Leser ist verloren zu geben, der jederzeit genau wissen will, was Sterne eigentlich über eine Sache denkt, ob er bei ihr ein ernsthaftes oder ein lächelndes Gesicht macht: denn er versteht sich auf Beides in Einer Faltung seines Gesichtes; er versteht es ebenfalls und will es sogar, zugleich Recht und Unrecht zu haben, den Tiefsinn und die Posse zu verknäueln.“

Poesie

Die Autoren von Gedichten schrieben primär für einen kommerziellen Markt: Casuallyrik – Gedichte für Jubiläen, Eheschließungen, Ehrungen und Todesfälle. Das heroische Epos erschien vom Herrscherlob und politischer Parteilichkeit bedroht, das komische dagegen als niedere Gattung prekär. Hier ändert sich die Positionen der Poesie um 1700 mit der Reform des Romans und des Dramas. Eine eigene Produktion an philosophischer Dichtung kommt im 18. Jahrhundert auf. Alexander Popes* Essay on Man (1734) und Friedrich Gottlieb Klopstocks** Messias (1748/1772–1798) setzten hier Maßstäbe. Die zu privaten wie zu politischen Anlässen bestellte, ad hoc produzierte, also oft innerhalb weniger Stunden druckfertige Gelegenheitsdichtung wurde diskreditiert, das bürgerliche Drama und der Roman dagegen wurden Mitte des 18. Jahrhunderts als vollgültige poetische Gattungen angenommen. Das Ergebnis ist ein neues Selbstverständnis der Gegenwart als einer Epoche, die wie die Antike alle drei Gattungen Epos, Drama und Lyrik kennt, jedoch neu besetzt hat.

* Alexander Pope (* 21. Mai 1688 in London; † 30. Mai 1744 in Twickenham, heute Teil von London) war ein englischer Dichter, Übersetzer und Schriftsteller des Klassizismus in der Frühzeit der Aufklärung.

Nach seiner Rückkehr nach London im Jahr 1711 veröffentlichte Pope sein erstes größeres Werk: An Essay on Criticism (Versuch über die Kritik, 1745). Mit diesem literaturkritischen Manifest in Form eines Vers-Essays gelang ihm ein erster Durchbruch, und er fand Zutritt zu literarischen Zirkeln, zunächst aus der oppositionellen Whig-Partei. Im Jahr 1713 wechselte er zu den Tories und wurde Mitglied im Scriblerus Club, wo er Jonathan Swift, John Gay, William Congreve und Robert Harley kennenlernte. Die daraus resultierenden fiktiven Memoiren des Martinus Scriblerus wurden ihrerseits in der Satire The Scribleriad (1751) von Richard Owen Cambridge karikiert. Schon im Jahr zuvor hatte Pope eine Erstversion von The Rape of the Lock, einem komischen Epos über den Krieg der Geschlechter herausgegeben, was seiner Popularität weiteren Auftrieb verlieh. Wie auch in seinen weiteren Epen stellte Pope seine kunstvolle Beherrschung der klassischen epischen Gestaltungsweise unter Beweis, ohne jedoch dessen Grundlage einer mythisch-heroisierten Weltsicht zu teilen, und übertrug damit das traditionelle Epos mit großem Erfolg in eine zeitgemäße Form.

Pope bewunderte klassische Autoren wie Horaz, Vergil, Homer und wählte sie als literarische Vorbilder. Zu seinen größten Leistungen zählen englische Übersetzungen der Ilias (1715–1720, 6 Bände) und der Odyssee von Homer (1725–1726, 5 Bände). Seine Übertragungen der Werke Homers stellten allerdings in sprachlicher Hinsicht eher Umdichtungen als werkgetreue Übersetzungen dar; mit seiner Umwandlung der rauen oder kraftvollen Ausdrucksweise Homers in eine elegante, dem zeitgenössischen Stilempfinden entsprechende Sprachform versuchte er zugleich mögliche Barrieren abzubauen und den antiken Dichter den gebildeten Schichten Englands nahezubringen. Dotiert mit den Einnahmen aus diesen finanziell sehr erfolgreichen Übersetzungen zog er ein weiteres Mal um, nunmehr nach Twickenham, womit er dem Druck der anti-katholischen Jakobiten entging.

