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Peter Burg Werke

Vorlesung

Vorlesung Wintersemester 2018/19

Islam und Christentum in der Frühen Neuzeit

Vorlesung

Die Vorlesung handelt von der frühneuzeitlichen Expansion des Islam in bis dahin christliche Territorien. Ein zentrales Thema sind die Lebens- und Existenzbedingungen von Christen und Mohammedanern im Kontext des sich ausdehnenden Osmanischen Reiches.  Es geht um Unterwerfung, Anpassung, Eigenständigkeit, Binnen- und Auswanderung der christlichen Bevölkerungsminderheit sowie um Mentalität und soziale Stellung der sich zum Islam bekennenden Majorität. Ein weiteres Thema ist die Verschränkung von Innen- und Außenpolitik. Als apokalyptische Zeitenwende wurde die Eroberung Konstantinopels im Jahre 1453 empfunden. Sultan Mehmed II. strebte darüber hinaus nach der römischen Kaiserkrone, wollte aber auch einen kulturellen Austausch mit Europa. Bei Katholiken wie bei Protestanten galten die Türken als Erzfeinde des Christentums, die es zu bekämpfen galt. Nach der erfolgreichen Abwehr einer Eroberung Wiens durch die Osmanen (1683) schwand in Europa das Gefühl einer existentiellen Bedrohung. Fortan intensivierten sich diplomatische, wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen zwischen Orient und Okzident. In der Vorlesung soll deutlich werden, dass das Verhältnis von Islam und Christentum damals wie heute eine weltgeschichtliche Bedeutung besaß.

Literaturhinweise: Bat Ye‘or, Der Niedergang des orientalischen Christentums unter dem Islam: Vom Dschihad zum Schutzvertrag – 7. bis 20. Jahrhundert, Gräfelfing 2002, 2. Aufl. 2005; Patrick Franke, Der Islam: Staat und Religion im Europa der Neuzeit (Europäische Geschichte Online, hrsg. vom Institut für Europäische Geschichte Mainz), 2012.

Zeit: dienstags und mittwochs, 10-12 Uhr,

Ort: Gewünschter Raum: Orléansring 12, SRZ 204

Beginn: 23.10.2018

Ende: 16.01.2019