In Twickenham verlegte sich Pope auch auf Gartenbau und Landschaftsarchitektur. Er ließ sich eine künstliche Grotte anlegen, für die William Borlase, ein Antiquar und Naturforscher, mit dem er eine langjährige Korrespondenz pflegte, Fossilien und Mineralien beibrachte. Er freundete sich mit seiner Nachbarin Lady Mary Wortley Montagu an. Nach Abkühlung dieser Beziehung begann er ein lebenslanges Verhältnis mit Martha Blount, die er oft in ihrem Elternhaus Mapledurham House besuchte und der er bei seinem Tode zahlreiche Dinge aus seinem Besitz vermachte. In Twickenham empfing er auch viele namhafte Besucher, unter anderem Jonathan Swift, dem er bei der Veröffentlichung von Gullivers Reisen half.

Als seine Edition der Shakespeareschen Werke von dem Publizisten und Shakespeare-Herausgeber Lewis Theobald 1726 angegriffen wurde, antwortete er 1728 in Versform mit dem Spottepos The Dunciad (Die Dunkiade, 1778), in dem er in satirischer Form Theobald auf den Thron der Dummköpfe stellte und zugleich mit der sogenannten Grub Street, der Zunft der Lohnschreiber, abrechnete. In der späteren und endgültigen Fassung dieses Spottgedichtes erweiterte er seine literarische Polemik 1742–1743 zu einer allgemeinen Auseinandersetzung mit dem kulturellen und politischen Verfall der Walpole-Ära, die mit der apokalyptischen Vision eines allumgreifenden Untergangs abschloss. Mit seinen geschliffenen Versen und seinem Einfallsreichtum gelang es Pope, sich als Satiriker einen Namen zu machen. Darüber etablierte er sich mit wachsendem Einfluss als eine Art öffentliche Instanz.

Im Jahr 1731 veröffentlichte er Moral Essays, drei Jahre später An Essay on Man. Zeitgleich arbeitete er an einer Veröffentlichung seiner Briefwechsel in literarischer Kunstform.

An Essay on Man

An Essay on Man (dt. Vom Menschen bzw. Der Mensch: Ein Philosophisches Gedichte, auch Der Versuch vom Menschen) ist ein 1734 veröffentlichtes Gedicht von Alexander Pope. Die deutsche Übersetzung von Barthold Heinrich Brockes erschien erstmals 1740. Es handelt sich dabei um einen rationalistischen Versuch, die Philosophie zu nutzen, um „die Wege Gottes zum Menschen zu rechtfertigen“ (“to vindicate the ways of God to man”, 1.16), eine Abwandlung von John Miltons Forderung nach einer Rechtfertigung ebendieser Wege in seinem Gedicht Paradise Lost (“justify the ways of God to man”, 1.26). Das Gedicht beschäftigt sich mit der Rolle des Bösen in der Welt und mit dem Rang in der natürlichen Ordnung, den Gott dem Menschen zugewiesen hat. Weil der Mensch die Absichten Gottes nicht wissen kann, kann er sich auch nicht über seine Stellung auf der „Leiter des Lebens“ (engl. “Great Chain of Being”, 11.33–34) im Klaren sein und muss akzeptieren, dass „was auch immer ist, richtig ist“ (“Whatever IS, is RIGHT”, 1.292). Dieses Thema wurde bald von Voltaire in seinem Roman Candide verspottet.[1] Mehr als jedes andere Werk machte An Essay on Man die optimistische Philosophie in England und dem Rest Europas bekannt.

Das Essay, welches in heroic couplets, also „heroischen“ Reimpaaren jambischer Fünfheber, geschrieben ist, besteht aus vier Episteln. Pope begann seine Arbeit daran 1729 und hatte die ersten drei bis 1731 fertiggestellt. Sie erschienen jedoch erst 1733, die vierte Epistel erst im darauffolgenden Jahr. Ursprünglich wurde das Gedicht anonym veröffentlicht. Erst 1735 gestand Pope seine Autorenschaft ein.

In seiner einführenden Stellungnahme enthüllt Pope, dass das Essay on Man vom Aufbau her eigentlich als Teil eines längeren philosophischen Gedichtes mit vier verschiedenen Blöcken gedacht war. Der heute vorliegende Text sollte den ersten Block darstellen. Der zweite Block sollte aus einer Reihe von Episteln über den menschlichen Verstand, die Künste und Wissenschaften, das menschliche Talent und den Nutzen des Lernens und Forschens bestehen. Außerdem sollte es auch eine „Satire gegen den Missbrauch“ der vorgenannten Dinge sein. Der dritte Block sollte die Politik behandeln, der vierte die „private Ethik“ oder die „praktische Moral“ (“private ethics”, “practical morality”). Oft zitiert wird der folgende Auszug, der erste Versabsatz der zweiten Epistel, der geschickt einige der humanistischen und religiösen Lehren des Gedichts zusammenfasst

Pope war einer der ersten Berufs-Schriftsteller nicht-dramatischer Werke. Die 1717 erfolgte Edition seiner gesammelten Werke machten ihn zum führenden Vertreter der Briefdichtung. Das bis heute meistgelesene und vielfach zitierte Werk Popes ist An Essay on Man, in dem er in der Nachfolge griechischer Philosophie und Dichtung (Sophokles) Glanz und Elend der menschlichen Existenz mit hohem Pathos in streckenweise ergreifenden Versen besingt. Popes Dichtung spiegelt auch die Kulturgeschichte seines Landes wider. Er schrieb pastorale Gedichte zur Zeit von Königin Anne, Homer-Übersetzungen unter König Georg I. sowie im dritten Abschnitt seiner schriftstellerischen Tätigkeit über die hauptsächlichen religiösen und intellektuellen Probleme seiner Zeit. Pope wurde auch berühmt für seine hintergründig-satirischen und aggressiv-bitteren Auseinandersetzungen mit anderen Schriftstellern. Im Übrigen war er der letzte große Dichter, der in traditionellen rhythmischen Reimpaaren schrieb, er entwickelte die sogenannten heroic couplets und schöpfte im Wesentlichen ihren Nutzen für spätere Dichter aus.

** Friedrich Gottlieb Klopstock (* 2. Juli 1724 in Quedlinburg; † 14. März 1803 in Hamburg) war ein deutscher Dichter. Er gilt als wichtiger Vertreter der Empfindsamkeit.

Klopstock gab der deutschen Sprache neue Impulse und kann als Wegbereiter für die ihm folgende Generation angesehen werden. Er war der erste, der mit seinem Messias Hexameter in der deutschen Dichtung verwendete, und seine Auseinandersetzung mit dem „deutschen Hexameter“, wie er es nannte, führte ihn zu seiner Lehre vom Wortfuß. Dies bereitete den Weg für freie Rhythmen, wie sie dann beispielsweise Goethe und Hölderlin nutzten. Klopstock kämpfte außerdem gegen den strengen Gebrauch des Reims nach Opitzscher Schule. Er verschaffte dem Dichterberuf neue Würde, indem er die künstlerische Autonomie des Dichters vorlebte, und befreite so die Dichtung aus den didaktischen Lehrgedichten der Versifikateure.

Klopstock gilt als Begründer der Erlebnisdichtung und des deutschen Irrationalismus. Sein Wirken erstreckte sich über große Teile der Epoche der Aufklärung. Er war aber nicht wie die meisten Aufklärer der Vernunft verpflichtet, sondern wird der sogenannten Empfindsamkeit zugerechnet. 1779 prägte er den Begriff der Innerlichkeit, die er als eines von neun Elementen poetischer Darstellung bezeichnete: „Innerlichkeit, oder Heraushebung der eigentlichen innersten Beschaffenheit der Sache.“[9] Des Weiteren gilt er als ein bedeutender Wegbereiter für die Bewegung des Sturm und Drang. Im Werther zeigt sich Klopstocks Wirkung auf Goethe:

„Wir traten an’s Fenster, es donnerte abseitwärts und der herrliche Regen säuselte auf das Land, und der erquikkendste Wohlgeruch stieg in aller Fülle einer warmen Luft zu uns auf. Sie stand auf ihrem Ellenbogen gestützt und ihr Blik durchdrang die Gegend, sie sah gen Himmel und auf mich, ich sah ihr Auge thränenvoll, sie legte ihre Hand auf die meinige und sagte – Klopstock! Ich versank in dem Strome von Empfindungen, den sie in dieser Loosung über mich ausgoß. Ich ertrugs nicht, neigte mich auf ihre Hand und küßte sie unter den wonnevollesten Thränen. Und sah nach ihrem Auge wieder – Edler! hättest du deine Vergötterung in diesem Blicke gesehn, und ich möcht nun deinen so oft entweihten Nahmen nie wieder nennen hören.“

– Goethe: Die Leiden des jungen Werthers, Fassung A

Trotz alledem registriert der junge Lessing 1753:

„Wer wird nicht einen Klopstock loben?

Doch wird ihn jeder lesen? – Nein!

Wir wollen weniger erhoben

und fleißiger gelesen sein.“

Lessing bringt auf den Punkt, was Klopstocks Werk widerfuhr: Zwar wurde ihm große gesellschaftliche Anerkennung zuteil, aber das wirkliche literarische Interesse an seinem Werk blieb dahinter zurück.